"Eine Wolke wird nicht gekauft, sondern gebaut." sagt Songnian Zhou, CEO des Cloud-Dienstleisters Platform Computing [1]. Mit dem leicht schiefen Bild Und damit hat er wahrscheinlich mehr Recht, als seiner Firma lieb sein kann. Für viele Admins ist die Cloud ohnehin nur das Marketing-Buzzword, das mehr und mehr Technologien aufsaugt, die seit gefühlten Jahrzehnten zum Standardrepertoire der IT-Admins gehören. Nicht wirklich viel Neues, meinen sie: Cloud Computing sei definitiv kein technischer, sondern ein Business-Trend.
Hybride Zukunft
Auch wenn sich die Zahlen von IDC [2], Gartner [3] und Accenture [4] unterscheiden, in einem sind sich alle einig: Keiner glaubt mehr an die eine, weltumspannende Cloud, die Analysten raten zur Hybrid-Wolke mit starkem privaten, internen Anteil. Eine Ausnahme könnten Branchenlösungen sein, bei denen sich die Anforderungen ähneln, zum Beispiel in Form einer Health Care Cloud. Forrester Research [5] nennt die Wolke einen "Pool abstrakter, skalierbarer, managebarer Infrastruktur, die für den Enduser Applikationen hostet." Dem fehle nur noch ein Software-Layer, der die Ressourcen verwaltet und via automatisiertem Provisioning virtuelle Hardware und Systeme hinzufügt, ganz so wie das VMwares Vcloud macht. Ein modernes Cloud-Management sollte deshalb mindestens vier Features bringen:
- Dynamische Ressourcenverwaltung,
-
eine Admin-Oberfläche mit Selfservice-Portal für den
Enduser,
- eine transparente Softwarebasis,
-
Logging, Abrechnung und Auswertung für die
Geschäftsleitung (Auditing, Billing, Reporting).
Schon in wenigen Jahren herrsche vielen Analysten zufolge überall die Elastic IT, die "Elastic Business-responsive Engine". Die Serverkosten verschieben sich vollständig von der Investition zu Betriebskosten, die Wertschöpfungskette von einer Factory- zur Supply-Chain. In der öffentlichen Wolke kommt ein externer Service Provider wie Amazon ins Spiel und rechnet benutzte Ressourcen ab.
Der Vorteil fürs Unternehmen scheint klar: Es spart Investitionen, niemand braucht sich um die Hardware zu kümmern und ein Serverausfall ist zumindest theoretisch nur das Problem des Dienstleisters. Wer den Marketingexperten glaubt, weiß dann auch, dass CIO (ehemals Chief Information Officer, Leiter der IT) zur Abkürzung für "Career is Over" mutiert. Aber auch hier liegt die Sache nicht ganz so einfach, wie es sich die Strategen aus den Sales Departments das ausmalen. Gerade bei komplexen Angeboten wie Amazons Webservice ist immer noch einiges Know-how gefragt, um die Systeme anzupassen.
Der Amazonas
Die Registrierung für die Amazon Web Services (AWS, [6]) macht einen sicheren, aber umständlichen Eindruck: Wer sich beim Marktführer eine Wolke aufbauen will, muss mehrere Schritte durchlaufen. Am Anfang braucht er einen ganz normalen Account beim Onlinehändler. Der hilft bei der Identifizierung für das Konto bei den AWS.
Ins Webformular gibt der Bewerber seine Kreditkartendaten ein, per E-Mail kommt der Link auf eine Webseite, wo er einen vierstelligen Zahlencode erhält. Diesen gibt er bei dem sogleich erfolgenden Anruf von Amazon ein und bestätigt. Zurück per Mail gibts jetzt den Link zu den Access-Verifiern, die aus drei Teilen bestehen: Einem Account-Namen, einem AWS-Accesskey und einem AWS-Secret- Accesskey.