Backupninja 0.9.8.1
Flexible Backup-Lösung
Quelle: https://labs.riseup.net/code/projects/show/backupninja
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Synbak, Bacula
Kein Meuchelmörder oder Spion steckt hinter diesem kämpferischen Namen, sondern eine Ncurses-basierte Backup-Verwaltung. Backupninja setzt im Hintergrund auf andere Programme, sichert lokal auf Wechseldatenträger und entfernte Systeme mit Rdiff oder Duplicity. Sogar vor LDAP, MySQL und PostgreSQL macht das Tool nicht Halt und nutzt die von den jeweiligen Datenbanken mitgelieferten Backup-Programme.
Der integrierte Ninjahelper listet vorhandene Aufträge auf und hilft bei der Erstellung neuer. Bei Sicherungen auf Datei-Ebene gibt der Nutzer Quell- und Zielsystem an und wählt aus, ob er die Sicherung auf CD/DVD brennt oder lieber Gnu-PG-verschlüsselt auf einen entfernten Rechner überträgt. Die anstehenden Jobs legt er im Verzeichnis »/etc/backup.d«
ab.
Die Konfiguration steckt in der Datei »/etc/backupninja.conf«
. Sie enthält alle relevanten Angaben zu den externen Backup-Tools, falls diese sich nicht im Pfad befinden. Backupninja richtet bei der Installation selbstständig einen Cronjob ein, der täglich um Mitternacht eine Sicherung mit Root-Rechten durchführt.
Backupninja ist vielfältig einsetzbar. Aber das Tool ist natürlich nur so gut, wie die im Hintergrund laufenden Anwendungen.
Force Bind 0.4
Dienste an bestimmte Interfaces binden
Quelle: http://freshmeat.net/projects/force_bind
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Fixsrcip
Bei vielen großen Servern fixiert der Admin die Kommunikation mit dem Dienst bei Bedarf auf eine IP-Adresse – ein Komfort, der bei kleineren Tools oft fehlt. In solchen Fällen hilft meist nur, die Firewall anzupassen. Alternativ springt Force Bind in die Bresche.
Nach dem Kompilieren entsteht keine ausführbare Datei, sondern die Shared Library »force_bind.so«
. Diese trägt der Admin mit dem kompletten Pfad in die Umgebungsvariable »LD_Preload«
auf dem Rechner ein, auf dem der Dienst läuft. Beim Start einer Anwendung hackt sich Force Bind anschließend in die C-Funktion »bind«
ein und leitet die Anfragen des aufrufenden Programms um. In der Voreinstellung unterstützt Force Bind IPv4 und IPv6.
Das Force-Bind-Archiv enthält zwei Testskripte, die die Verwendung der Bibliothek gut veranschaulichen. Zwei weitere Konfigurations- und Einsatzbeispiele zeigt die mitgelieferte Datei »README«
. Im Test arbeitete Force Bind problemlos mit kleineren Servern zusammen, es war jedoch nicht möglich, Cups oder Samba auf ein anderes Interface umzuleiten.
Force Bind ist noch ein relativ junges Projekt und sicherlich nicht die optimale Lösung für alle Netzwerkprobleme. Wer jedoch einen Dienst auf ein bestimmtes Interface zwingen will und keinen Zugriff auf die Firewallregeln hat, sollte sein Glück versuchen.
Pwatch 0.0.5
Einfache I/O-Überwachung auf Prozessebene
Quelle: http://freshmeat.net/projects/pwatch
Lizenz: GPL
Alternativen: Sysstat
Angekündigt als ganze Toolsammlung zur Prozessanalyse, ist bislang erst ein Programm fertiggestellt. Iotop listet den ein- und ausgehenden Traffic aller laufenden Prozesse auf. Für jeden einzelnen verrät das Tool gelesene und geschriebene Bytes sowie die Lese- und Schreibgeschwindigkeit (ebenfalls in Bytes). Der Nutzer ordnet die Ausgabe nach Belieben an, lediglich eine Sortierung nach Prozessnamen oder -IDs ist nicht möglich. Wer die Liste mit anderen Anwendungen auswerten oder weiterbearbeiten möchte, weist Iotop an, die aktuelle Ausgabe in einer Textdatei zu speichern.
Das Tool zeigt sich insgesamt recht auskunftsfreudig und ermittelt außer dem aktuellen Datendurchsatz zu jedem Prozess alle geöffneten Dateien sowie die Offsetwerte der Schreib- und Lesezeiger. Laut Aussagen der Entwickler sollen kommende Versionen zudem eine Historyfunktion für alle offenen Dateien bieten. Außerdem ist die Ermittlung der durchschnittlichen Laufzeit eines Prozesses geplant.
Pwatch steckt immer noch in den Kinderschuhen – und das seit Jahren. Dafür punktet das bereits fertige Tool mit einer übersichtlichen Prozessausgabe. Man darf gespannt sein, welche weiteren Programme des Sets sich (hoffentlich bald) zu Iotop gesellen.
Unoconv 0.4
Open-Office-Formate konvertieren
Quelle: http://dag.wieers.com/home-made/unoconv
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Caméléon, Docvert
Der Traum vieler Kommandozeilen-Fans wird wahr: Das Shellskript Unoconv wandelt sämtliche Formate, die Open Office kennt, vollautomatisch auf der Konsole um. Soll der Verwandlungskünstler auch PDF- und Word-Dateien erstellen, benötigt er außerdem die Pakete »asciidoc«
und »docbook2odf«
beziehungsweise »xhtml2odt«
.
