Open Source im professionellen Einsatz

Lio-Utils

Mit den in [9] detailliert erklärten Kom- mandos »tcm_node« und »lio_node« aus den Lio-Utils fügt es daraufhin das Blu-ray-Laufwerk »bdrom« als I-SCSI-Target-Endpunkt hinzu, erzeugt die Konfiguration für Targets und LUNs, erstellt das Netzwerkportal, aktiviert den Demomodus und schaltet die Authentifizierung aus. Der Befehl in Zeile 14 aktiviert das Target, ab sofort können sich Clients verbinden.

Sicherheitshalber fragt das Skript den Anwender bei der Einrichtung, ob er alle bisherigen Konfigurationen löschen möchte, bevor es die Einstellungen schreibt und die Logical Unit Numbers (Lun) vergibt. Jetzt braucht es noch einen I-SCSI-Client und auf diesem die IP-Adresse der PS3. Richtig konfiguriert, sollte der Zugriff auf deren Blu-ray-Laufwerk bereits funktionieren. Über automatische »Target Dis- covery« zeigen die Clients alle von Sonys Gerät freigegebenen Luns und richten quasi-lokale Laufwerke dafür ein. Auch SSH-Zugriff auf die PS3 ist mit dem USB-Image möglich. Wer seine I-SCSI-Konfiguration anpassen möchte, loggt sich als Root mit dem Passwort »lio« ein.

Mit Mplayer

Wer jetzt auf dem Client Mplayer startet, sollte für HD-Filme noch die Option »lavdopts=threads=2« aktivieren, und kann dann versuchen, die ».m2ts«-Dateien aus dem »BDMV«-Verzeichnis zu öffnen. Leider blockt BD+ im Hypervisor der PS3 die für CSS-geschützte Inhalte notwendigen MMC-SCSI-CDBs, sodass zumindest theoretisch nur Clients mit lizenzierter Software kopiergeschützte Inhalte übers Netz betrachten können. Unter Linux wird da die Blu-ray-Verschlüsselung Probleme bereiten, aber unter Windows funktioniert Mplayer bereits genauso wie Power DVD, zumindest wenn Any DVD HD vorher das virtuelle Blu-ray-Device unlocked hat. Allerdings braucht es dazu eine aktuelle Version des Mplayers, am besten direkt von Source-forge [10].

Die Module von Rising Tide laufen auf jedem unmodifizierten Linux-PS3-64-Bit-Kernel ab 2.6.24, frühere Versionen brauchen einen kleinen Patch an der Datei »ps3rom.c«, der die »MAX_SECTORS« auf 128 statt der vorgesehenen 32 Sektoren setzt. Die Datenübertragung von der PS3 ist dank Gigabit-Ethernet schnell genug für mehrere Clients, ebenso die restliche Hardware. Allerdings stößt hier das Blu-ray-Laufwerk schnell an seine Grenzen, vor allem wenn mehrere Clients gleichzeitig unterschiedliche Teile eines Films anfordern.

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