Open Source im professionellen Einsatz

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

 

Lzip 1.9


Verlustfreie Datenkompression

Quelle: [http://www.nongnu.org/lzip/lzip.html]

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Gzip, Bzip2, P7zip

Um Daten zu schrumpfen, greifen Linux-Anwender in der Regel zum Tool Gzip, das zwar sehr schnell, aber nicht sehr effizient komprimiert. Soll es etwas kompakter sein, steht als Alternative Bzip2 bereit, das Dateien besser schrumpft, aber auch langsamer als Gzip arbeitet. Lzip basiert auf dem Lempel-Ziv-Markow-Algorithmus (LZMA) und tritt an, das Beste beider Welten zu vereinen. Der Algorithmus benötigt beim Komprimieren zwar relativ viele Ressourcen, kommt aber beim Auspacken mit einem Bruchteil der Leistung aus.

Genau wie die beiden Artgenossen erstellt Lzip keine Archive, sondern benötigt dazu ein externes Programm wie Tar. Mit Lzip komprimierte Dateien erhalten die Endung ».lz«; die Originaldatei überschreibt das Tool nicht. Auch sonst ähneln sich die Programme: Lzip verwendet viele Parameter, die der Anwender bereits von Gzip und Bzip2 her kennt.

So definiert ein numerischer Wert zwischen 1 und 9 den Kompressionslevel, und auch »--stdout«, »--decompress« und »--test« sind bei Lzip verfügbar. Letztere Option dient zur Kontrolle der Integrität komprimierter Dateien. Das Paket enthält ebenfalls das Tool Lziprecover zur Wiederherstellung beschädigter Dateien.

*** Lzip tritt als Gzip-/Bzip2-Alternative an. Dank vieler gleichlautender Parameter ist die Einarbeitungszeit gering, auch Tar arbeitet gerne mit dem Komprimierungstool zusammen.

Lighttpd 1.4.26


Schneller, Ressourcen-schonender Webserver

Quelle: [http://www.lighttpd.net]

Lizenz: BSD

Alternativen: Apache, Xshttpd

Lighttpd eignet sich hervorragend für den Einsatz in kleinen Netzwerken, auf älterer Hardware oder auf Embedded-Systemen. Die Kommunikation verläuft asynchron, sodass der Server mehrere Anfragen in einem einzigen Prozess bearbeitet. Das fällt vor allem beim gleichzeitigen Zugriff auf große Dateien ins Gewicht und belastet CPU und Arbeitsspeicher weniger als das Multiprozess-Design von Apache.

Im Lieferumfang sind über 30 Module enthalten, die den Server mit Eigenschaften wie Alias-, CGI-, Compress-, Proxy-, Rewrite-, Vhost- oder Webdav-Unterstützung ausstatten. Welche Module Lighttpd lädt, gibt der Anwender in der Konfigurationsdatei an. Deren Aufbau erinnert an die Apache-Einrichtungsdatei und enthält neben Angaben zu Port und Document-Root auch Einträge zu den Logdateien oder zum verwendeten Zeichensatz.

Sicherheit schreibt Lighttpd groß und setzt daher auf eine Chroot-Umgebung. Sofort nach dem Start wechselt das Programm zu einem unprivilegierten Benutzerkonto, das der Anwender in der Konfiguration selbst definiert. Zur weiteren Absicherung unterstützt der Server außerdem SSL - vorausgesetzt der Anwender hat dies beim Kompilieren angegeben.

**** Der freie Webserver Lighttpd ist eine praktische Alternative, wenn Apache & Co. zu Ressourcen-hungrig sind.

Nocc 1.8.2


PHP-Webmail-Client mit Zugriff auf IMAP- und POP3-Konten

Quelle: [http://nocc.sourceforge.net]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Open Webmail, Squirrelmail

Wer das Webmail-Interface des Providers nicht mag oder nach einer unabhängigen Lösung sucht, für den ist Nocc genau richtig. Das PHP-Tool unterstützt sowohl das IMAP4- als auch das POP3-Protokoll und wickelt den Mail-Versand und -Empfang via SMTP ab. Anders als einige andere Webmailer benötigt Nocc keine Datenbank mit Benutzernamen und Passwörtern im Hintergrund und überlässt die Authentifizierung dem jeweiligen Mailserver. Nocc ist flexibel und bietet für den Einsatz in größeren Umgebungen LDAP-Unterstützung.

Die Einrichtung erfolgt über die Datei »config.php«. Jeder Mailserver hat einen eigenen Konfigurationsblock. Der enthält unter anderem den Domainnamen und die Adresse der POP3- oder IMAP-Server samt Port und Verschlüsselungsverfahren. Auch kann der Nutzer für jede Domain einen eigenen SMTP-Server samt Autorisierungsverfahren festlegen. Alternativ unterstützt Nocc auch die Angabe eines Standard-SMTP-Servers.

Definiert der Anwender in der Einrichtungsdatei ein »prefs«-Verzeichnis, können Nocc-Nutzer eigene Anpassungen an ihrem Profil vornehmen und festlegen, wie viele Nachrichten pro Seite sie sehen, wie Zitate eingefärbt sind und welche Signatur unter den Mails erscheint. Zum Verfassen von elektronischer Post liefert der Webmailer einen eigenen Editor namens FCK Editor aus.

**** Nocc ist unkompliziert einzurichten und läuft dank der Implementation in PHP auf den meisten Hosting-Plattformen. Da das Tool über keinerlei Benutzerverwaltung verfügt, fällt kein administrativer Aufwand an.

