Werkzeuge im Kurztest
Tooltipps
| Downtimed 0.1 |
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| Erfassung von Up- und Downtime Quelle: [http://dist.epipe.com/downtimed] Lizenz: Free BSD Alternativen: keine |
Es ist nicht weiter kompliziert, die Uptime eines Linux-Rechners zu ermitteln. Wer die Downtime ohne externes Monitoring erfassen möchte, sollte sich das Programm Downtimed anschauen. Das Tool läuft als Daemon im Hintergrund und protokolliert jeden Systemabsturz, jeden Shutdown sowie die Up- und Downtime des Rechners. Hierzu legt Downtimed so genannte Timestamp-Dateien in einem frei wählbaren Verzeichnis ab und aktualisiert deren Zeitstempel in regelmäßigen Intervallen - in der Voreinstellung alle fünf Sekunden. Die Informationen über vorangegangene Downtimes übermittelt das Tool an den Syslog-Daemon. Alternativ pflegt Downtimed eine eigene Logdatei.
Downtimed benötigt kaum Systemressourcen und eine aufwändige Konfiguration ist nicht erforderlich. Die Entwickler empfehlen, den praktischen Beobachter direkt in den Bootprozess eines Rechners einzubinden, ein passendes Init-Skript fehlt allerdings. Wer keinen großen Aufwand betreiben möchte, bringt das Programm einfach in der entsprechenden »rc.local«-Datei unter.
** Downtimed überwacht einzelne oder mehrere Rechner. Abhängigkeiten zu anderen Programmen bestehen nicht. Downtimed erfordert auch keinen größeren Konfigurationsaufwand. Version 0.1 ist die erste Release - das Tool hat definitiv Potenzial.
| Cone 0.84 |
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| Textbasierter Mailclient Quelle: [http://www.courier-mta.org/cone] Lizenz: GPLv3 Alternativen: Mutt, Pine
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Wer für die elektronische Post keine Eier legende Wollmilchsau wie Evolution & Co. braucht, sollte sich den textbasierten Mailclient Cone anschauen. Das Tool setzt auf die Curses-Bibliotheken und bietet damit auch auf der Konsole ein annehmbares Benutzerinterface.
Anders als andere Konsolenmailer verwaltet Cone auch mehrere Konten. Die Funktion »single sign-on« ist in diesem Zusammenhang eine echte Erleichterung. Hierbei authentisiert sich der Anwender mit einem Masterpasswort am Client und meldet sich damit in der aktuellen Session gleichzeitig bei allen Zugängen an.
Cone unterstützt IMAP, POP3 und NNTP, und SSL-/TLS- und PGP-/GPG-Verschlüsselung sorgt für sichere Kommunikation. Für die Einrichtung von GPG-Schlüsseln bietet der Textmailer ein eigenes Untermenü, in dem der Anwender neue Keys erstellt, vorhandene nachträglich bearbeitet, signiert oder auch löscht. Dazu greift Cone auf die regulären GPG-Schlüsselringe zu, sodass im Mailclient angelegte Keys auch außerhalb des Programms verfügbar sind. HTML-Mails wandelt Cone selbst ins Textformat um. Für andere Attachments greift der Mailer auf externe Helfer zurück.
**** Cone kann es mit Mutt, Pine und den grafischen Programmen aufnehmen, es bietet jede Menge Bedienkomfort und ein gutes Online-Tutorial.
| HTTP Ripper 1.1.0 |
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| Audio- und Videodateien aus Webseiten extrahieren Quelle: [http://29a.ch/httpripper] Lizenz: GPLv3 Alternativen: Download-Embedded, Cclive
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Der Download eingebetteter Multimedia-Inhalte von Webseiten gestaltet sich mitunter trickreich. Das Python-Programm HTTP Ripper unterstützt den Anwender bei diesem Vorhaben. Es läuft standardmäßig als lokaler Proxy auf Port 8080. Laut Aussage der Entwickler integriert sich HTTP Ripper transparent in den Datenfluss, sodass kein Server den Proxy erkennt oder blockt. Nutzer, die bereits einen anderen Proxyserver verwenden, bleiben allerdings außen vor und können den Ripper nicht einsetzen, denn eine Kaskadierung mit anderen Proxys unterstützt das Tool nicht.
HTTP Ripper startet mit der Link-Erfassung erst dann, wenn der Anwender den »Aufnahme«-Button anklickt. Die Einträge listet das Tool übersichtlich in der GTK-Oberfläche auf, der Nutzer kann nun einen beliebigen Inhalt auswählen und mit dem »Speichern«-Button in eine Datei sichern.
*** HTTP Ripper kommt mit den meisten Webseiten problemlos zurecht. Eine Option zur Kaskadierung mit anderen Proxyservern wäre für künftige Versionen wünschenswert.
| It Sucks 0.4.1 |
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| Komfortabler Java-Webcrawler Quelle: [http://itsucks.sourceforge.net] Lizenz: GPLv2 Alternativen: Web Spider, Wget
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It Sucks durchsucht das WWW und analysiert Webseiten. Der in Java geschriebene Webspider sichert sogar ganze Webauftritte und speichert sie lokal. Das Tool ist plattformunabhängig und damit sowohl unter Linux als auch unter Windows lauffähig, die Java-Version 1.6 und ausreichend RAM vorausgesetzt.
