Open Source im professionellen Einsatz

Windows mit Profil

Zarafa bedient derzeit mit Outlook und Webaccess zwei Clients direkt. Für den Windows-Zugriff braucht es die Installation der mitgelieferten MSI-Datei und ein neues Profil. In dem legt der Admin fest, dass Outlook als Datenbasis keine lokalen PST-Dateien nutzt, sondern via Mapi auf den Zarafa-Server zugreift.

In der Windows-Systemsteuerung erstellt »Benutzerkonten | Mail | Profile | Hinzufügen«) ein neues Outlook-Profil. Über »Zusätzliche Servertypen manuell konfigurieren« ist es möglich, nach dem Aktivieren des Radioknopfes »Andere« den E-Mail-Connector »Zarafa 6 Server« auszuwählen. Wahlweise lässt sich an dieser Stelle auch eine verschlüsselte Verbindungsaufnahme zum Server via HTTPS aktivieren.

Outlook sollte sich jetzt klaglos mit dem Zarafa-Server verbinden und den Store des konfigurierten Benutzers in der bekannten Mapi-Ordnerstruktur anzeigen. In der Profilverwaltung von Windows taucht Zarafa als eigenständiger Service bei den E-Mail-Konten auf.

Webaccess mit neuer Portalseite

Der Ajax-basierte Webaccess überzeugt und lehnt sich bewusst stark an Outlook an. Termine lassen sich auch hier komfortabel per Doppelklick anlegen und sogar mit der Maus verschieben. Der Webclient steht nach der Installation wahlweise unter »http://Zarafa-Server/webaccess« oder per HTTPS zur Verfügung.

Beim ersten Start lässt sich unter »Einstellungen « die Sprache des Webfrontends auf Deutsch einstellen (Abbildung 2). Die Lokalisation der Mailstores muss allerdings durch Mapi erfolgen, sonst zeigt Outlook trotz deutscher Menüsprache die eigentlichen Postfächer in Englisch an. Dagegen hilft der Outlook-Befehl »outlook.exe /resetfoldernames« an der Windows-Kommandozeile.

Abbildung 2: Die Sprache in Webaccess lässt sich zwar auf Deutsch einstellen, die Mapi-Stores selber muss der Admin aber mit einem eigenen Kommando unter Windows korrekt lokalisieren.

Abbildung 2: Die Sprache in Webaccess lässt sich zwar auf Deutsch einstellen, die Mapi-Stores selber muss der Admin aber mit einem eigenen Kommando unter Windows korrekt lokalisieren.

Unter »Extras | Optionen« findet sich im Webmailer ein Reiter »Zarafa-Freigaben« (Abbildung 3), mit dessen Hilfe Benutzer auch ohne Stellvertreter-Berechtigungen Zugriff auf ihre eigenen Ordner freigeben. Die eigentlichen Ordner-Berechtigungen lassen sich in Outlook über das Kontextmenü des betreffenden Folder, über »Eigenschaften | Zarafa Outlook Sharing | Erweitert« einstellen.

Abbildung 3: Zarafa-Benutzer könne anderen Nutzern Freigaben auf persönliche Ordner erteilen. Die zugehörige Konfiguration versteckt sich im Kontextmenü des Mapi-Ordners unter Outlook.

Abbildung 3: Zarafa-Benutzer könne anderen Nutzern Freigaben auf persönliche Ordner erteilen. Die zugehörige Konfiguration versteckt sich im Kontextmenü des Mapi-Ordners unter Outlook.

Leider gibt es im Mailprogramm von Webaccess keine Kontextmenüs. Um zum Beispiel eine E-Mail im Posteingang mit einem Flag zu markieren, ist es notwendig, diese erst per Doppelklick im Mail-Editor zu öffnen (Abbildung 4). Dort steht dann die Funktion »Markieren« als Icon bereit. Insgesamt ist Webaccess zwar etwas träge, aber dennoch komfortabler als zum Beispiel der von Openxchange. Und die Ähnlichkeit zu Outlook lässt Zarafa bei Migrationen punkten.

Abbildung 4: Manche Aktionen in Webaccess gestalten sich etwas umständlich. Weil ein Kontextmenü fehlt, braucht es einen Doppelklick und eine Einstellung im Eigenschaftendialog, um eine Mail zu markieren.

Abbildung 4: Manche Aktionen in Webaccess gestalten sich etwas umständlich. Weil ein Kontextmenü fehlt, braucht es einen Doppelklick und eine Einstellung im Eigenschaftendialog, um eine Mail zu markieren.

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