User-Developer
Arch Linux verwischt die Grenze zwischen Entwicklern und reinen Anwendern. Die User müssen bereits zur Installation und Konfiguration einiges Wissen mitbringen, daneben gibt ihnen die Distribution ein Werkzeug in die Hand, um selbst Pakete für Arch Linux zu bauen: das Arch Build System (ABS, [3]).
Ähnlich wie die Ports-Collections der BSD-Derivate verwendet ABS einen Verzeichnisbaum, der für alle Pakete der Distribution Buildskripte, einheitlich PKGBUILD benannt, enthält. Nach den Vorgaben dieses Rezepts lädt das Tool Makepkg den Quelltext-Tarball aus dem Internet herunter, versieht ihn gegebenenfalls mit Patches, übersetzt den Code und erstellt ein Arch-Binärpaket (Abbildung 3). Dies lässt sich mit den üblichen Pacman-Kommandos installieren. Makepkg installiert übrigens automatisch alle zum Build eines Programms benötigten Pakete.
Abbildung 3: Das Arch Build System (ABS) mit dem Tool Makepkg macht das Erstellen eigener Arch-Pakete einfach.
So können Anwender durch angepasste PKGBUILD-Dateien die Pakete mit individuellen Optionen kompilieren, auch den Linux-Kernel. Zudem lässt sich das Verfahren auf jede selbst installierte Software anwenden, die damit unter die Kontrolle von Pacman kommt. Das macht Arch Linux zu einer geeigneten Distribution für alle, die häufig neue Software installieren und Vorabversionen oder Entwickler-Schnappschüsse testen.
Die User-generierten Buildskripte sammelt die Onlineplattform Arch User Repository (AUR), damit allen Benutzern zugute kommt, was der Einzelne gebaut hat [4]. AUR-Pakete installiert der Arch-Anwender allerdings ganz auf eigene Gefahr. Die beliebtesten Softwarepakete werden jedoch von Trusted Users adoptiert, die sie zunächst begutachten und langfristig in der Community-Abteilung des offiziellen Repository pflegen.
Gesellige Anwender
Apropos Community: Die Distribution verfügt über ein ausgewachsenes Webportal mit Foren, Wiki, Paketdatenbank und Bugtracker, die davon zeugen, wie aktiv die Anwendergemeinde ist. Auf Anfragen im IRC-Kanal oder auf den Mailinglisten gibt es rasch Antworten. Daneben gibt es länderspezifische Arch-Communities, auch in Deutschland [5].
Dabei ist Arch Linux keine verfasste Basisdemokratie wie etwa das Debian-Projekt. Wer sich mit seiner Arbeit für die Distribution einbringt und den Respekt der anderen erwirbt, bestimmt den Kurs des Projekts mit. Konflikte? Wer eine andere Ansicht vertrete, könne sie ja in seinen eigenen Arch-Installationen nach Belieben umsetzen, heißt das Motto der Community. Arch-Gründer Judd Vinet drückt es so aus: "Arch Linux ist, was man daraus macht."
| Infos |
|---|
| [1] Arch-Linux-Homepage: [http://www.archlinux.org] [2] Paketmanager Pacman: [http://wiki.archlinux.org/index.php/Pacman] [3] Arch Build System: [http://wiki.archlinux.org/index.php/ABS] [4] Arch User Repository: [http://aur.archlinux.org] [5] Deutsche Arch-Community: [https://www.archlinux.de] |
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