Adolf Hitler muss weiter bei einer Pflegefamilie bleiben. Wer jetzt meint, er habe zeitgeschichtlich was nicht mitgekriegt, dem sei mitgeteilt: Hitler wohnt seit vier Jahren in den USA. Ein Berufungsgericht im US-Bundesstaat New Jersey hat jetzt entschieden, dass es im Januar 2009 rechtens war, klein Adolf und seine beiden Schwestern "Joycelynn Aryan Nation" und "Honszlynn Hinler Jeannie" ihren leiblichen Eltern wegzunehmen, weil ihnen dort Missbrauch und Vernachlässigung drohten.
Adolf Hitler ist heute vier Jahre alt und mit einem äußerst unpraktischen Namen geschlagen. Seine Familie kam im Dezember 2008 das erste Mal in die Schlagzeilen, als sich ein Supermarkt weigerte, eine Geburtstagstorte mit den Namen der Kinder zu dekorieren. Dass der Junge mal Bürgermeister oder Schlagersänger wird, ist schwer vorstellbar - wer gibt heute schon gern zu, dass ihn der Auftritt von Adolf Hitler zu Tränen gerührt hat? Man braucht keine abgeschlossene Ausbildung zum Hellseher, um zu prognostizieren: Spätestens mit seiner Volljährigkeit wird Adolf H. eine Namensänderung beantragen.
Überhaupt, jeder Erwachsene, findet Google-Chef Eric Schmidt, soll das Recht bekommen, seinen Namen zu ändern. Dem Wall Street Journal gegenüber preist er das Rename-Kommando als die Lösung für Privacy-Probleme im Internet an: Wer in sozialen Netzwerken wie Facebook in seiner Jugend dämliche Kommentare und kompromittierende Fotos hinterlassen hat, die seiner beruflichen und privaten Zukunft abträglich sind, entledigt sich der Situation, indem er sich von seinem bisherigen Namen löst.
Gut, finden wir uns damit ab, dass künftig der Schwanz mit dem Hund wedelt, also nicht die Dienstebetreiber unsere Daten löschen, sondern wir unsere Namen bei den Standesämtern. Nur wie wähle ich meine neue Interimsidentität aus? Vielleicht einen Allerweltsnamen wie "Eric Schmidt"? Besser nicht, denn kommende Namensgoogler erführen, dass ich wohl eine Neigung zu absurden Lösungen von Internetproblemen habe.
Adolf Hitler zumindest würde durch Namensänderung seine Internet-Reputation zügig verbessern. Wenn er keinen Allerweltsnamen wie Schmidt tragen will, dann vielleicht Torvalds - der ist eher selten, wie der Titelstrecke dieses Linux-Magazins zu entnehmen ist, und die Reputation super, was den Erwerb der nächsten Geburtstagstorte vereinfacht.
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