Open Source im professionellen Einsatz

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

Seetxt 0.61


Komfortable Alternative zu Less und Man

Quelle: [http://www.intergate.com/~halfcountplus/see]

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Tkviewman, Tkman

Seetxt stellt einfache Textdateien und Manpages in einer komfortablen Oberfläche dar. Im Gegensatz zu klassischen Betrachtern bietet das Tool Funktionen, um Textpassagen zu markieren oder hervorzuheben. Als praktisch erweist sich auch die Lesezeichen-Funktion. Seetxt zeigt zu jedem Bookmark einen kurzen Textauszug an, sodass der Nutzer die richtige Stelle auch nach Jahren schnell wiederfindet. Lesezeichen und Markierungen speichert das Tool beim Beenden automatisch in der Datei »seedata«. Hier passt der Nutzer gegebenenfalls auch Pfade zu Dateien an, sollten sich diese geändert haben.

Die Suchfunktion ist dagegen eher sparsam. Die gesuchte Zeichenkette übergibt der Anwender beim Programmaufruf als Parameter. Zwar kann er dabei auf reguläre Ausdrücke zurückgreifen, es ist aber nicht möglich, den Suchbegriff zur Laufzeit zu ändern.

*** Anwender finden in Seetxt einen komfortablen Textbetrachter. Funktionen wie Lesezeichen und Markierungen überzeugen, lediglich die Suchoption ist ein wenig unkomfortabel.

Findrepe 0.9.0


Java-Tool zur Dublettensuche

Quelle: [http://freshmeat.net/projects/findrepe]

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Cleansweep, Duplo

Selbst auf gut organisierten Systemen existieren einige Dateien doppelt und dreifach. Findrepe hilft dabei, diese Dubletten aufzuspüren und somit Platz zu sparen. Das Java-Tool arbeitet auf allen gängigen Betriebssystemen. Es reicht, das Zip-Archiv zu entpacken; danach ist die Jar-Datei direkt einsatzbereit.

Beim Aufruf erwartet Findrepe einen Verzeichnisnamen. Von dem ausgehend vergleicht es alle Dateien zuerst anhand ihrer Größe, gefolgt von den MD5- und SHA1-Prüfsummen. Mit Aufrufoptionen schränkt der Nutzer den Suchradius ein. Findrepe bringt eine Reihe vordefinierter Ausschlusskriterien für Versionskontrollsysteme wie RCS, CVS, SVN und Mercurial mit. Darüber hinaus ist es möglich, mit Wildcards und regulären Ausdrücken eigene »exclude«-Parameter zu definieren und gezielt Dateien, Verzeichnisse oder ganze Pfade auszugrenzen.

Gefundene Dubletten listet Findrepe in der Standardausgabe auf. Wer seiner Sache sicher ist, kann das Tool auch anweisen die Duplikate sofort zu löschen.

** Findrepe spürt zuverlässig doppelte Dateien auf. Anwender, die auf mehreren Betriebssystemen unterwegs sind, nehmen das praktische Tool einfach mit und müssen die Bedienung nur einmal erlernen.

Seeks 0.2.4


Meta-Suchmaschine im Eigenbau

Quelle: [http://www.seeks-project.info/site]

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Magellan Metasearch

Wer mit den Ergebnissen großer Suchmaschinen wie Google & Co. nicht zufrieden ist, kann entweder eine der zahlreichen Meta-Crawler-Seiten bemühen oder mit der Proxylösung Seeks eine eigene Meta-Suche implementieren.

Das auf Privoxy beruhende Tool startet mit Benutzerprivilegien und bindet sich standardmäßig auf Port 8118 an das Loopback-Interface. Netzwerk-Einstellungen, Buffer-Limits oder Zugangsberechtigungen für bestimmte Rechner definiert man in der Datei »config«. Die Einrichtung der Meta-Suche findet hingegen in »websearch-config« statt. Hier steht, mit welchen Suchmaschinen Seeks zusammenarbeitet, wie viele Ergebnisse pro Seite auftauchen und ob Javascript in der Suchoberfläche zum Einsatz kommt.

Als Proxy im Browser eingetragen verhält sich Seeks völlig transparent: Der Anwender kann wie gewohnt die Suchmaschine seiner Wahl konsultieren, das Tool sendet die Anfrage aber an alle konfigurierten Dienste. Lästige Werbung entfernt es gleich mit, ein Favicon hinter dem jeweiligen Eintrag zeigt an, aus welcher Quelle die Information stammt.

**** Seeks ist eine gute Alternative für alle, die sich bei der Websuche nicht auf die großen Anbieter allein verlassen wollen. Als Privoxy-Ableger bietet das Tool zahlreiche Filteroptionen.

Ps-Watcher 1.08


Prozessmonitor für die Shell

Quelle: [http://ps-watcher.sourceforge.net]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Ps

Ps-Watcher wertet in frei wählbaren Intervallen die Prozessliste eines Systems aus und führt automatisch vom Anwender festgelegte Aktionen aus, sobald ein bestimmter Schwellenwert überschritten ist. In der Voreinstellung erhält das Perl-Programm seine Informationen vom Ps-Kommando, arbeitet aber auch mit anderen Prozessmonitoren zusammen.

