Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 10/2010

Bücher über gutes HTML und Linux-Kommandos

Tux liest

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Ein Best-Practice-Buch möchte dem Leser HTML- und CSS-Unarten austreiben. Der zweite Titel stammt vom Bestseller-Autor Michael Kofler und ist stets zur Hand, um Kommandos nachzuschlagen.

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Fast jeder Linuxer hat schon mal ein Skript geschrieben, das als Ausgabe eine HTML-Seite erzeugt. Auch ein wenig CSS-Formatierung ist keine Hexerei.

HTML professionell

Das O\'Reilly-Buch "Das Beste an HTML & CSS" aber zeigt dem Leser, wie er diese Websprachen auf professionellem Niveau, wartbar und zukunftssicher einsetzt. Zum Einstieg gibt es für HTML-Gelegenheitsschreiber ein Repetitorium, das die Grundlagen wiederholt und ihm die Trennung von strukturiertem Inhalt (HTML) und Präsentation (CSS) einbläut.

Routiniers dürfen gleich zu Kapitel 4 springen, wo es zur Sache geht. Dort bricht der Autor Ben Henick eine Lanze für Webstandards wie DOM, ECMA Script und die HTML-Varianten. Wer sich daran hält, verringert den Testaufwand für alle möglichen Browserversionen, macht Webseiten zukunftsfähig und verringert Barrieren.

Was im Detail zu beachten ist, erläutern die folgenden Kapitel des Buchs, angefangen bei der Dokumentenstruktur. Hier gilt es, unnötige Komplexität und Sonderfälle zu vermeiden, Code durch Templates oder Bibliotheken erneut zu verwenden und damit Konsistenz zu schaffen. Gekonnt gewählte Codebeispiele zeigen, wo es unnötig kompliziert wird.

Weitere Abschnitte behandeln CSS-Positionierung inklusive Overflow und Fließverhalten, mehrspaltige Layouts, den sinnvollen Einsatz von Listenelementen sowie wichtige Regeln für Navigationselemente. Außerdem demonstriert das Buch den semantischen Gehalt der HTML-Tags, Schriftarten und -größen, bedienungsfreundliche Formulare sowie Bilder und Multimedia. Bei der Bildbearbeitung setzt der Verfasser leider nur auf Photoshop, bei Multimedia kennt er aber auch Ogg/Theora. Wo sie relevant sind, geht das Buch auch auf die Neuerungen in HTML 5 ein.

Dieser Titel bringt dem Leser weder HTML noch CSS bei, aber es motiviert ihn dazu, auf fachlich höherem Niveau zu arbeiten. Das Best-Practice-Buch sollten sich alle ansehen, die Webseiten nach dem Stand der Technik produzieren möchten.

Info

Ben Henick:

Das Beste an HTML & CSS

O\'Reilly, 2010

360 Seiten

35 Euro

ISBN 978-3-89721-617-4

Nachgeschlagen

Michael Kofler ist als Autor beliebter Titel zum Thema Linux bekannt. Waren es bisher recht umfangreiche Werke, so fällt die "Linux Kommando-Referenz" in typischem Taschenbuchformat vergleichsweise klein aus. Hier geht der Autor nicht auf Linux-Grundlagen, Technik und vieles andere ein. Vielmehr hat sich Kofler ganz und gar auf Kommandozeilenbefehle beschränkt. Nach eigenen Angaben handelt es sich dabei um mehr als 300 der wichtigsten Kommandos.

Linux bietet zwar deutlich mehr, doch alles Weitere darf der Leser direkt am System mittels Man oder Info nachlesen. Wenn aber alles via Onlinehilfen erfahrbar ist, was soll dann dieses Buch? Die Antwort ist simpel: Die Onlinehilfe hilft nur dem, der bereits weiß, wonach er sucht. In Buchform ist es leicht möglich, sich über noch unbekannte Kommandos zu informieren - und das Ganze offline an beliebigen Orten.

Die Erläuterung der Kommandos fällt je nach der Anzahl wichtiger Optionen unterschiedlich aus. Das reicht vom Einzeiler (»clear«, »dirs«, »logname«) bis zu der elfseitigen Beschreibung von Mount. Der Untertitel "Shell-Befehle von a2ps bis zypper" verrät, dass das Buch auch distributionsspezifische Kommandos enthält - neben Zypper auch Apt und Yum. Die meisten der beschriebenen Kommandos sind jedoch auf praktisch allen Linux-Systemen verfügbar.

Jeder Eintrag startet mit einer hervorgehobenen Syntaxangabe des Kommandos wie beispielsweise »file [optionen] datei« oder »find [pfadangabe] [suchoptionen]«. Darauf folgen Beschreibungen des Kommandos sowie wichtiger Optionen und gegebenenfalls ein Beispiel.

Die Kommandos sind entsprechend dem Untertitel des Buchs von A bis Z sortiert. Das Inhaltsverzeichnis dagegen fasst die Kommandos zu logischen Gruppen zusammen wie "Dateien suchen", "Konverter", "Netzwerkfunktionen" und vieles mehr. Innerhalb einer solchen Gruppe folgen die Kommandos mit halbzeiliger Kurzbeschreibung und Seitenangabe. So wird das Buch rasch zu einem nützlichen Helfer, der rundum gut gefällt.

Info

Michael Kofler:

Linux Kommando-Referenz

Addison-Wesley, 2010

170 Seiten

20 Euro

ISBN 978-3-8273-2924-0

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