Open Source im professionellen Einsatz

Digitemp

Die Software von Brian C. Lane [12] ist das am häufigsten genutzte Programm, wenn es um reine Temperaturmessung mit Linux geht. Es lässt sich einfach übersetzen und installieren, beschränkt sich auf das Wesentliche und hat keine Abhängigkeiten von anderer Software. Neben dem USB- und RS232-Adapter unterstützt es auch einfache Selbstbau- Adapter, die den seriellen 1-Wire-Bus an eine serielle RS232-Schnittstelle adaptieren, indem sie das spezielle Timing des 1-Wire-Busses abbilden. Diese finden häufig aufgrund ihrer geringen Kosten im Hobby-Bereich Einsatz und es gibt außerdem eine Vielzahl von Webseiten mit ähnlichen Aufbauten.

Inzwischen unterstützt Digitemp auch noch Sensoren für die Luftfeuchtigkeit und mehr (Tabelle 2). Eine genaue Be- schreibung der vielen einzelnen Kompo- nenten findet sich unter [8] oder auf der Homepage.

Für den USB-Adapter übersetzt und in- stalliert der Admin Digitemp mit »make ds2490« und »make install«. Im Archiv-File gibt es neben der eigentlichen Applikation noch diverse Perl- und Python-Skripte zur Visualisierung der Daten. Das Skript aus Listing 1 lässt sich direkt nach der Installation starten. Es erzeugt die Resource-Datei und ruft Digitemp auf. Das Ergebnis ist eine Liste mit Sensoren und den zugehörigen Temperaturwerten in der Form: »Dec 28 14:05:56 Sensor 0 C: 15.38 F: 59.67«.

Listing 1: Digitemp
aufrufen

#!/bin/bash
DIGITEMP="./digitemp_DS2490"
if ! test "`whoami`" = "root"
then
echo "Du musst root sein"
exit 0
fi
if ! test -e .digitemprc
then
$DIGITEMP -sUSB -w
$DIGITEMP -sUSB -i
fi
$DIGITEMP -sUSB -a -r750

Owfs

Das sehr umfangreiche Projekt One wire file system (Owfs) von Paul Alfille und Kollegen [13] geht einen ganz anderen Weg, um die Sensoren zu repräsentieren. Ein eigenes Fuse-Dateisystem ermöglicht den Zugriff auf die virtuellen Dateien mit den Werten der Sensoren. Dabei bildet das Sensordateisystem nur die unterste Schicht, auf der andere Applikationen aus dem Owfs-Projekt aufsetzen, um die Daten auszulesen.

Zu diesen Anwendungen gehören zum Beispiel Monitoringprogramme, ein FTP-Server oder ein eigener kleiner Webserver, mit dem der Surfer via Weboberfläche direkt im Dateisystem navigiert und sich die Inhalte der Dateien anzeigen lässt. Von den hier vorgestellten Lösungen erkennt Owfs die meisten Devices (Tabelle 2, [14]).


Zum Übersetzen braucht es das Fuse-Entwickungspaket. Einen kleinen Fehler in der Owfs-Configure-Datei umschifft »LDFLAGS=-liconv«, falls das Fuse-Modul in der verwendeten Distribution mit der Iconv-Bibliothek übersetzt ist. Bis zum ersten Aufruf sind es nur ein paar Schritte (Listing 2). Ist das Dateisystem gemountet, ermit teln die Kommandos »ls -l« und »cat« die erhaltenen Werte.

Listing 2: Owfs starten und
auslesen

# export LDFLAGS=-liconv
# ./configure --enable-usb --enable-owfs --enable-w1
# make
# make install
# mkdir /tmp/1wire
# modprobe fuse
# /opt/owfs/bin/owfs --Celsius --usb /tmp/1wire
# ls -la /tmp/1wire
drwxr-xr-x 1 root root 8 28. Dez 21:15 .
drwxrwxrwt 5 root root 20480 28. Dez 21:15 ..
drwxrwxrwx 1 root root 8 28. Dez 21:15 10.E46A9C010800
drwxrwxrwx 1 root root 8 28. Dez 21:15 81.2A6E2D000000
[...]
# ls -la /tmp/1wire/10.E46A9C010800
drwxrwxrwx 1 root root 8 28. Dez 21:16 .
drwxr-xr-x 1 root root 8 28. Dez 21:15 ..
-r--r--r-- 1 root root 16 28. Dez 21:15 r_address
-r--r--r-- 1 root root 12 28. Dez 21:15 temperature
-rw-rw-rw- 1 root root 12 28. Dez 21:16 temphigh
-rw-rw-rw- 1 root root 12 28. Dez 21:16 templow
-r--r--r-- 1 root root 32 28. Dez 21:15 type
[...]

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