Ps-Watcher protokolliert alle Aktionen und Fehlermeldungen via Syslog, legt aber auf Wunsch auch eigene Logdateien an. Der Nutzer konfiguriert das Tool über eine »ini«-Datei. Globale Einstellungen sind hier nicht vorgesehen. Stattdessen erhält jeder beobachtete Prozess einen eigenen Block, der maximal vier Zeilen lang ist. Am Anfang steht jeweils ein Prozessmuster in eckigen Klammern, mit dem Ps-Watcher die gesuchte Task in der Ps-Ausgabe identifiziert.

Auch ein Aktionsparameter ist enthalten, der festlegt, wie das Tool bei einem Treffer reagiert. Außerdem definiert der Anwender Schwellenwerte und legt fest, wie oft Ps-Watcher auf diesen Prozess reagiert. Da es sich um ein Perl-Programm handelt, kann der Nutzer bei Prozessmustern und Trigger-Definitionen auf reguläre Ausdrücke zurückgreifen.

Für Testzwecke bringt Ps-Watcher die Option »--norun« mit, die dafür sorgt, dass das Programm Aktionen nicht ausführt, sondern nur andeutet. Auf diese Weise können Anwender ihre Einstellungen unter die Lupe nehmen und optimieren, ohne dass Ps-Watcher jedes Mal die Prozessliste aufmischt.

*** Ps-Watcher beobachtet Systemprozesse und bietet viele Einsatzmöglichkeiten - vom automatischen Neustart abgestürzter Dienste bis zum Entfernen Ressourcen-hungriger Prozesse.

Digup 0.6.27


Hash-Prüfsummen für Verzeichnisse

Quelle: [http://idlebox.net/2009/digup]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: MD5, SHA

Digup hilft dem Nutzer beim Anlegen, Aktualisieren oder Löschen von Prüfsummen über ganze Verzeichnisbäume. In der Voreinstellung kommt die SHA1-Funktion zum Einsatz, das Digest Updating Tool unterstützt aber auch MD5, SHA256 und SHA512.

Ohne weitere Parameter aufgerufen startet Digup im interaktiven Modus. Als Erstes sucht das Programm im aktuellen Verzeichnis nach einer Prüfsummendatei aus früheren Durchgängen. Nun berechnet es für alle Files im Verzeichnisbaum die jeweilige Checksumme. Am Schluss zeigt eine kurze Zusammenfassung die Anzahl der verarbeiteten und veränderten Dateien an. Im interaktiven Modus kann der Nutzer nun alle modifizierten Dateien darstellen. Selbst aufgetretene Lesefehler erfasst Digup und blendet sie auf Wunsch ein.

Die Ergebnisse legt Digup über »save« in einer Textdatei im aktuellen Verzeichnis ab. Standardmäßig heißt diese wie die verwendete Hashfunktion und enthält neben Prüfsumme und Pfad auch die Dateigrößen und den Mtime-Wert.

Für den Einsatz in Shellskripten bietet Digup einen Batchmodus. In diesem kann Digup sich auf einzelne Verzeichnisse beschränken oder lediglich veränderte Dateien ausgeben. Optional aktualisiert das Tool die verwendeten Hashdateien bei jedem Durchlauf. Die Manpage hält einige Anregungen für den Betrieb im Batchmodus bereit.

*** Mit Digup versieht der Anwender ganze Verzeichnisbäume mit Hash-Prüfsummen. Das Tool eignet sich daher ideal zur Kontrolle von zurückgespielten Sicherungen oder für die Verteilung von Distributionen sowie Archiven.

Visual Disk Test
5.4.62


Test-Tool für Festplatten mit Ncurses-Interface

Quelle: [http://budtoolshed.sourceforge.net]

Lizenz: GPLv3

Alternativen: keine

Visual Disk Test (VDT) führt Ein- und Ausgabetests auf Dateien, Platten, Partitionen oder logischen Laufwerken durch. Mit Ncurses bereitet das Programm die Informationen gut lesbar auf. Zur späteren Auswertung legt Visual Disk Test darüber hinaus Protokolle und Fehlerberichte mit eindeutigen Zeitstempeln an.

Das Analysetool unterscheidet zwischen den Testgruppen Basic, Compound und Stress. Je nach Kategorie stehen dem Anwender verschiedene Funktionen zur Verfügung, die er mit Adressierungsmustern oder Testregionen kombinieren kann. Zu den Basic-Tests zählen beispielsweise einfache Schreib-/Lese-Operationen. Auch ein Suchtest ist enthalten.

Die Stresstests führen alle Schreib-/Lese-Operationen auf genau einer Datei durch, wobei alle Adressierungsmuster zum Einsatz kommen. Die Palette reicht von »increment« über »decrement« bis hin zu »converging«, »scattering«, »spot« und »random«. Bei den Regionen wählt der Nutzer zwischen »edge«, »head«, »core«, »tail«, »slab« oder »even«.

Das Ncurses-Interface erlaubt keine Interaktion von Seiten der Benutzer und zeigt lediglich den aktuellen Status der Tests an. Am Schluss macht es im Terminal und in den Logfiles Angaben zur Performance, also zu Dauer und Datendurchsatz. Angesichts der Optionsvielfalt ist der erste Einstieg nicht trivial, dafür kann sich die Featureliste sehen lassen.

*** Wer regelmäßig Datenträger auf Herz und Nieren testen muss, findet in Visual Disk Test einen vielseitigen Helfer, der außerdem zuverlässig Protokoll führt. (U. Vollbracht/hej)

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