Open Source im professionellen Einsatz

Verbindungen herstellen

Bevor Anwender den Finder benutzen, treffen sie eine Vorauswahl möglicher JTAG-Pins. Trotz fehlender Standards haben sich einige Belegungen in den letzten Jahren durchgesetzt, die fleißige Entwickler zusammengetragen haben [5]. Bei zweireihigen Stiftleisten enthält eine der Reihen üblicherweise mehrere Masseverbindungen (GND). Sie dienen dazu, Störungen auf den Signalleitungen zu reduzieren. Mit einem Durchgangsprüfer lassen sich die GND-Verbindungen einfach identifizieren. Anwender verbinden mindestens eine der GND-Leitungen mit dem JTAG-Adapter.

Die meisten JTAG-Stecker verfügen über einen zusätzlichen Pin namens Vref oder Vsupply. Dieser stellt die Versorgungs-, beziehungsweise Referenzspannung für den JTAG-Adapter bereit. Über diesen Pin passt der JTAG-Adapter die Spannung für die Signalleitungen an die des Zielsystems an. Dies ist erforderlich, da es Mikrocontroller mit unterschiedlichen Versorgungsspannungen gibt. Üblich sind 1,2 Volt bis 3,3 Volt. Eine zu hohe Spannung an den JTAG-Anschlüssen kann zumindest die JTAG-Schnittstelle des Mikrocontrollers irreversibel beschädigen.

Vorsichtig stöbern

Um Störungen auf den JTAG-Anschlüssen zu vermeiden, solange kein Adapter angeschlossen ist, befinden sich an den Signalleitungen oft Pullup-Widerstände mit Werten zwischen 1 und 100 Kiloohm. Sie verbinden die Signalleitungen mit Vref beziehungsweise Vsupply, wodurch an den Leitungen ohne Programmieradapter eine Eins anliegt. Die Widerstände finden sich oft in der Nähe der Stiftleisten und sind mit einem Messgerät oder gar mit bloßem Auge zu erkennen.

Dann grenzen erfahrene Anwender die möglichen JTAG-Belegungen auch ohne JTAG-Finder ein und probieren die Belegungen manuell durch. Zum Testen benutzen sie einen gängigen JTAG-Adapter. Er sollte jedoch nicht direkt mit dem Zielsystem verbunden werden, da es sonst bei einer falschen Kontaktbelegung ebenfalls zu irreparablen Defekten am Gerät oder dem Adapter kommt.

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