Secpanel 0.6


Verwaltungsoberfläche für SSH

Quelle: [http://secpanel.net]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: SSH, PAC

Secpanel unterstützt den Anwender bei der Verwaltung von SSH- und SCP-Verbindungen. Für jeden Remote-Rechner erstellt Secpanel ein individuelles Profil, das neben der Rechneradresse und den Benutzerdaten auch Angaben zur Verbindung selbst enthält. Das in Tcl/Tk geschrieben Tool arbeitet wahlweise mit der kommerziellen SSH-Variante oder den Open-SSH-Programmen. In der Voreinstellung verwendet Secpanel das SSH2-Protokoll und setzt auf IPv4, unterstützt aber auch SSH1 und IPv6.

Nach dem Anlegen des Profils für den entfernten Rechner erfolgt der Verbindungsaufbau per Mausklick auf den jeweiligen Eintrag. Nach einer erfolgreichen Authentisierung über einen Passwortdialog kann der Anwender im Terminal seiner Wahl interaktiv auf dem Remote-System arbeiten.

Secpanel handhabt zusätzlich den Dateitransfer via SFTP. Dabei greift das Tool normalerweise auf Filezilla als FTP-Client zurück, arbeitet aber auch mit Nautilus oder Konqueror zusammen. Zusätzlichen Komfort verschafft die integrierte Schlüsselverwaltung. Hierzu zählt nicht nur die Pflege der einzelnen Hostkeys, sondern auch das Erstellen und Verteilen neuer öffentlicher SSH-Schlüssel an die Remote-Systeme. Selbst an den Zugriff auf den SSH-Agenten aus Secpanel heraus haben die Entwickler gedacht.

*** Wer oft mit SSH auf entfernte Rechner zugreift, findet in Secpanel ein leistungsfähiges Programm zur Verwaltung der SSH-Verbindungen. Die individuell konfigurierbaren Rechnerprofile beschleunigen den Arbeitsablauf.

Sysstat 9.1.1


System-Ressourcen im Auge behalten

Quelle: [http://pagesperso-orange.fr/sebastien.godard]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Collectd

Sysstat enthält acht Kommandozeilentools, die dem Admin einen schnellen Überblick über die Leistungsfähigkeit des Systems verschaffen. Dazu greifen die Werkzeuge auf Daten zu, die der Linux-Kernel ihnen liefert. Mit »iostat«, »mpstat«, »pidstat« und »sar« fragt der Admin interaktiv die Systemlast ab. Das zuletzt genannte Tool ermittelt je nach eingesetztem Parameter die aktuellen I/O-Aktivitäten, die CPU- und Speicherausnutzung oder verrät mehr über Netzwerk-Interfaces.

Der Administrator muss bei jedem Aufruf ein Beobachtungsintervall angeben. Benötigt er lediglich die Ein-/Ausgabedaten, greift er stattdessen zu dem Programm »iostat«, und »mpstat« kümmert sich ums Erfassen der Systemlast durch einen bestimmten Prozess.

Das Sysstat-Paket enthält außerdem die Programme »sa1«, »sa2« und »sadc«, die im Hintergrund Daten sammeln. Die ermittelten Werte schreiben die Tools in die Datei »/var/log/sysstat/sadd«. Zusätzlich ist »sadf« mit an Bord, das die erfassten Daten zur Auswertung als CSV- oder XML-Datei aufbereitet.

Sysstat ist Bestandteil der meisten Distributionen. Da aber alle zwei bis drei Monate eine neue Version erscheint, die Fehler beseitigt und neue Features bietet, lohnt sich das Kompilieren aus den Quellen.

***** Sysstat verrät dem Admin, was auf seinem System gerade passiert. Wer die Rechnerlast im Auge behalten möchte, ohne dabei auf Highend-Lösungen wie Nagios zurückzugreifen, für den sind die Sysstat-Tools das Mittel der Wahl.

Cdu 0.34


DU-Ausgabe farblich aufbereiten

Quelle: [http://arsunik.free.fr/prog/cdu.html]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Du, Ncdu

Das Perl-Skript Cdu färbt die Ausgabe von DU ein. Das Tool kennt sämtliche Aufrufparameter von DU, bringt aber auch eigene mit. Mit diesen beeinflusst der Anwender unter anderem die Farbgebung oder die Sortierreihenfolge der Ausgabe. Die Option »-d« sorgt dafür, dass Cdu die »du«-Parameter »bDhklLmx« versteht. Zusätzlich steht für Cdu die Option »-n« zur Verfügung, die das Tool auffordert, wie DU selbst zu arbeiten. Um also den Befehl »du -h« abzusetzen, tippt der Anwender »cdu -ndh«.

Cdu stellt jede Zeile in einer anderen Farbe dar und zeichnet zur besseren Übersicht zusätzlich einen Füllstandsbalken. Große Dateien oder Verzeichnisse fallen auf diese Weise sofort auf. Da nur sechs Töne zur Verfügung stehen, wiederholt sich die Farbanordnung bei längeren Listen. Wer Dateien oder Verzeichnisse mit ähnlichem Füllstand einheitlich anzeigen möchte, greift zur Option »-i«.

Erscheint die Cdu-Anzeige zu bunt, schaltet der Anwender die Farbgebung über »-b« temporär ab, ohne auf die restlichen Sortier- und Anzeigeoptionen verzichten zu müssen.

*** Dank Cdu erkennt der Benutzer sofort, welche Daten den Plattenplatz dezimieren. Zahlreiche Parameter zur Einfärbung und Sortierung erleichtern die Auswertung der Daten.(U. Vollbracht/hej)

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