Beim Anlegen eines neuen Jobs definiert der Anwender neben der Start-URL in jedem Fall ein Downloadverzeichnis und einen eindeutigen Namen für die Job-Konfigurationen. Optional ist die Angabe eines Proxyservers, der maximalen Bandbreite und der Wiederholungsversuche, Authentifizierungsdaten und Cookie-Einstellungen. Mit Hilfe eines Regelwerks grenzt der Nutzer die Rekursionstiefe oder die Größe von übertragenen Dateien ein; reguläre Ausdrücke ermöglichen gezieltes Feintuning.
Der Benutzer verwaltet seine Downloadjobs in einer übersichtlichen grafischen Oberfläche. Hier erhöht er auch die Anzahl der Downloads, denn It Sucks führt in der Voreinstellung immer nur einen Job aus. Die Batch-Queue erlaubt die manuelle Änderung der Job-Reihenfolge, um etwa wichtige Downloads vorzuziehen. Außer der grafischen Version von It Sucks ist im Archiv auch eine Variante für die Konsole enthalten. Mit dieser kann der Anwender jedoch lediglich bereits konfigurierte Downloads durchführen.
*** It Sucks ist ein leistungsfähiger Webspider, der mit seiner grafischen Oberfläche die Konfiguration und Durchführung von Downloads erleichtert. Die Einstellungsmöglichkeiten lassen kaum Wünsche offen.
| Edictionary 2.4 |
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| Lexikon für die Konsole Quelle: [http://edictionary.sourceforge.net] Lizenz: GPLv2 Alternativen: Owl Dictionary, Tcl Dictionary
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Online-Wörterbücher gibt es wie Sand am Meer. Besonders die englischen Nachschlagewerke sind zahlreich im Internet vorhanden. Anwender, die nicht dauernd zum Browser greifen möchten, finden in Edictionary einen praktischen Helfer für die Konsole.
Das Perl-Programm ist nach dem Entpacken des Archivs sofort einsatzbereit. Auf Wunsch übergibt der Anwender beim Aufruf mehrere Suchbegriffe. Hat ein Wort verschiedene Bedeutungen, bietet das Programm ein Auswahlmenü an. Ein Aufruf mit der Option »-l« zeigt an, mit welchen Weblexika Edictionary zusammenarbeitet. In der Voreinstellung sind dies das Merriam-Webster Online Dictionary und der zugehörige Thesaurus. Folglich präsentiert Edictionary alle Suchergebnisse auf Englisch und eignet sich daher primär als englisches Nachschlagewerk.
Bei regelmäßiger Verwendung empfiehlt es sich, eine ».edictrc«-Konfigurationsdatei im Homeverzeichnis anzulegen. Hier trägt der Anwender das Standard-Dictionary und optional einen Proxyserver ein, deaktiviert die Vorschlagsfunktion von Edictionary und definiert die Anzahl der Vorschläge.
Nachdem die Edictionary-Entwicklung eine Weile auf Eis gelegen hat, genießt das Tool nun wieder die volle Aufmerksamkeit seines Programmierers. Neben der Linux-Version existiert auch eine für Windows.
** Edictionary ist das Tool der Wahl, wenn es darum geht, Online-Wörterbücher auf der Shell zu befragen. Das Programm eignet sich ebenfalls gut für die Integration in eigene Skripte.
| Goldenpod 0.8.3 |
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| Podcast-Sammlung auf der Shell verwalten Quelle: [http://random.zerodogg.org/goldenpod] Lizenz: GPLv2 Alternativen: Podget, Gpodder, Castget
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Sie informieren, sie unterhalten oder sie unterrichten - Podcasts sind aus dem Netz nicht mehr wegzudenken. Wer viele Podcasts konsumiert, findet im Perl-Programm Goldenpod einen praktischen Verwalter für die Shell.
Goldenpod bringt zwei Konfigurationsdateien mit. Die Datei »podcast.conf« enthält die URLs aller verwalteten Podcasts, in »goldenpod.conf« gibt der Anwender das Downloadverzeichnis für die Audiodateien an. Hier legt er außerdem fest, ob Goldenpod außer Audiofiles auch andere herunterladen soll. In der Voreinstellung überträgt das Tool alles, was es unter der jeweiligen URL antrifft.
Neue Adressen fügt der Anwender über »--add« hinzu, mit »-w« weist er Goldenpod beim nächsten Aufruf an, alle Podcasts als heruntergeladen zu markieren. Auf diese Weise vermeidet er einen Massendownload von großen Casts. Alternativ lädt der Parameter »-f« nur den aktuellen Beitrag herunter und markiert den Rest als bekannt. Welche Dateien Goldenpod bereits heruntergeladen hat, verrät ein Blick in die Logdatei.
Nutzer mit einem tragbaren MP3-Player dürften sich über die Copy-Funktion freuen, welche die letzten vier Audiodateien in ein vorgegebenes Verzeichnis kopiert. Mit der Option »-n« erhöht der Anwender diesen Wert. Last but not least bietet das Tool den Parameter »--remove«, um Podcasts wieder zu entfernen.
**** Podcast-Fans finden in Goldenpod einen praktischen Helfer für die Shell, der auch in Skripten eine gute Figur macht. Den MP3-Player regelmäßig zu betanken wird damit zum Kinderspiel. (U. Vollbracht/hej)
Umfang: 2 Heftseiten
Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)
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