Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 05/2010
© Imaginis, Fotolia.com

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Management-Tools für die Private Cloud

Selbst gemachte Wolken

Wozu für einen externen Service bezahlen, wenn die Server im eigenen Unternehmen genug Ressourcen für eine Cloud haben? Das Linux-Magazin untersucht Werkzeuge, die für private Wolken taugen.

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Private Clouds sind technisch meist mit Virtualisierung identisch. So nimmt es nicht Wunder, dass VMware hier ordentlich vorlegt: Unter der Vsphere [1] läuft in der Regel eine zwei- oder dreistellige Anzahl von Serverinstanzen, per Mausklick verwaltet in einer schicken GUI (Abbildung 1). Auch die kommerzielle Konkurrenz aus dem Linux-Lager schläft nicht. Citrix, der Eigentümer von Xensource [2], und Red Hat mit der Enterprise Virtualisierung RHEV [3] verwalten virtuelle Maschinen in einer Java- oder Web-GUI. Unter den Open-Source-Projekten sind Eucalyptus und Open Nebula die vielversprechendsten freien Tools.

VMware Vsphere

Abbildung 1: VMware gilt als unangefochtener Markt- und Technologieführer bei der privaten Wolke. Die Vsphere- und Vcloud-Produkte bringen die meisten und fortschrittlichsten Features für die Verwaltung vieler Gäste. Dazu gehören auch innovative Ansichten wie solche Strukturdiagramme der privaten Wolke.

Die Featureliste des Platzhirschen ist ausreichend lang, um jeden Cloud-Admin glücklich zu machen. Vollautomatisches Management der Ressourcen, Verwaltung der Cluster-Nodes inklusive Live-Migration, sowie innovative Darstellungenmachen den Anfang. Komplexe Szenarien mit multiplen, redundanten Storage-Backends und virtuelle VLANs gehören ebenso zum Lieferumfang. Hier findet der Wolkenbauer auch die beschworenen Schieberegler, mit denen er " seine gesamte IT skaliert". Das hat allerdings seinen Preis. Die Lizenzkosten fangen bei mehreren Tausend Euro an und erreichen schnell den fünfstelligen Bereich.

Eucalyptus

Trotz des Namens hat das wohl mächtigste aller freien Cloud-Tools, Eucalyptus (Abbildung 2, [4]) nichts mit Bäumen oder Koalabären zu tun. Der Hersteller Eucalyptus Systems hat wohl gehörigen Spaß am Akronymmissbrauch, denn der Name bedeutet einfach "Elastic Utility Computing Architecture Linking Your Programs to Useful Systems" und stellt wahrscheinlich eine der längsten Abkürzungen eines freien Projekts dar. Eucalyptus gibt es unter dualer Lizenz, die proprietäre Version kann KVM-, Xen-, Vsphere-Images und Amazons Dienste verwalten.

Abbildung 2: Wer Eucalyptus auf Ubuntu installiert, bekommt dank Canonical die Inkarnation der Ubuntu Enterprise Cloud geliefert. Sie sieht nur anders aus.

Der Blaugummibaum ist in den Ubuntu-Repositories als Ubuntu Enterprise Cloud (UEC) enthalten, er landet mit »aptitude install eucalyptus-cloud eucalyptus-cc« auf der Platte des Clusterservers. Die einzelnen Nodes brauchen das Paket »eucalyptus-nc«. Jeder Rechner, der mit der Wolke interagieren soll, muss die EC2-Client-APIs installieren: »aptitude install ec2-api-tools ec2-ami-tools«. Ist der Serverdienst erfolgreich gestartet, erfolgt der Zugriff im Browser über den Port 8443. Zu der Web-GUI kommen Tools wie »euca_conf« für die Konfiguration und »ec2-run-instance« zum Starten, Uploaden oder Löschen einer Instanz.

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