Invision Power Board
Invision Power Board (IPB, [7]) ist ebenfalls proprietäre Software. Die Firma Invision Power Service bietet ihr Produkt in zwei Kategorien an. Die Standard License, der Testkandidat, ist für rund 150 US-Dollar erhältlich, die Business License für zirka 350 US-Dollar. Die rein englischsprachige Hersteller-Webseite gibt Aufschluss über die Unterschiede und führt auch zum Kundencenter.
Nach der Anmeldung findet der Benutzer dort schnell die aktuelle Version der Forensoftware. Eine deutsches Sprachpaket bietet eine Community-Webseite unter [8] an. Die mitgelieferte englische Dokumentation ist ausführlicher als die SMF- oder Vbulletin-Handbücher, kann allerdings der PHP-BB-Hilfe nicht das Wasser reichen.
Die Installation ähnelt jener der anderen getesteten Forensysteme. Der Administrator lädt die Dateien auf seinen Webserver und startet im Browser den Installationsassistenten. Es ist nicht zwingend notwendig, die Installationsskripte nach dem Einspielen zu entfernen, IPB gibt aber eine entsprechende Warnung im Admin-Bereich aus. Der Verwalter sollte diesen Hinweis ernst nehmen und die Skripte löschen.
Das Control Panel sieht ähnlich wie bei PHP BB aus. Die einzelnen Einstellungen findet der Admin in verschiedenen Bereichen, was zur Übersichtlichkeit beiträgt (siehe Abbildung 4). Nach rund 30 Minuten Inaktivität ist Schluss, der Verwalter muss sich im Kontrollzentrum neu einloggen.
Dagegen fällt das Berechtigungssystem etwas ab. Mit seiner Zweiteilung folgt es dem gleichen, stark veralteten Prinzip wie Vbulletin: Pro Berechtigungspunkt existieren zwei Zustände – erlaubt und verboten. Auch die Unterteilung der Zugangsberechtigungen ist nicht so fein aufgegliedert wie die der moderneren Konkurrenten. Der Admin kann für seine Benutzer lediglich festlegen, ob sie das Forum und die Themeninhalte sehen, auf Beiträge antworten oder neue schreiben beziehungsweise Anhänge hoch- oder runterladen dürfen.
Der Aufbau des Quellcode und die Möglichkeiten, die sich daraus für Entwickler von Modifikationen ergeben, sind dagegen eine der Stärken von IPB. Der PHP-Code folgt dem MVC-Prinzip (Model View Controller), das funktionale Teile streng trennt: Das Model beschreibt die Daten, Views zeigen die Daten eines Model an und Controller verändern sie. Die einzelnen Komponenten kommunizieren miteinander: Ändert ein Controller die Daten in einem Model, bekommen alle Views automatisch Kenntnis von der Neuerung. Entwickler, die das Prinzip konsequent einhalten, bauen mit sehr geringem Aufwand eigene Views und Controller, erweitern also die Funktionalität.
Anpassungsfähig
Alle Erweiterungen befinden sich in eigenen PHP-Dateien, welche die Software über Hooks in das laufende System einbindet. Da der IPB-Quellcode klassenorientiert aufgebaut ist, können Modifikationen leicht Features erben, anpassen und erweitern. Hat ein Entwickler sich in dieses Konzept erst mal eingearbeitet, ist er viel schneller in der Lage, Addons für IPB zu entwickeln als für die anderen Forensysteme.
Auch IPB setzt auf CSS und HTML-Templates, um Look & Feel anzupassen. Alle Templates liegen in eigenen Dateien vor und Invision Power Board speichert sie zwischen. Schleifen und Abfragen sind als HTML-Tags realisiert. Jede Schleife und jede Abfrage ist gleichzeitig ein Hook, über den eine Modifikation HTML-Code einschleust. Dabei steht es dem Entwickler frei, seinen Code vor, nach oder – bei Schleifen – mitten in den Tags zu platzieren. Das Konzept ähnelt damit dem von Vbulletin, geht aber einen Schritt weiter.
Sind neue Versionen oder Updates der Software verfügbar, meldet der Hersteller dies per Mail an den Admin und veröffentlicht einen Hinweis im Control Panel. Das Einspielen der Aktualisierungen geschieht genau wie bei Vbulletin über die Installation eines entsprechenden Pakets und verläuft ebenso unproblematisch.
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