Im Hintergrund
Im Produktivbetrieb ist keine eigene Shell für das virtuelle System mehr notwendig, der Gast kann vollkommen headless als Hintergrundprozess laufen, die Adminis- tration erfolgt per SSH:
# qemu-kvm -m 1024 -net nic,vlan=0,macaddr=00:80:ad:11:11:11 -net tap -pcidevice host=05:06.0 -nographic -daemonize etch.img
Um dem virtuellen System per DHCP eine statische IP-Adresse zuweisen zu können, übergibt der Admin beim Start eine virtuelle MAC-Adresse, die am DHCP-Server für dieses System reserviert ist.
Das letzte Beispiel verlagert zusätzlich zur ISDN-Karte auch gleich eine DVB-T-Karte ins Gastsystem, die als digitaler Videorecorder mit VDR zum Einsatz kommt. Dabei empfiehlt sich allerdings auch eine eigene Festplatte, die die umfangreichen Daten der Aufzeichnungen aufnimmt [6]. Wie in den vorangegangen Beispielen entzieht der Admin dem Host den Zu- griff auf die DVB-Karte und trägt die Treiber »dvb_ttpci«,»stv0299«,»saa7146vv« und »saa7149« aus Listing 6 in »/etc/modprobe/blacklist.conf« ein. Bei den meisten DVB-Karten reichen die Kernelmodule nicht, sie erwarten noch Firm- ware in »/lib/firmware«. Und zu guter Letzt braucht KVM die PCI-Device-ID der DVB-Karte, in diesem Beispiel listet Lspci den Philips-Chip SAA7146 als »05:07.0«.
|
Listing 6: »lsmod | grep |
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dvb_ttpci 104576 18 dvb_core 99120 2 stv0299,dvb_ttpci saa7146_vv 49920 1 dvb_ttpci saa7146 19160 2 dvb_ttpci,saa7146_vv ttpci_eeprom 2672 1 dvb_ttpci i2c_core 26736 7 nvidia,stv0299,ves1x93,dvb_ttpci,videodev,ttpci_eeprom,i2c_piix4 |
PCI-Hotplug in KVM
Auch während des Betriebs kann der Admin dem Gast weitere PCI-Geräte aufzwingen. Das übernimmt die weniger bekannte Qemu-Monitor-Konsole, die aus dem Gast-Window heraus einfach per Tastenkürzel [Ctrl]+[Alt]+[2] erreichbar ist.
In klassischem Weiß auf schwarzem Grund stehen dem Benutzer hier zahlreiche praktische Befehle zur Verfügung. Detaillierte Dokumentation bietet [7] und wer am Prompt »help« eingibt, findet Informationen zur Syntax und den erlaubten Befehlen. Ein »info pci« listet alle der virtuellen Instanz bekannten PCI-Devices auf, mit »pci_add« fügt der Admin ein Gerät hinzu, zum Beispiel die nächste Ethernet-Karte:
(qemu) pci_add auto nic model=e1000 OK domain 0 bus 0 slot 9 function 0 (qemu)
Analog zur Syntax von KVM kann der Admin hier auch mit »host=« die PCI-ID des Gastgebers angeben. Damit das gut funktioniert, müssen im Gastsystem die Kernelmodule »acpiphp« und »pci_hotplug« geladen sein. Dann zeigt ein »dmesg« ausführliche Informationen über die neu angekommenen PCI-Geräte und die Liste von »lspci« wird immer länger. Damit nicht genug, in der Qemu-Konsole lassen sich auch fast beliebig Laufwerke, USB- und Storage-Devices hinzufügen oder entfernen. Nach getaner Arbeit lan- det der Benutzer mit [Ctrl]+[Alt]+[1] wieder im vertrauten KVM-Fenster.
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