Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 08/2010
© Cathy Yeulet, 123RF.com

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Die besten zehn Eclipse-Plugins

Tooltime

Eclipse ist nicht nur eine IDE, sondern ein Framework für grafische Desktop-Anwendungen. Die Linux-Magazin-Redaktion hat eine bunt gemischte Top-Ten-Parade der freien Eclipse-Plugins gewählt, die zeigt, wie gut dieses Konzept der Eclipse-Entwickler aufgeht.

 

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Beiden großen Java-IDEs, Eclipse und Netbeans, ist die reine Coder-Nische zu eng geworden. Beide drängen hinaus ins Feld der Rich-Client-Plattformen, verstehen sich als gut gefüllte Werkzeugkisten für unterschiedlichste grafische Anwendungen. Mag es einerseits noch fraglich sein, welches der beiden Programme für die Java-Entwicklung besser taugt, so ist es eindeutig: Eclipse hat als Rich-Client-Toolbox die Nase vorn. Früher und konsequenter haben seine Entwickler die Loslösung von den Wurzeln der bloßen Java-IDE betrieben. Lohn dafür ist eine Fülle an Plugins, die Eclipse erweitern oder kreativ zweckentfremden. Der folgende Artikel stellt zehn herausragende Vertreter dieser Gattung vor.

Erwähnenswert ist vorab aber noch die Eclipse Public License (EPL). Sie erleichtert im Vergleich zur GPL bewusst das Ableiten kommerzieller Derivate, ist aber dennoch von der Open Source Initiative und der Free Software Foundation anerkannt. Die meisten Eclipse-Erweiterungen übernehmen sie.

J Javascript Debug Toolkit

In Ajax-Webanwendungen stellt das schon wegen nicht standardkonformer Interpreter fehlerträchtige Javascript oft einen guten Teil der Business-Logik. Für Firefox und den Internet Explorer gibt es zuverlässige Javascript-Debugger. Besonders komfortabel ist die Arbeit mit ihnen jedoch nicht: Der Anwender setzt die Haltepunkte in der Code-Ansicht dann mühsam ohne Syntax-Highlighting und Suchfunktion.

Abhilfe schafft das unter der Artistic License veröffentlichte Javascript Debug Toolkit (Jsdt, [1]) für Eclipse (Abbildung 1). Damit setzt der Entwickler die Breakpoints direkt in der IDE, wo Syntax-Highlighting, Bookmarks und eine Suchfunktion das Zurechtfinden im Code erleichtern. Wie die PHP-Development-Tools nutzt auch das Jsdt-Plugin das gewohnte Eclipse-Debugger-Framework. Ein Cursor markiert die Stelle im Code, bei der der Debugger an einem Breakpoint oder im Einzelschritt-Modus anhält. Neben Variablenwerten zeigt Jsdt den Wert beliebiger Javascript-Ausdrücke. Abbildung 1 zeigt (rechts oben), dass dies sogar funktioniert, wenn die Ausdrücke eine Bibliothek wie Jquery [2] einbinden.

Abbildung 1: Da für das Javascript Debug Toolkit keine Browser-spezifische Erweiterung nötig ist, arbeitet das Entwicklerwerkzeug mit allen Ajax-fähigen Browsern – wenn auch mit Ecken und Kanten.

Fast noch wichtiger als der Komfort ist die breite Browser-Unterstützung von Jsdt: Da es nicht auf einer Erweiterung im Browser basiert, sondern die Javascript-Befehle über einen Ajax-Zwischenschritt übermittelt, funktioniert der Debugger laut seinen Entwicklern in allen Ajax-fähigen Browsern. Explizit sind Internet Explorer, Firefox, Google Chrome, Opera und Safari genannt.

Für die Linux-fähigen Browser hat ein Test für diesen Artikel dies bestätigt. Allerdings trübt es das Bild, dass manchmal nicht alle lokalen Variablen im Unterfenster auftauchten. In einigen Fällen half nur ein Neustart der IDE. Daher Platz 10 für ein Plugin, das für Ajax-Entwickler trotzdem nur schwer verzichtbar ist.

9 Texlipse

Das Outline-Unterfenster in Eclipse zeigt gewöhnlich Klassen sowie deren Methoden und Attribute an. Kreativ wirkt der Einsatz im Texlipse-Plugin [3], bei dem es die Struktur eines Tex-Dokuments wiedergibt (Abbildung 2). Auch Syntax-Highlighting und die Code-Vervollständigung lassen sich nicht nur für Programm-, sondern auch für Tex-Code nutzen, wie dieses Plugin beweist. Das Ein- und Ausblenden von Codeblöcken funktioniert ebenfalls wie in Eclipse gewohnt.

Abbildung 2: Auch dafür ist die Eclipse-Workbench gut: Mit Texlipse entsteht in Eclipse kein Programm-, sondern Tex-Code. Mit an Bord sind ein simpler Tabelleneditor und eine Fußnotenverwaltung.

Texlipse definiert eine Perspektive, die außer dem Dateibrowser die schon erwähnte Outline-Ansicht, den Texteditor und einen einfachen Tabelleneditor enthält. Der fällt allerdings rudimentär aus: Der Anwender muss die grafisch erstellten Tabellenzeilen und -spalten per Zwischenablage zwischen die »begin«- und »end«-Tags im Texteditor kopieren. Immerhin lassen sich neue Spalten einfügen. Im reinem Texteditor gerät dies bei größeren Tabellen jedoch zur Sisyphusarbeit. Umständlich bleibt es leider auch in Texlipse: Es gelingt nur über den Umweg, die Tabelle um 90 Grad zu drehen und dann an der gewünschten Stelle eine neue Zeile einzufügen.

Außer Tabellenzellen und -zeilen verwaltet das Plugin noch Bibtext-Referenzen. Ist eine Bibtext-Datei in das Projekt eingebunden, ergänzt die Code-Vervollständigung nach einem »cite«-Tag die Namen der dort enthaltenen Zitate. Dies gilt auch für das »label«-Kommando.

Der Texteditor bietet neben einer Code-Vervollständigung auch eine Rechtschreibprüfung und eine Symboltabelle, die den Code für griechische Buchstaben, Pfeile, Klammern, mathematische Operatoren und Akzentzeichen einfügt. [Strg]+[I] sorgt für sinnvolles Einrücken des Code.

Die aktuelle Version 1.4 des Plugins enthält eine Rechtschreibprüfung und eine Template-Funktion. Einen Check auf fehlende »ref«- oder »cite«-Verweise führt Texlipse gleich beim Tippen durch. Als Bonus gibt es einen Wortzähler. Der Aufruf der Tex-Buildchain, zum Beispiel zum Erzeugen eines PDF, reduziert sich in Texlipse auf einen Mausklick. Auch einen Vorschaubetrachter kann der Anwender auswählen.

Texlipse bietet noch Raum für Verbesserungen - insbesondere was den einfach gestrickten Tabelleneditor angeht. Die Eclipse-Workbench mit ihren vielfältigen Features von Autocomplete bis zur Versionsverwaltung für Tex-Code nutzbar zu machen hat Potenzial.

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