Open Source im professionellen Einsatz

Werkzeuge im Kurztest

Tooltipps

 

Bashrun 0.15


X11-Anwendungsstarter mit einer speziellen Bash-Sitzung

Quelle: [http://bashrun.sourceforge.net]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Launchy, Gmrun

Die großen Desktopumgebungen öffnen per [Alt]+[F2] einen Ausführen-Dialog, über den die Benutzer schnell Programme starten oder Shellkommandos absetzen können - ohne Umweg über Menü oder Terminal. Wer in seinem Windowmanager den praktischen Schnellstarter vermisst, sollte sich Bashrun ansehen.

Das Tool präsentiert nach dem Start ein Xterm mit 40 Zeichen Breite als Eingabezeile. In der Datei »~/.config/bashrun/rc« verändert der Anwender diese Standardgröße, passt den Prompt an eigene Bedürfnisse an, ändert die Farbeinstellungen oder wählt ein anderes Terminalprogramm wie Rxvt oder Aterm aus. Einige der Terminal-Emulatoren arbeiten allerdings nicht optimal mit Bashrun zusammen und unterstützen manche Optionen des Tools nicht.

Eine zweite Einrichtungsdatei - »~/.config/bashrun/keys« - erlaubt, Shortcuts für das Tool zu konfigurieren. Der Anwender hat die Wahl zwischen Emacs- und Vi-Modus und richtet hier Tastenkürzel ein, die Bashrun beenden, abbrechen, ein Kommando im Terminal ausführen, ein Programm mit Root-Rechten starten und vieles mehr. Da Bashrun ein normales Terminal mit einer Bash-Sitzung startet, bietet es den gleichen Funktionsumfang. Dazu gehören unter anderem die Tab-Completion und eine Befehlshistory.

*** Bashrun eignet sich hervorragend, um unter X11 schnell einen Befehl oder ein Programm auszuführen. Dabei muss der Nutzer nicht auf den Komfort einer vollwertigen Shell verzichten.

Tinyproxy 1.8.0


Schlanker Proxyserver

Quelle: [https://www.banu.com/tinyproxy]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Delegate, Squid

Große Proxy-Lösungen wie Squid oder Delegate sind für kleinere Netzwerke oft zu komplex. Tinyproxy ist eine Ressourcen-sparende Alternative. Nach dem Start läuft das Tool aus Sicherheitsgründen unter der Benutzerkennung »nobody« und lauscht an Port 8888. Port und Schnittstellen kann der Anwender in der Einrichtungsdatei anpassen; die Angabe unterschiedlicher Interfaces für ein- und ausgehende Verbindungen ist möglich. Damit eignet sich Tinyproxy auch als Gateway.

Das Tool bietet Filterfunktionen, die gezielt Webseiten blockieren. Eine Anonymisierungsfunktion erlaubt es darüber hinaus, die im HTTP-Header übertragenen Daten zu unterdrücken.

Ein interessantes Feature ist die Reverse-Proxy-Funktion, mit deren Hilfe externe Webseiten als Unterseite auf dem Proxyserver erscheinen. Komplizierte URLs, die sich niemand merken kann, gehören damit der Vergangenheit an. Tinyproxy arbeitet auf Wunsch mit anderen Proxy-Lösungen zusammen. Dazu trägt der Admin den anderen Proxy als Upstream ein. Optionen zur Definition eigener Fehlermeldungen runden das positive Gesamtbild ab.

*** Tinyproxy ist die passende Proxy-Lösung für kleine und mittlere Netzwerke. Das Tool bietet eine übersichtliche Konfiguration, in der alle wichtigen Funktionen gut dokumentiert und zugänglich sind.

Weechat 0.3.1.1


Chatclient für die Konsole

Quelle: [http://www.weechat.org]

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Quassel, Irssi

Der schlanke und textbasierte IRC-Client Weechat lädt auf vielen Plattformen, darunter Linux, BSD und Mac OS X, zum Plaudern ein. In der Voreinstellung nimmt Weechat zum Freenode-Netzwerk Verbindung auf. Weitere IRC-Server definiert der Anwender selbst. Dem Chatter stehen die gewohnten Kommandos zur Verfügung, zum Beispiel »/list«, »/join« oder »/leave«.

Für jeden Channel und jede Privatkonversation legt Weechat ein eigenes Buffer-Fenster an. Mit den Funktionstasten [F5] und [F6] wandert der Benutzer durch diese Fenster. Auf Wunsch splittet der Chatclient die Anzeige horizontal oder vertikal. Weechat unterstützt außerdem DCC-Chats und DCC-Datei-Übertragungen und sichert diese optional per SSL ab. Für Anwender hinter einer Firewall bietet der Client als Alternative den integrierten HTTP- und Socks-Proxy-Support.

Alle Einstellungen nimmt der Nutzer entweder mit dem »/set«-Kommando zur Laufzeit oder in einer Konfigurationsdatei vor. Der User Guide auf der Projektwebseite liegt in englischer und französischer Ausführung vor, den Quickstart- und Testers-Guide gibt's auch auf Deutsch.

**** Weechat ist ein leistungsfähiger IRC-Client für die Konsole, der sich nicht hinter grafischen Chatprogrammen verstecken muss.