Unoconv besteht aus einem Client und einem Server; beide Komponenten sind im Skript enthalten. Per Aufrufparameter bestimmt der Anwender, welche Aufgabe das Programm übernimmt. Unoconvs primärer Job besteht darin, den Konvertierungsprozess zu steuern. Für die Überführung selbst greift das Tool auf Open Office zurück und bedient sich dessen Uno-Schnittstelle.
Bevor es losgeht, startet der Anwender eine Unoconv-Instanz im »listener«
-Modus. Diese horcht in der Voreinstellung auf Port 2002 des Loopback-Interface. Nun wartet das Tool auf Angaben, welche Datei es in welches Format konvertieren soll. Verzichtet der Anwender auf diese Angabe für das Ziel, erstellt Unoconv PDFs. Verschiedene Aufrufoptionen beeinflussen die Im- und Exportfilter für Open Office, geben die konvertierte Datei direkt am Bildschirm aus und verwenden Vorlagendateien, wenn es sich beim Zielformat um ein Open-Office-eigenes handelt. Die beiliegende Datei »README«
und die Projekt-Webseite zeigen einige Anwendungsbeispiele.
Wer oft mit Open Office Dateien umwandeln muss, dürfte sich über die schnelle Shell-Alternative freuen. Unoconv bietet dank der Filter und Vorlagen zahlreiche Einsatzmöglichkeiten.
Wyrd 1.4.5
Ncurses-Oberfläche für Remind
Quelle: http://pessimization.com/software/wyrd
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Wx Remind, Tk Remind
Hinter dem etwas kryptischen Namen Wyrd verbirgt sich eine Ncurses-Oberfläche für Remind. Kern dieses Konsolen-Kalenderprogramms ist die Datei »~/.reminders«
, in der alle Aufgaben, ihre Zeitangaben, ihre Dauer und gegebenenfalls eine kurze Notiz stehen. Das Tool wertet diese Reminder-Skripte im Homeverzeichnis des Nutzers aus und stellt den Inhalt übersichtlich als Terminkalender dar. In der Voreinstellung zeigt es Tage und Monate, bietet aber auch einen Blick auf einzelne Wochen.
Wechselt der Anwender zur Tagesübersicht, zeigt Wyrd alle Termine nach Stundenintervallen geordnet an. Sind diese Abschnitte zu ungenau, kann er die Intervallgröße mit einer Zoomfunktion bis auf 15 Minuten verfeinern. Einträge ohne feste Uhrzeit führt der Erinnerungsdienst in einem eigenen Bereich unterhalb der Monatsansicht auf.
Der Nutzer bedient Wyrd ausschließlich über die Tastatur und öffnet über das Tool auch die genannte »~/.reminders«
-Datei im Standardeditor, um etwa neue Termine einzutragen. Erscheinungsbild und Keyboard-Shortcuts definiert der Anwender systemweit (»/etc/wyrdrc«
) oder persönlich (»~/.wyrdrc«
). In diesen Dateien richtet er bei Bedarf auch Vorlagen ein, um Termine noch schneller anzulegen. Im Lieferumfang des Tools ist eine ausführliche Dokumentation als PDF enthalten, die bei der Einrichtung und den ersten Schritten hilft.
Wyrd bietet komfortablen Zugriff auf das Kalenderprogramm Remind. Die Einarbeitungszeit ist nicht zu unterschätzen, aber Konsolen-Fans sollten sich schnell zurechtfinden.
Xxx Term 1.110
Minimalistischer Webbrowser
Quelle: http://opensource.conformal.com/wiki/XXXTerm
Lizenz: ISC, MIT
Alternativen: Dillo, Arora
Die meisten Linux-Anwender surfen mit Firefox, einige mit Chrome oder Opera, manche sogar mit einem Textbrowser. Wer nach einer kompakten Alternative sucht, sollte einen Blick auf Xxx Term werfen. Der schlanke Browser basiert auf den Webkit- und GTK+-Bibliotheken und besticht vor allem mit der Möglichkeit, ihn ohne Maus zu steuern.
Einen Großteil der Tastenkürzel für die Navigation haben die Entwickler vom Editor Vim übernommen. So öffnet der Befehl »:tabnew«
einen neuen Reiter im Browserfenster, »/«
sucht vorwärts und »?«
rückwärts im Dokument. Auch die praktischen Vim-Shortcuts [Umschalt]+[G] (für Ende) und zweimal [G] (für Anfang) sind implementiert. Mit [F] hebt Xxx Term alle Links einer Seite farbig hervor und versieht sie mit einer kleinen Nummer. Um einer Verknüpfung zu folgen, tippt der Anwender lediglich die passende Zahl ins Fenster.
Die Konfiguration erfolgt in der Datei »~/.xxxterm.conf«
. Hier legt der Anwender die Startseite sowie die bevorzugte Suchmaschine fest, beschreibt Mime-Typen oder gibt einen Proxyserver an. Auch die Verwendung von Plugins, Cookies oder Skripten ist hier definiert. Als besonders nützlich erweist sich die Möglichkeit, Aliase für URLs einzurichten. Das spart Tipparbeit, kann der Nutzer doch lange Webseiten über diese Kurzform im Adressfeld erreichen.
Xxx Term ist ein schneller und schlanker Browser, der alle wichtigen Funktionen bietet. Die mauslose Navigation macht ihn besonders für kleine, kompakte Geräte wie Netbooks interessant. (U. Vollbracht/hej)
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