Open Source im professionellen Einsatz

Maemo 5

Mit einer einfachen Wischbewegung wechselt der Benutzer zwischen den vier Standard-Desktops, die er ab Werk zur Verfügung hat. Nach einem etwas längeren Druck auf freien Bereich erscheint ein Einstellungsmenü hinter dem Symbol eines Zahnrades am oberen Bildschirmrand. Damit lassen sich Starter für installierte Programme und Applets frei auf dem Desktop platzieren. Auf diesen passen sich auch Links zu Webseiten anbringen, eine thematische Gruppierung der Arbeitsflächen nach dem Vorbild der KDE-Aktivitäten bietet sich an.

Das N 900 hat zwar einen Lagesensor, aber die Telefonapplikation (Abbildung 2) ist neben den Spielen die einzige mitgelieferte Anwendung, die ihn nutzt und automatisch auch in den Hochkant-Modus umschaltet. Das Wechseln zwischen Anwendungen erfolgt wie auch das Starten über eine Softwaretaste im linken oberen Bildschirmeck. Sind mehrere Anwendungen geöffnet, erscheint nach dem ersten Klick der Taskmanager mit Vorschaubildern der laufenden Programme (Wischen zum Blättern, Abbildung 4).

Abbildung 3: Nokias Browser auf Firefox-Basis Microb setzt auf Mobiltelefonen neue Maßstäbe und unterstützt auch Plugins wie Flash und Addons.

Abbildung 3: Nokias Browser auf Firefox-Basis Microb setzt auf Mobiltelefonen neue Maßstäbe und unterstützt auch Plugins wie Flash und Addons.

Abbildung 4: Intuitives Multitasking: Mit einem Finger quer über das Display wischen schaltet im Taskmanager zwischen aktiven Anwendungen um.

Abbildung 4: Intuitives Multitasking: Mit einem Finger quer über das Display wischen schaltet im Taskmanager zwischen aktiven Anwendungen um.

Der optisch gut umgesetzte Programmwechsel erinnert an die von Apple unter OS X eingeführte Expose-Funktion. Ohne in die Anwendung zu wechseln lassen sich hier Programme auch bequem schließen. Nach dem zweiten Klick erhält der Benutzer eine erste Programmauswahl (Abbildung 5). Mehr Programme gibts über die Schaltfläche »Weitere anzeigen«. Schade, dass sich diese Liste weder kategorisieren noch ordnen lässt.

Abbildung 5: Ansehnlich, aber leider ohne Sortier- oder Filterfunktion kommt die Programmliste von Maemo 5 daher.

Abbildung 5: Ansehnlich, aber leider ohne Sortier- oder Filterfunktion kommt die Programmliste von Maemo 5 daher.

Online

Die Qualität des mitgelieferten Browsers ist für den eines Smartphones Umfeld überdurchschnittlich hoch. Es handelt sich um einen vollausgestatteten Microb mit installiertem Flash-Plugin, für den es sogar Erweiterungen wie Adblock gibt. Darüber hinaus kann er SVGs und aktuelle Web-Widgets wie Canvas darstellen. Leider nur im Browser findet sich eine nette Geste zur Steuerung der Ansichtsgröße: Eine Spiralbewegung in die jeweilige Richtung vergrößert oder verkleinert die Webseite. Bequemer als mit jeder Multitouchgeste geht das aber mit der Wippe am oberen Bildschirmrand oder einem einfachen Doppel-Tipp auf den Touchscreen.

Positiv fällt insgesamt die hohe Qualität der Anwendungen auf. Das gilt besonders für die Internetprogramme wie EMail und den Multiprotokoll-Chat. Die Pim-Funktionalität erstreckt sich über das ganze Anwendungsspektrum. So übernimmt das N 900 Kontakte aus sozialen Netzen wie Facebook, Jabber, Skype oder per Synchronisation von einem Exchange- Server und führt sie mit Anrufern und Chat-Kontakten zusammen.

Egal über welchen Weg, Nachrichten und SMS landen in einer einem Chat ähnelnden Thread-Ansicht, verknüpft mit dem jeweiligen Gesprächspartner. Die Kalenderansicht ist übersichtlich und gut bedienbar (Abbildung 6). Beim Thema Synchronisation hat Nokia oder die freie Entwicklergemeinde aber noch Nachholbedarf: Syncml über IP funktioniert noch nicht, dafür aber der Import von Vcards. Hier heißt es wohl warten auf Syncevolution für Maemo 5.

Abbildung 6: Der Kalender des N 900 erinnert den Benutzer an einen wichtigen Termin. Syncml über IP fehlt dem Gerät noch. Syncevolution könnte das ändern.

Abbildung 6: Der Kalender des N 900 erinnert den Benutzer an einen wichtigen Termin. Syncml über IP fehlt dem Gerät noch. Syncevolution könnte das ändern.

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