Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 11/2010
393

Images im Store

Ubuntu möchte es dem Administrator einfach machen und bietet im Webinterface auf dem Reiter »Store« eine Reihe fertig vorbereiteter Images zum Download an. Per Klick lädt er diese herunter und legt sie automatisch im UEC-Storage ab. Anschließend kann er sich das Kommando anzeigen lassen, mit dem er das Image als VM startet, zum Beispiel »euca-run-instances -k mykey emi-DFE11073«. Später zeigt »euca-describe-instances« den VM-Status:

uecadmin@uec:~$ euca-describe-instances
RESERVATION r-47FB07CB admin default
INSTANCE i-4A060949 emi-39D4160B 192.168.
10.172 192.168.10.242 running mykey 0
 m1.small 2010-07-23T16:14:21.737Z
 cluster1 eki-AE9517D0 eri-17361927

Jeder Administrator wird aber früher oder später seine eigenen Images erstellen und betreiben wollen. Ein Eucalyptus-Image besteht aus den Komponenten VM-Image (»*.img«), einem Xen-kompatiblen Pärchen aus Kernel und Ramdisk (»xen-kernel[...]vmlinuz*« und »xen-kernel[...]initrd*«) oder einem entsprechenden KVM-kompatiblen Pärchen.

Die in einem Bundle zusammengefassten Bestandteile landen per Upload im Storage (Abbildung 7). Anschließend registriert der Admin das Bundle im Cluster-Controller. Leider muss er diesen Vorgang für jeden Bestandteil (VM-Image, Kernel, Ramdisk) auf der Kommandozeile einzeln durchführen.

Abbildung 7: Die Webadministration der Ubuntu Enterprise Cloud zeigt die Eucalyptus-Verwandtschaft.

Management

Los geht es anschließend endlich mit dem Kommando zum Start:

uecadmin@uec:~$ euca-run-instances -k mykey
 --kernel eki-AE9517D0 --ramdisk
 eri-17361927 emi-39D4160B

Grundsätzlich sind mehrere Wege vorgesehen, um die Dienste und VMs in der Wolke zu verwalten: Der vollständige Funktionsumfang ist (nur) über die Amazon-kompatiblen Euca2ools [17] erreichbar, die Bestandteil des Eucalyptus-Pakets von UEC sind. Ein GUI bietet die Firefox-Extension Elasticfox (Abbildung 8, [18]) oder alternativ deren sehr ähnlicher Fork Hybridfox [19]. Die eigene Cloud lässt sich zudem über Tools von Drittanbietern registrieren und managen: Landscape von Canonical [20] als gehostete oder lokale Edition sowie Right Scale [21].

Abbildung 8: Mit einem GUI, das einer lokalen Anwendung gleicht, verwaltet der UEC-Admin seine Instanzen einer Cloud im Firefox-Browser über das Plugin Elasticfox.

Das Konzept ist faszinierend: Ubuntu liefert mit UEC und Eucalyptus eine vollständige Plattform für Cloud Computing, kostenlos und quelloffen. Der Betrieb erweist sich als stabil und das System lässt sich sehr gut skalieren. Durchaus vorstellbar, dass dieses Modell künftig auch in Unternehmen Schule machen könnte. Als Pluspunkt darf dabei die weitgehende Kompatibilität zu Amazons Produkten EC2/S3 zählen, die eine Migration in beiden Richtung zu einer einfachen Aufgabe macht und damit auch die Zukunftssicherheit fördert.

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