Eine Auslandsreise ohne Wörterbuch? Kaum denkbar. Auch Websurfer bewegen sich ständig durch die verschiedenen Sprachregionen, selbst die Fremdsprachen-Versierten unter ihnen stolpern früher oder später über unbekannte Ausdrücke. Als Ersatz für eine riesige Wörterbuchsammlung neben dem Bildschirm verspricht Stardict Abhilfe (siehe Abbildung 1, [1]).
Abbildung 1: Flink und flexibel: Stardict spricht mehrere Sprachen. Außerdem bietet die Webseite des Projekts Links zu zahlreichen freien Wörterbüchern.
Auf einen Schlag
Die Stärke von Stardict liegt in der unkomplizierten Integration von Wörterbüchern für praktisch jeden Zweck. Unter den zahlreichen Erweiterungen befinden sich klassische Übersetzungswörterbücher für viele Sprachen, aber auch Enzyklopädien, Thesauri, etymologische Nachschlagewerke und Redewendungssammlungen in vielen Sprachen. Dazu kommen die auf dem System installierten Unix-Manpages und sogar das CIA World Factbook [2].
Die Fuzzy-Suche ermöglicht den Einsatz von Platzhaltern und durchforstet die Wörterbücher nach ähnlich geschriebenen Begriffen, sodass auch Benutzer ohne Kenntnis der exakten Schreibweise fündig werden. Darüber hinaus steht eine Erweiterung bereit, die mit Hilfe von Wordnet [3] Begriffe grafisch in Relation zu inhaltlich verwandten Begriffen darstellt. An einem Wikipedia-Plugin arbeiten die Stardict-Entwickler ebenfalls, allerdings war die entsprechende Webseite bei Redaktionsschluss nicht erreichbar. Damit Stardict nicht für jede Suche alle Nachschlagewerke durchforsten muss, erlaubt es die Wörterbuchverwaltung, Nachschlagewerke gezielt zu deaktivieren (siehe Abbildung 2).
Abbildung 2: In der Wörterbuchverwaltung sortiert der Anwender die Sprachsammlungen und schaltet sie ein oder aus.
Stardict schlägt aber nicht nur in lokalen Wörterbüchern nach. Das Programm unterstützt alternativ auch den Zugriff auf die meisten Wörterbücher direkt über das Netz. Dazu ist ein kostenloser Account beim integrierten Net-Dict-Service notwendig.
Mit Babelfisch im Ohr
Wer nicht nur ein einfaches Nachschlagewerk, sondern eine Übersetzungshilfe für ganze Texte sucht, findet im Bereich »Full-Text Translation« Hilfe (siehe Abbildung 3). Bei automatischen Übersetzungen handelt es sich allerdings um ein Forschungsfeld, in dem selbst der neueste Stand bisher noch keine zufriedenstellenden Ergebnisse versprechen kann. Deshalb haben die Stardict-Entwickler statt eines eigenen Übersetzungsmoduls eine Schnittstelle zu den entsprechenden kostenlosen Angeboten von Google, Yahoo, Altavista, Systran und Excite Japan in die Programmoberfläche integriert. Wer diese Dienste ausprobiert, kann sich schnell selbst davon überzeugen, dass die Resultate meist nur zur ersten Orientierung, nicht aber als tatsächlich brauchbare Übersetzungen dienen können.
Abbildung 3: Die Übersetzungsmaschine in Aktion: An die Fähigkeiten des Symbionten aus dem „Anhalter“ kommen derzeitige Dienste noch nicht heran.
Die Volltextübersetzung demonstriert übrigens ein typisches Problem, auf das freie Softwareprojekte bei der Verwendung proprietärer Angebote immer wieder stoßen: Da die Anbieter ihre Schnittstellen öfter verändern und auf keinerlei Standards angewiesen sind, funktionieren die Volltextübersetzungsdienste teilweise nur mit der neuesten Stardict-Version. Ob sich die Benutzer aber auch in Zukunft darauf verlassen können, ist ungewiss.