Um spannende Open-Source-Projekte bildet sich schnell ein Dunstkreis von Enthusiasten, die sich mehr oder minder erfolgreich einbringen – je nach Begeisterungsgrad, Können und anderen Ressourcen. Wer sich für freie Software engagieren will, dem stehen viele Projekttüren offen, zumindest in der Theorie. In Wirklichkeit haben neue Helfer oft zahlreiche Hürden zu überwinden. Die meisten Arbeitswilligen stehen vor der Frage: "Ich würde ja gerne etwas machen, aber wie fange ich an?"
Genau hier setzt Open Hatch [1] an. Die Open Source Involvement Engine bietet engagierten Neulingen eine Plattform, über die sie schnell mit Entwicklern bestehender Projekte in Kontakt treten können. Über die Suchmaschine der Webseite finden sie schnell heraus, wer helfende Hände benötigt. Von komplexen Aufgaben über einfach zu fixende Bugs bis hin zu kleinen Änderungen an Texten und GUIs ist alles dabei.
Aller Anfang ist leicht
Einen unkomplizierten Einstieg verspricht der Link zu den so genannten Bitesize Bugs (siehe Abbildung 1). Nach Definition der Betreiber tummeln sich hier vor allem kleinere Fehler, die leicht zu beheben und damit eine dankbare Aufgabe für Newcomer sind. Für mehr Übersicht sorgen die Filter, die nach Programmiersprachen und Projekten sortieren. Wer hingegen gezielt dem eigenen Lieblingsprojekt unter die Arme greifen möchte, klickt den großen grünen Button »I want to help«
und wartet auf weitere Anweisungen.
Open Hatch bietet dem präsentierfreudigen Benutzer an, eine Profilseite zu erstellen. Neben obligatorischen Angaben wie »Über mich«
, »Kann ich ...«
, »Mag ich ...«
und so weiter, verrät er optional, wo er wohnt. Die Google-Maps-Auswertung dieser Orte zeigt nicht nur, wo auf der Welt sich besonders viele Anhänger freier Software tummeln, sondern hilft auch dabei, engagierte Nutzer in der eigenen Nachbarschaft zu finden.
Besonders hilfreich für Neulinge ist, dass sich einige Projektmitglieder ausdrücklich als Mentoren zur Verfügung stellen können. Sie greifen Anfängern in allen Lebens- und Programmierlagen unter die Arme und dürften somit vor allem die Zuversicht von frischgebackenen Freiwilligen erhöhen. Open Hatch trägt somit auch zum sozialen Miteinander in der Community bei.
Im Rahmen des Google Summer of Code entstehen derzeit "Training Missions" für Open Hatch. Die interaktiven Tutorials erklären die elementaren Werkzeuge zur Software-Entwicklung wie die Arbeit mit Tarballs, Patches oder Versionskontrollen. Die Anleitungen stehen unter [2] registrierten Nutzern zur Verfügung.
Die Früchte ernten
Open-Source-Projekte profitieren gleich mehrfach von der Plattform. Einerseits haben sie hier gute Chancen, neue Mitarbeiter für verschiedene Aufgabenbereiche zu finden. Andererseits können sie selbst Profilseiten erstellen, auf denen sie Tipps und Tricks sammeln oder verraten, wo sie dringend Hilfe benötigen. Der erwähnte große grüne Knopf (»I want to help«
) wandert auf Wunsch als Codeschnipsel in die eigene Projekthomepage und weckt dort die Neugier Freiwilliger.
Open Hatch durchforstet regelmäßig die Bugtracker registrierter Projekte und stellt die Fehler automatisch in die eigene Datenbank ein. Am besten arbeitet die Plattform derzeit mit Bugzilla und Trac zusammen. Der Aufwand für die Projektmitarbeiter besteht lediglich darin, die Bugs richtig zu kategorisieren und die Schwierigkeitsgrade richtig zu taggen. Für einige Projekte ist dies sicherlich eine gute Gelegenheit, sich mit der eigenen Bugverwaltung kritisch auseinanderzusetzen und etwaige Stolpersteine aus dem Weg zu räumen.