Atop 1.24


Prozesse und Speicherauslastung überwachen

Quelle: [http://www.atoptool.nl]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Top, Htop

Der System- und Prozessmonitor Atop ist eine praktische Alternative zum bewährten Programm Top, wartet allerdings mit einem größeren Funktionsumfang auf. So bietet das Tool beispielsweise Optionen, um die Anzeige auf bestimmte Prozesse oder Benutzer zu beschränken. Atop versteht reguläre Ausdrücke und zeigt sich damit angenehm flexibel.

Über verschiedene interaktive Tastaturkommandos beeinflusst der Anwender, welche Daten Atop zu den Prozessen in der Gesamtübersicht anzeigt. In der Voreinstellung bietet das Tool eine generische Ansicht, die neben PID- und CPU-Daten auch Informationen zur Speicher- und Festplattennutzung einblendet. Für Letztere liefert Atop zunächst nur ein »OK« zurück. Detailliertere Informationen geben die Speicher- und Festplattenansicht. Diese erreicht der Anwender entweder im laufenden Betrieb über Tastenkürzel oder schon beim Start mit einem Kommmandozeilenparameter.

Atop ist außerdem in der Lage, den Netzwerkverkehr zu beobachten. Hierzu ist allerdings ein spezielles Kernelpatch nötig, das auf der Projektwebseite zum Download bereitsteht. Ein besonderes Feature des Tools ist der integrierte Scheduler, der es ermöglicht, Daten in einem vorher definierten Intervall zu erfassen und in eine Datei zu schreiben. Diese kann Atop zu einem späteren Zeitpunkt auch wieder laden und auswerten. Mit Hilfe des zusätzlichen Tools Atopsar erstellt das Programm dann Statistiken.

*** Atop ist eine gute Alternative zu Top. Seinen erweiterten Funktionsumfang wissen besonders Systemadministratoren zu schätzen.

Splice 2.0.1


Cover und Booklets für Wechselmedien-Hüllen erstellen

Quelle: [http://www.scholnick.net/splice]

Lizenz: LGPL

Alternativen: Make CD Label, Qlabels

Splice geht dem Anwender bei der Erstellung von Covers und Booklets für Wechselmedien zur Hand. Das Perl-Programm unterstützt die Hüllenformate von CDs, DVDs, Kassetten, DAT- und 8-mm-Bändern. Bei CDs unterscheidet Splice außerdem zwischen Jewel- und Slimcases. Das gewünschte Ausgabeformat legt der Nutzer via Kommandozeilenparameter fest. Auch die Schriftart und -größe sowie die Position des Titels definiert er über Aufrufoptionen. Den Inhalt des Labels erwartet Splice dagegen in einer Art Tracklist. Diese Datei gibt der Benutzer beim Programmaufruf an.

Die Splice-Webseite zeigt Beispiele für den Aufbau einer Trackliste. Die Kopfzeilen enthalten allgemeine Informationen, zum Beispiel den Interpreten- oder Albumnamen. Eine Zeile mit einem einzelnen Unterstrich schließt die Header ab und leitet die Trackliste mit den einzelnen Titeln ein. Jede Zeile endet mit einem Backslash. Wer zusätzlich zum Titel auch die Spieldauer angeben möchte, schreibt diese als nächsten Eintrag hinter den Backslash des jeweiligen Titels und beendet das Ganze mit einem weiteren Backslash. Der Aufrufparameter »--times« sorgt dafür, dass Splice derartige Einträge richtig interpretiert. Das fertige Cover speichert das Perl-Programm entweder als Postscript- oder PDF-Datei ab.

*** Splice beschriftet verschiedene Wechselmedien-Hüllen. Da der Benutzer es vollständig über Tracklist-Dateien und Kommandozeilenparameter steuert, eignet es sich gut zur Integration in eigene Programme oder Skripte.

Universal Password Manager
1.5


Passwörter plattformunabhängig verwalten

Quelle: [http://sourceforge.net/projects/upm]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Password Gorilla, Gnome Password Manager, Kwallet

Der Universal Password Manager, kurz UPM, unterstützt Anwender bei der Verwaltung von Zugangsdaten. Für jeden Account speichert das Tool einen eindeutigen Bezeichner, den jeweiligen Benutzernamen und das zugehörige Passwort in einer AES-verschlüsselten Datei. Enthält das Masterpasswort mehr als acht Zeichen, benötigt das Programm außerdem die Java Cryptography Extension. Optional fügt der Anwender den Datensätzen eine URL und Notizen hinzu. Die Datenbankdatei kann auch auf einem Webserver liegen.

Die UPM-Archivdatei enthält zur Synchronisation zwei PHP-Skripte, die die Passwortdateien auf den Server übertragen und bei Bedarf auch wieder löschen. Außerdem verfügt das Programm über Proxy-Unterstützung für Nutzer in besonders abgeschotteten Netzwerken.

UPM listet die Konten in alphabetischer Reihenfolge auf. Die integrierte Suchfunktion erleichtert das Auffinden von Einträgen in großen Listen. Um die Zugangsdaten eines Kontos abzufragen, klickt der Anwender es an, nimmt mit [Strg]+[U] und [Strg]+[P] Benutzernamen und Passwort in die Zwischenablage auf und fügt diese dann mit [Strg]+[V] an gewünschter Stelle ein.

**** Der plattformunabhängige Passwortmanager UPM bietet eine sichere Verschlüsselung und eignet sich sowohl für den Einsatz auf mobilen Geräten als auch zur Zusammenarbeit mit Remote-Datenbanken. (U. Vollbracht/hej)

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