Obwohl schon einige ältere Geräte mit Android 1.5 wie das HTC Hero über eine Hersteller-Implementierung Multitouch unterstützten, hat Google erst in Android 2.1 (Eclair) die Unterstützung auf Kernel-ebene dafür freigeschaltet. Die meisten neuen, auf der fünfzigsten IFA vorgestellten Tablets sind multitouch-fähig.
Samsung Galaxy Tab
In Halle 20, die vollständig von Samsung gebucht war, herrschte dichtes Gedränge an den Ständen, auf denen die Besucher das bald kommende Galaxy Tab (Abbildung 1) ausprobieren konnten. Das 380 Gramm schwere Tab treibt ein ARM-Prozessor mit 1 GHz Takt aus eigener Herstellung ("Hummingbird") an, der kapazitive 7-Zoll-Multitouch-Widescreen-Bildschirm, der bis zu fünf Finger gleichzeitig erkennt, bietet dank Netbook-Auflösung (1024x600) ordentlich Platz. Besonders stolz ist Samsung darauf, dass sämtliche verbauten Komponenten aus eigenem Hause stammen.
Abbildung 1: Samsungs Galaxy Tab enthält nur Komponenten aus eigenem Hause.
Das mit Android 2.2 gelieferte Gerät unterstützt hardwarebeschleunigtes Flash 10.1 (PowerVR SGX540 Grafikkern) und hat WLAN, GPS sowie zwei Kameras eingebaut zum Fotografieren und Filmen (3 Megapixel, rückwärtig, mit LED-Blitz) beziehungsweise zum Videochaten (1,3 Megapixel, Vorderseite). Mit einem 4000-Milliamperestunden-Akku erreicht es Samsung zufolge eine Standby-Zeit von 1500 Stunden und eine Gesprächzeit von 16,6 Stunden, die auf der IFA ausgestellten Geräte hielten laut Standpersonal mit einer Akkuladung vom Messebeginn um 10 Uhr bis zum späten Nachmittag durch - bei sehr intensiver Benutzung.
Das Gerät spielt wie bei Samsung üblich zahllose populäre Videoformate wie Divx/Xvid oder H.264 in HD bis zur 1080p-Auflösung hardwarebeschleunigt und unterstützt sogar Dolby Digital. Sehr schön: Auch die freien Formate Ogg und Flac sind mit an Bord. Mit einer Größe von 192 x 120 x 12 Millimeter passt es gerade noch bequem in die Hand, unergonomisches Halten am Rand wie etwa beim I-Pad ist nicht nötig. Samsung liefert das Gerät mit 16 GByte Speicher integriert, per Micro-SD lässt sich weiterer Speicher nachrüsten.
Das Galaxy Pad ist auch zum Telefonieren gedacht. Hierbei sieht Samsung mehrere Nutzungsszenarien: Entweder über das beigelegte Kabel- oder per optionalem Bluetooth-Gerät. Es unterstützt auch ausgefallenere Geräte als Headsets, wie etwa einen speziellen Bluetooth-Stylus, der ein Mikrofon integriert hat. Das Gerät ist ab Oktober verfügbar, zum Preis wollte sich Samsung nicht festlegen, man hörte etwas von 800 Euro. Samsung strebt allerdings eine Kooperation mit allen vier deutschen Netzbetreibern an, was das Gerät deutlich verbilligen soll.
Toshiba Folio 100
Ein Tablet namens Folio 100 (Abbildung 2) zeigte Toshiba, mit kapazitivem 10-Zoll-Touchscreen (1024x600), Tegra 250 (Dualcore 1-GHz-ARM mit Geforce-Grafik und GPU-Videobeschleunigung), WLAN, 16-GB-SSD, Android 2.2, USB-Ports und SD-Slot. Das Gerät soll im November verfügbar sein zu einem Preis von etwa 430 Euro, eine mit 530 Euro etwas teurere 3G-Variente folgt Anfang 2011. Toshiba gibt die Akkulaufzeit mit sieben Stunden an. Die Japaner haben extra für den Bildbrowser ein eigenes 3D-Userinterface entworfen, das die 3D-Fähigkeiten des Tegra zur Geltung bringt. Ein recht ähnliches Gerät hat der Hersteller schon aktuell im Handel: Das ARM-Netbook AC-100 für rund 300 Euro, das jedoch keinen Touchscreen besitzt.
Abbildung 2: Das Folio 100 besticht durch gute Grafikleistung und Dualcore-CPU.