Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 06/2010
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Image-Update

Standardmäßig liefert der Hersteller Qi-Hardware das Gerät mit einem von ihm modifizierten Open-WRT-Image aus. Von Zeit zu Zeit stellt das Unternehmen auch aktualisierte Images bereit [3]. Sie enthalten in der Regel Verbesserungen für die Hardware-Unterstützung und aktualisierte Software. Für ein Update des Geräts sind auf dem PC die Xburst-Tools [4] und das Shellskript »reflash-ben.sh« [5] zu installieren.

Für das Firmware-Update entnimmt man den Akku aus dem Nanonote und schließt das Gerät mit dem mitgelieferten USB-Kabel an einen Rechner an. Der Anschluss des USB-Kabels sollte für diesen Zweck direkt und nicht über einen Hub oder dergleichen erfolgen, sonst kann es zu schwer nachvollziehbaren Fehlern kommen.

Gleichzeitiges Gedrückthalten des Einschaltknopfs und der Taste [U] für mindestens 4 Sekunden versetzt das Gerät in den USB-Bootmodus. Durch diesen Griff kann man sich übrigens das in anderen Anleitungen beschriebene Kurzschließen der USB-Bootpins im Batteriefach (Abbildung 2) sparen. Das LCD-Display bleibt in dieser Stufe noch schwarz.

Nun ruft der Benutzer auf dem Linux-PC das Skript »reflash_ben.sh« mit Root-Rechten auf. Das Skript sollte jetzt Fortschrittsmeldungen über das Booten und Beschreiben des Flashspeichers ausgeben. Danach darf man das Kabel abziehen. Das nächste Gedrückthalten des Einschaltknopfs sollte das Gerät wieder zum Booten bewegen. Leider muss der Nanonote-Besitzer nach einem solchen Update die oben beschriebe Netzwerkkonfiguration erneut vornehmen.

Listing 2: Benötigte
Pakete

build-essential binutils flex bison autoconfgettext texinfo  sharutils subversionlibncurses5-dev ncurses-term zlib1g-dev

Selbst gebaut

Wem die von Qi-Hardware angebotenen Images nicht zusagen oder wer wissen möchte, wo der Hersteller noch trickst, der kann selbst ein Image erstellen. Das ermöglicht eigene Modifikationen nach Wunsch. Zunächst sind einige Pakete auf dem PC zu installieren, unter Debian entsprechen die Paketnamen Listing 2. Das folgende Kommando holt die neueste Open-WRT-Release namens Backfire aus dem Subversion-Repository:

svn co svn://svn.openwrt.org/openwrt/branches/backfire ~/backfire

Ebenso ist eine Anpassung der Datei »~/backfire/feeds.conf.default« erforderlich. Sie sollte die Einträge aus Listing 3 enthalten. Damit sind die Feeds »qipackages« und »desktop« hinzugefügt. Pakete, die Qi-Hardware extra bereitstellt, sind nach dem Checkout des Feed verfügbar. Dazu sind folgende Kommandos notwendig:

~/backfire/scripts/feeds update -a
~/backfire/scripts/feeds install -a

Die Basiskonfiguration (Software, Kernelmodule und Architektur) für das eigene Image lässt sich einfach vom Hersteller übernehmen:

wget "http://downloads.qi-hardware.com/software/images/Ben_NanoNote_2GB_NAND/latest/config" -O ~/backfire/.config

Nun kann die Buildchain mit ihrer Arbeit beginnen. Das Kommando »make IGNORE_ERRORS=m V=99« stößt den Build an. Das fertige Image und die Pakete sind anschließend unter »bin/xburst« zu finden. Wer dieses Verzeichnis über HTTP freigibt, muss nur noch im Skript »reflash_ben.sh« die neue Adresse eintragen. Zum Hinzufügen oder Verändern weiterer Module sind die Kommandos »make menuconfig« und »make kernel_menuconfig« gedacht.

Listing 3:
»feeds.conf.default«

01 src-svn packages svn://svn.openwrt.org/openwrt/packages
02 src-svn xwrt http://x-wrt.googlecode.com/svn/branches/backfire_10.03/package
03 src-svn luci http://svn.luci.subsignal.org/luci/tags/0.9.0/contrib/package
04 src-git qipackages git://projects.qi-hardware.com/openwrt-packages.git
05 src-svn desktop svn://svn.openwrt.org/openwrt/feeds/desktop

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