Die Menge mobiler Applikationen entscheidet die Vorherrschaft im Smartphone-Markt mit. Hersteller tun also gut daran, Entwicklern ihre Plattform schmackhaft zu machen. Um einen Eindruck der Werkzeugunterstützung zu bekommen, haben die Linux-Magazin-Tester eine Telefonapplikation für Maemo, Android und Web OS entwickelt. Der Kasten "Für Symbian entwickeln" beschreibt die Situation für das bisher auf Nokia & Co. vorherrschende Mobil-OS.
‣ Android
Google orientiert sich wie schon bei früheren Projekten, etwa dem Google Web Toolkit, an Java. Deren Entwickler haben daher keine Schwierigkeiten, sich für Android fit zu machen. Grob gliedert sich die Android-Bibliothek in zwei Teile: Zum einen existieren umfangreiche Klassen und Module, um GUI-Elemente oder Telefonie-Funktionen zu nutzen. Google orientierte sich bei diesen Widgets jedoch nicht an bekannten Toolkits wie Swing oder AWT, sondern entwickelte sie selbst. Zum anderen liefert Android eine Java-Standardbibliothek mit, die sich an Java SE 5 anlehnt, dem API jedoch nicht vollständig entspricht.
SDK, IDE und Emulator
Um die Hürde für Applikationsentwickler gering zu halten, bietet Google außer dem Android Software Development Kit (SDK) zusätzlich ein Eclipse-Plugin an. Es vereint die Entwicklungswerkzeuge mit einem minimalen GUI-Designer und einem Mobiltelefon-Emulator, der auf Qemu basiert (Abbildung 1).
Abbildung 1: Der auf Qemu basierende Emulator lässt auch Entwickler ohne konkrete Hardware-Applikationen für Android entwerfen. Programmierer dürfen sich dazu sogar die konkrete Android-Version aussuchen.
Das unter einer speziellen Android-SDK-Lizenz herunterladbare Kit [1] besteht seit der Version 2.0 aus einem minimalen Programm, das alle benötigten Dateien aus dem Netz nachlädt. Hat der Admin es ausgepackt, startet er es mit »tools/android update sdk«. Ein seit Version 2.0 bestehender Bug verhindert, per SSL auf das voreingestellte Repository zuzugreifen. Der Eintrag »sdkman.force.http=true« in »~/.android/androidtool.cfg« heilt das Problem. Wenn der Entwickler per »Accept all« alle vom Managementtool gezeigten Pakete auswählt, installiert es sie automatisch.
Das Eclipse-Plugin nimmt dem Entwickler viel Handarbeiten ab, führt die Anwendung aus und hilft beim Paketieren. Im Managementprogramm trägt er dazu die Eclipse-Update-Seite [2] im Menü »Help | Software Updates« ein und installiert aus ihr alle Android-Pakete. Sie vereinfachen die Arbeit des Entwicklers, da sie viele Dateien automatisch oder mittels Wizard anlegen, beispielsweise minimale Activities und ihre nötigen Beschreibungsdateien. Um loszulegen, konfiguriert der Entwickler unter »Window | Preferences | Android« des Eclipse-Plugins den Pfad zum vorher ausgepackten SDK.
In dem Menü »Window« findet sich auch der Eintrag »Android AVD Manager«. Dort legt der Programmierer ein neues Android-Virtual-Device (AVD) an, um später seine Applikation auf einzelnen Android-Varianten zu testen. Jedes AVD simuliert abwärtskompatibel bis zur gewählten Version.
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