Open Source im professionellen Einsatz

Schneeballsystem

Zu den regelmäßigen Traditionen der Osnabrück-Meetings gehört auch das gemeinsame Gruppenfoto (Abbildung 1), das wohl dereinst einen erschreckenden Alterungsprozess zeigen wird. Dieses Jahr konnten die Entwickler das aber wegen der winterlichen Witterung erst mit Verspätung in Angriff nehmen, eine ausgedehnte paneuropäische Schneeballschlacht (Abbildung 5) verhinderte den rei- bungslosen Ablauf.

Abbildung 5: Abteilung Attacke: Die KDE-PIM-Programmierer Paul Adams, Georg Greve und Stephen Kelly auf der Jagd nach neuen Opfern.

Abbildung 5: Abteilung Attacke: Die KDE-PIM-Programmierer Paul Adams, Georg Greve und Stephen Kelly auf der Jagd nach neuen Opfern.

Zurück im Büro stand die Planung der Versionen zur Diskussion. KDE SC 4.4 ist fast fertig, wie der aktuelle Release Candidate 2 belegt. Der Nachfolger 4.5 soll im Sommer kommen, wahrscheinlich erst einige Wochen nach der Akademy 2010 in Tampere. Den Halbjahres-Zyklus wollen die Entwickler einhalten. Das Adressbuch Kadressbook ist die erste Anwendung aus der umfangreichen KDE-PIM-Sammlung, die in Version 4.4 bereits auf Akonadi umgestellt ist [10]. Im Sommer sollen alle anderen Teile folgen, vor allem Mail, Kalender (Korganizer) und die Notizen in Form von Kjots. Knotes wird dagegen wohl nicht mehr portiert, dafür be- kommt das deutlich umfangreichere Kjots eine Plasma- Anbindung, die auch gefällige Desktop-Widgets ermöglicht. Mehr dazu findet sich in Stephen Kellys Blog [11].

Eine wichtige Entscheidung dürfte vor allem KDE-Entwickler interessieren: Die Kdepim-libs und Kdepim 4.5 werden in Zukunft auf der Version 4.4 der Kdelibs basieren. Das sei von Vorteil, weil Entwickler dann zum einen die mit den Distributionen mitgelieferten Libraries verwenden können. Zum anderen kommen ihnen so die sich noch ständig verändernden, ebenfalls in Entwicklung befindlichen TrunkVersionen der 4.5er Bibliotheken nicht in die Quere, ein seit KDE 3 bewährtes Vorgehen.

Testumgebungen

Wer seine Softwareversionen testen will, findet in Cdash [12] eine Webserver-basierte Testumgebung oder mit Treepkg von Intevation [13] eine praktische Hilfe zum Bau von Debian-Paketen.

KDE 4.6 wird wohl die erste mobile Variante von KDE beinhalten, so zumindest der vorsichtige Plan. Bis dahin sollen neue Linkedin-, Facebook- und Youtube-Accounts für das KDE-PIM-Team als Werbekanäle fungieren. Auch wenn das Groupware-Thema traditionell näher an Unternehmen und professionelle Nutzer gerichtet scheint, möchten die Entwickler über Junior Jobs und ein eigenes Blogging-Portal à la KDE-Planet [14]) verstärkt Anfänger motivieren, sich mit der Kontact-Programmierung ausein- anderzusetzen.

Dass Software-Unternehmen die fähigen Groupware-Entwickler aus der freien Entwicklergemeinde immer häufiger abwerben, ist zwar ein Problem, wird aber von den Teilnehmern von Osnabrück eher sportlich gesehen: "Das ist doch verständlich, der Job macht richtig Spaß und wird auch noch gut bezahlt!" Von Winterkälte kann in Osnabrück also keine Rede sein, es riecht eher nach dem Open-Source-Frühling.

Infos

[1] KDE-PIM:[http://pim.kde.org]

[2] Intevation:[http://www.intevation.de ]

[3] Kdab:[http://www.kdab.com]

[4] Kolab:[http://www.kolab.org]

[5] Syncevolution:[http://syncevolution.org]

[6] Akonadi:[http://pim.kde.org/akonadi]

[7] Intels Moblin-Initiative:[http://moblin.org]

[8] Kontact für Windows:[https://wiki.kolab.org/index.php/Kontact_for_Windows_(beta-huge-debug)]

[9] Virtuoso mit Nepomuk:[http://trueg.wordpress.com/tag/virtuoso]

[10] Tobias Königs Blog:[http://tokoe-kde.blogspot.com]

[11] Stephen Kellys Blog:[http://steveire.wordpress.com]

[12] Cdash:[http://www.my.cdash.org]

[13] Intevations Sägewerk:[http://saegewerk.wald.intevation.de]

[14] PlanetKDE:http://planetkde.org]

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