Open Source im professionellen Einsatz

Für Fortgeschrittene

Das N 900 kommt derzeit dem idealen Linux-Telefon am nächsten, auch wenn Nokia nicht alles richtig macht. Gegenüber den bestehenden Softwareplattformen bietet Maemo freie Wahl der Entwicklungstools und Sprachen. Maemo fühlt sich wie ein echtes Linux an und es lässt sich so ziemlich alles portieren, was in den Speicher passt und keine Probleme mit ARM-Architekturen hat.

Abbildung 7: Für den Linuxler verständlich: Das Benutzer-Interface des Maemo-SDKs gleicht eher einer Chroot-Umgebung mit einem X-Server als einer modernen, integrierten Entwicklungsumgebung.

Abbildung 7: Für den Linuxler verständlich: Das Benutzer-Interface des Maemo-SDKs gleicht eher einer Chroot-Umgebung mit einem X-Server als einer modernen, integrierten Entwicklungsumgebung.

Dass Nokia das N 900 in eine Reihe mit seinen Business-Handys bringen will merkt der Anwender besonders durch die Übernahme einiger Usability-Eigenheiten von Symbian, was dem Gerät nicht gut tut. Verglichen mit Businesshandys fehlen viele Features (Synchronisation!), die die Verwaltung einer großer Anzahl Telefone betreffen und Software-Funktionen, von Drittherstellern. Die Chance, das N 900 als komplett neuen und offenen Ansatz zu bewerben, nimmt Nokia nur sporadisch wahr. Aber auch in den stark beworbenen Web-2.0-Funktionen bleibt das Gerät hinter der Konkurrenz zurück.

Das Handy-Betriebssystem Maemo 5 steht auch weiterhin nur für ein einziges Gerät zur Verfügung, was jede größere Verbreitung hemmt. Eine Stärke von Open-Source-Betriebssystemen war und ist, dass Sie auf so ziemlich jeder generischen Hardware installierbar sind. Diese Vorraussetzung für eine breit aufgestellte Community scheint Nokia noch zu ignorieren.

Was noch alles geht

Dass das N 900 trotzdem punkten kann, liegt an der flotten Hardware und der Flexibilität des Maemo-Linux. Auf die freien Anwendungen darf man gespannt sein, vor allem wenn die die vorhandeHardware erst mal ausreizen.

Was geht, zeigt ein Demo-Video auf [7]. Ohne größere Arbeiten am Code ließ sich der Terminalserver-Client von X2go [8] für Maemo 5 portieren. Das Video zeigt eine Sitzung mit einer serverseitigen VoIP-Anwendung. Durch die Verwendung von Pulseaudio kann das N 900 Skype ohne lokale Installation und unabhängig vom Provider nutzen. Welches Smartphone, ob Android-Handy, Palm Pre oder I-Phone, kann da mithalten?

Infos

[1] Nokia N 900: [http://www.nokia.de/produkte/mobiltelefone/nokia-n900 ]

[2] Maemo: [http://maemo.org ]

[3] Der Firefox-Ableger MicroB:[http:// browser.garage.maemo.org ]

[4] Maemo Tools von Nokia:[http://www.forum.nokia.com/Tools_Docs_and_Code/Tools/Platforms/Maemo ]

[5] Das deutsche N 900 Blog:[http://blog.n900.de]

[6] Blogeintrag zu Closed-Source-Applikationenauf dem N 900: [http://cool900.blogspot.com/2009/11/closed-source-components-in-maemo-5.html]

[7] X2go-Client mit Skype auf dem N 900 [http://www.youtube.com/watch?v=WxEsngE6qjc ]

[8] X2go: [http://x2go.org]

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