Open Source im professionellen Einsatz

Anschlusstickets und Bugreports

Das Trac-Ticketsystem erreicht nicht den Funktionsumfang mancher Standalone-Bugtracker wie Bugzilla. Doch für kleinere oder mittelgroße Entwicklerteams ist es gerade richtig dimensioniert und erspart unnötigen Einarbeitungsaufwand. Zum mächtigen Dokumentationswerkzeug wird es durch die bereits angesprochenen Wiki-Links und die Wiki-Formatierungen inklusive installierter Trac-Erweiterungen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Auch der Trac-Bugtracker unterstützt Wiki-Formatierungen und sogar installierte Wiki-Plugins. Selbst der Repository-Browser rendert Wiki-Tags in den Commit Messages.

Im Auslieferungszustand gibt Trac die Felder eines Bugreports fest vor. Die Einträge in Listenfeldern wie die Software-Komponente oder -Version lassen sich grafisch editieren. Leere Listenfelder blendet das GUI vollständig aus. Das Custom-Fields-Plugin [6] fügt außerdem benutzerdefinierte Felder hinzu.

Hinter dem Ticket-Status verbergen sich ab Version 0.11 Workflows, mit denen der Administrator definiert, in welchen Status eine Aktion wie etwa das Zuweisen eines Eigentümers das Ticket versetzt. Über Ticketänderungen informiert Trac auf Wunsch per Mail oder RSS-Feed.

Sourceforge und die vielen Forks

Webanwendungen für das Managen einzelner Projekte wie Trac sind eine noch relativ junge Erfindung. Die Idee, eine Versionsverwaltung, Bugtracker sowie Foren und Mailinglisten unter einer gemeinsamen Weboberfläche zu bündeln, entstand dagegen bereits im November 1999, als Sourceforge.net seine Tore öffnete. Auch heute noch ist die Webseite eine der beliebtesten Hosting-Plattformen für freie Software. Zwar verkaufte der Betreiber von Sourceforge seine ehemals frei erhältliche Software an Colabnet, doch Gforge [7], Savane [8] und Xerox [9] griffen die letzte freie Version auf. Savane läuft auf der Software-Hosting-Plattform Savannah der Free Software Foundation.

Als sich das Gforge-Team Ende 2008 mehr und mehr auf seine (nun wieder einmal) nicht mehr quelloffene Neuentwicklung Gforge Advanced Server konzentrierte, gründeten die beiden Kernentwickler Roland Mas und Christian Bayle Anfang 2009 das GPL-lizenzierte Fusionforge-Projekt [10]. Auch der Xerox-Fork ist unter dem Namen Codendi noch immer unter der GPL 2 erhältlich [11].

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