Open Source im professionellen Einsatz

Storage am Limit

Neuerdings unterstützt die Unternehmensdistribution Storage-I/O-Limits. Manche Speichergeräte können Informationen über ihr Leistungsvermögen an das Betriebssystem übergeben. Version 6 kann diese Informationen lesen und dazu verwenden, die Schreib- und Lesezugriffe zu optimieren. Das dynamische Load Balancing mit Devicemapper-Multipathing hat Red Hat um zwei weitere Optionen erweitert: Das Subsystem fasst die Kabel, Switches und Controller, die einen Server mit dem SAN verbinden, unter dem Begriff Pfad zusammen. Es wählt auf Wunsch nun Pfade abhängig von der Länge von Warteschlangen oder der vorausgehenden I/O-Zeiten aus.

Auch den Logical Volume Manager (Abbildung 3) hat der Anbieter erweitert: Wenn der Admin Mirrored Volumes anlegt, stellt LVM nun sicher, dass es die Daten auf verschiedene Physical Volumes spiegelt. Zusätzlich erlaubt die Software nun bis zu vier Spiegel je logischem Laufwerk. Die Logdateien, die sich üblicherweise auf einem separaten Gerät befinden, spiegelt das Subsystem auf Wunsch ebenfalls. Admins dürfen die Snapshots im Rahmen eines Technical Preview auch für die gespiegelten Logical Volumes aktivieren. Das gilt auch für die neue LVM-Application-Library »lvm2app«, die das Entwickeln von Anwendungen mit LVM-basierter Speicherung erlaubt.

Abbildung 3: Der überarbeitete Logical Volume Manager stellt neuerdings sicher, dass Systemverwalter Mirrored Logical Volumens tatsächlich auf verschiedenen Physical Volumes anlegen.

Abbildung 3: Der überarbeitete Logical Volume Manager stellt neuerdings sicher, dass Systemverwalter Mirrored Logical Volumens tatsächlich auf verschiedenen Physical Volumes anlegen.

Während Ext 4 als Standard-Dateisystem mit an Bord ist, unterstützt der Anbieter NTFS leider nicht offiziell. Was auf Servern noch durchaus Sinn ergibt, ist für Desktops leider kaum nachzuvollziehen. Wer - übrigens völlig problemlos - NTFS durch ein passendes RPM-Paket aus externen Quellen nachrüstet, hat darauf keinen Supportanspruch [3]. Die Tester verwunderte auch, dass Red Hat immer noch nicht DRBD integriert hat [4]. Dies könnte allerdings auch am verwendeten Kernel liegen, da DRBD erst mit Version 2.6.33 in den Kernel wanderte.

Power- und Ressourcenmanagement

Die Bemühungen zum Stromsparen tragen Früchte: Powermanagement und Powersaving erfolgen unter anderem durch Powertop von Intel und das Tuningtool Tuned, das dem System erlaubt, den Stromverbrauch an den tatsächlichen Gebrauch anzupassen.

Eine bessere Performance ist unter anderem dem Completely Fair Scheduler (CFS) zu verdanken. Seit Kernel 2.6.23 ist das der neue Prozess-Scheduler in Linux. Weitere Optimierungen rühren von den Locking-Mechanismen des Kernels her, die Red-Hat-Mitarbeiter erweitert haben. Ungenutzte Prozesse versetzt der Kernel dabei früher in den Idle-Status.

Bisher hatte der Kernel Timer implementiert, die jederzeit liefen, selbst wenn gar keine Arbeit anstand. Weil dazu die CPU in einem aktiven Zustand bleiben muss, verbraucht sie unnötig Strom. Das neue Tickless-Feature ersetzt die periodischen Timer-Unterbrechungen mit On-Demand-Interrupts, die die einzelnen Subsysteme wie der Scheduler nach Bedarf anfordern. So erlaubt der Tickless-Kernel der CPU mehr Zeit im Sleeping-Modus zu verbringen, den sie erst dann wieder verlässt, wenn sich ein lauffähiger Task zur Verarbeitung in die Warteschlange einreiht. Ein Tickless Kernel spart wegen der optimierten Prozessorleistung zusätzlich Strom und nutzt die Virtualisierungstechnik bei Servern besser aus.

RHEL liegen die im Rahmen des Kernels entwickelten Diagnose- und Debugtools Ftrace und Perf bei. Mit Kdump gibt es einen Kernel-Dump-Konfigurationsassistenten, mit dem sich eine spezielle Crash-Umgebung einrichten lässt.

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