Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 11/2010
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Virtuelles Windows

Wenn Windows-Workloads im Vordergrund stehen, spielt Suse den Vorteil der mitgelieferten Virtual Machine Driver Packs aus. Diese paravirtualisierten Treiber beschleunigen den Betrieb aller wichtigen Windows-Versionen. Vergleichbares gibt es nur bei anderen kommerziellen Produkten, beispielsweise bei Red Hat und Citrix Xen Server.

HA-Optionen sind bei SLES 11 nur in Form diverser bekannter Pakete wie DRBD mit an Bord, die der Admin unabhängig von der Virtualisierungslösung aufsetzt und konfiguriert. Mit SP1 kam jedoch die Suse Linux High Availability Extension (ehemals HA-Cluster Manager) zur Produktfamilie, ein Managementsystem zum Aufbau von HA-Clustern mit physischen und virtuellen Maschinen.Es bietet Monitoring, Failover sowie Echtzeit-Replikation mittels DRBD.

Einen Ressourcen-Agenten gibt es bislang jedoch nur für Xen, nicht für KVM. Auf Datacenter-Ebene gibt es aus der Platespin-Reihe das Produkt Platespin Orchestrator (ehemals ZEN Works Orchestrator, [4]) für das Management und die Provisionierung der Workloads physischer und virtueller Maschinen.

SLES 11 ist bekanntermaßen ein recht massiges System. Für den, der möglichst schlanke virtuelle Maschinen betreiben möchte, hat sich Novell Jeos [5] ausgedacht, ein Just Enough Operating System. Das ist im Grunde ein verschlanktes Suse, für dessen optimierte Erstellung Tools wie Kiwi [6] existieren. Das Jeos von Suse Linux Enterprise ist eine anpassbare Minimalkonfiguration von SLES, die lediglich ein bootfähiges Image bereitstellt, das für VMware und OVF mit 32- und 64-Bit-x86-Images formatiert ist.

Wer es gerne bunt mag, für den geht gerade Suse Studio [7] an den Start. Hier kann der Administrator, wie in Abbildung 2 zu sehen, virtuelle Maschinen auf Basis verschiedener Betriebssysteme interaktiv zusammenstellen, im Browser vorab testen und diese dann herunterladen oder mit anderen teilen.

Abbildung 2: Mit Suse Studio lassen sich Open-Suse-VMs im Browser erstellen und konfigurieren.

Arbeitstier

SLES ist ein Virtualisierungs-Arbeitspferd und erweist sich als stabil und zuverlässig. So ist es beispielsweise von SAP zertifiziert für den virtualisierten R3-Betrieb. Darüber hinaus bietet sich dem Admin auch die Wahlmöglichkeit zwischen den führenden Hypervisoren an.

Sehr fair ist auch Novells Support-Policy: Der Hersteller supportet alle offiziell zugelassenen Microsoft-Gastbetriebssysteme. Für performanteren Windows-Betrieb gibt es spezialisierte Windows-Treiber - vielleicht die Frucht der engen Kooperation mit Microsoft. Insgesamt ist SLES aufgrund der eingeschränkten Tools und des Fehlens mächtiger Werkzeuge für das Management sowie integrierter HA- und Failover-Lösungen eher für kleinere Umgebungen und Single-Server-Setups geeignet.

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