Open Source im professionellen Einsatz

Testlauf mit Telnet

Ob der mit »sudo minimail start« gestartete Mailserver tatsächlich funktioniert, findet der Telnet-Aufruf aus Abbildung 2 auf »localhost« und Port 25 heraus. Ist der Tunnel des Daemon ordnungsgemäß heruntergefahren, verzögert Minimail die Antwort um etwa 1, 2 Sekunden, bis der Mailserver des Providers antwortet und stellt dann durch (Abbildung 3).

Abbildung 2: Sobald eine Mail zu verschicken ist, muss Minimail bei der ersten Anfrage den Tunnel zunächst öffnen ...

Abbildung 2: Sobald eine Mail zu verschicken ist, muss Minimail bei der ersten Anfrage den Tunnel zunächst öffnen ...

Abbildung 3: ... und nach etwa 1 bis 2 Sekunden antwortet dann der SMTP-Server am anderen Ende des Tunnels ...

Abbildung 3: ... und nach etwa 1 bis 2 Sekunden antwortet dann der SMTP-Server am anderen Ende des Tunnels ...

Abbildung 4: ... mit dem der Client ganz normal SMTP-Kommandos austauscht. Der Server glaubt, dass er mit einem lokalen Partner spricht.

Abbildung 4: ... mit dem der Client ganz normal SMTP-Kommandos austauscht. Der Server glaubt, dass er mit einem lokalen Partner spricht.

Wer ein paar Sätze SMTP spricht, kann damit gleich (selbstverständlich nur zu Testzwecken) allerhand Schabernack treiben (Abbildung 4). In der Logdatei »/var/log/minimail.log« protokolliert der Daemon mit, was gerade geschieht (Abbildung 5). Aus Datenschutzgründen unterlässt er das Mitschneiden der Mailheader oder -texte.

Abbildung 5: In der Logdatei protokolliert der Daemon die wichtigsten Ereignisse.

Abbildung 5: In der Logdatei protokolliert der Daemon die wichtigsten Ereignisse.

Das Telnet-Kommando bleibt übrigens stecken, falls der Server die Verbindung nicht irgendwann abbricht. Die Tastenkombination [Ctrl]+[]] hilft aus der Bredouille, indem sie »telnet« in eine Shell fallen lässt, aus der dann das Kommando »q« herausführt.

Stromausfall kommt bestimmt

Um den Minimail-Server schon beim Booten hochzufahren, ist die Zeile

SUDO_USER=mschilli /path/to/minimail

unter Ubuntu in eine eventuell neu anzulegende Datei »/etc/init.d/minimail« einzuspeisen, diese ist mit »chmod +x« ausführbar zu machen und anschließend

sudo update-rc.d minimail defaults 80

aufzurufen, damit Ubuntu das Skript in den Bootvorgang einhängt. Kommt dann der Strom wieder, fährt der Mailserver automatisch hoch und ein vorher aufgesetztes Nagios-Plugin meldet dem erfreuten Besitzer per E-Mail die überstandene Katastrophe. (jcb)

Infos

[1] Listings zu diesem Artikel: [ftp://www.linux-magazin.de/pub/listings/magazin/2010/07/Perl]

[2] Privilegien abgeben, aber richtig: [http://perlmonks.com/?node_id=833950]

Der Autor

Michael Schilli arbeitet als Software-Engineer bei Yahoo in Sunnyvale, Kalifornien. Er hat die Bücher "Goto Perl 5" (deutsch) und "Perl Power" (englisch) für Addison-Wesley geschrieben und ist unter [mschilli@perlmeister.com] zu erreichen.

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