Open Source im professionellen Einsatz

Bugfix von außen

Einer gilt als Low-Level-Hack und ist unter der Bezeichnung "Video AR Fix" im späteren Betrieb weniger elegant als das Komplettpaket, lässt sich aber - nahezu sicher - wieder rückgängig machen. Der Fix löst nur ein Problem der Samsung-Geräte, wenn auch ein unangenehmes: Schließt man via USB ein Speichermedium mit zuvor geripptem Filmmaterial an, stellt die Glotze das Material unter Umständen im falschen Format dar.

Abbildung 2: Zubehör: Die gepatchte Content Library des Geräts zeigt die neuen Funktionen des Fernsehers an.

Abbildung 2: Zubehör: Die gepatchte Content Library des Geräts zeigt die neuen Funktionen des Fernsehers an.

Das hängt - so wird vermutet - mit dem Seitenverhältnis der Pixel zusammen und der Unfähigkeit des werkseitig integrierten Mediaplayers, ein Resizing vorzunehmen. Es verdirbt den Filmgenuss durch verzerrte Darstellung selbst jenen, die bereit wären, ein schmaleres Fenster im 4:3-Format mit schwarzen Balken rechts und links zu akzeptieren.

Der Fix landet, auf einen USB-Stick kopiert, über ein Schlupfloch im Gerät, das Samsung im Menü für Spiele offen gelassen hat. Er streckt die Videos aufs richtige Format, das die mit 16:9 und Full-HD-Inhalten kompatiblen Fernseher grundsätzlich beherrschen. Der Nachteil: Wer einen für den Mediaplayer des Geräts falsch formatierten Film abspielen will, muss den Fix jedes Mal aufs Neue nach einem Marsch durch das Menü starten. Dem für den Video-AR-Fix verantwortlichen Programmierer hat das aber offensichtlich gereicht, seit der Veröffentlichung der Version 2 hat er Samy GO stillschweigend verlassen, so der Projektgründer. Die Früchte des Video-AR-Fix ernten allerdings auch die Nutzer der alternativen Firmware.

Kür für Unerschrockene

Das Meisterstück ist der große Firmware-Hack selbst, für den es ein Wiki gibt und der diverse Vorarbeiten braucht (Abbildung 2). Herausfinden, um welches TV-Modell es sich handelt, ist die erste - das Typenschild an der Seite gibt Aufschluss. Der erste Teil-Hack findet am PC statt und setzt den Download einer Original-Firmware von Samsung voraus, die jünger ist als die von Februar 2010. Eine Python-Installation gilt ebenfalls als Voraussetzung. Handelt es sich um ein CI+-Modell, ist das RSA-Disabler-Tool nötig, um später das Flashen der Firmware zu ermöglich. Der Samy-GO-Firmware-Patcher in der jüngsten Version ist ein weiteres Requisit.

Nun gilt es, die Original-Firmware in ein Verzeichnis wie »./T-CHL7DEUC« zu extrahieren und ins selbe Verzeichnis auch den Firmware-Patcher - sprich die darin enthaltene »SamyGO.py« - zu kopieren. Über die Shell führt dann »python ./T-CHL7DEUC« das Skript aus. Ein Dialog leitet den Nutzer durch die Optionen. Ist das Patchen erfolgreich, kopiert er das Verzeichnis »T-CHL7DEUC« auf einen USB-Stick. Bei CI+-Modellen muss das RSA-Disabler-Utility auf den Stick, der dann an den Fernseher angestöpselt wird.

F Abbildung 3: Erdem U. Altinyurt gründete das „Samy GO“-Projekt und hat weitere Pläne damit.

F Abbildung 3: Erdem U. Altinyurt gründete das „Samy GO“-Projekt und hat weitere Pläne damit.

Bei CI+-Modellen geht es vorab ins Menü »Content Library/USB/Game«, um den RSA Disabler auszuführen. Für alle gilt dann, über das interne Update-Menü die Firmware einzuspielen und auf ein erfolgreiches Gelingen zu hoffen. Die Chance, ein schiefgelaufenes Update rückgängig zu machen, bietet der Aufruf des Debug-Menüs in den Service-Einstellungen des Geräts (Abbildung 4). Der Reflash erfordert aber ein Exlink-Kabel.

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