Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 02/2010

Wann Blade- und wann Rackserver besser sind

Große Serverwahl

Kaufe ich weiterhin Rackserver von der Stange oder soll ich einen Bladeserver nehmen? - fragt sich mancher Admin. Durchgängiges Hotplugging sowie die Monitoring- und Managementmöglichkeiten sprechen für die Bladeserver. Der beachtliche Anschaffungspreis eher dagegen.

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Der über alle Maßen flinke Kerl hört auf den Namen Roadrunner, ist 2008 geboren und hat ein festes Revier in Los Alamos im US-Bundesstaat New Mexico. Die Rede ist von dem Linux-Supercomputer, der in der aktuellen Top-500-Liste [1] den zweiten Platz einnimmt. IBM, Hersteller des Clusters, verbaut in dem Boliden Bladeserver mit der Bezeichnung QS22, auf denen Power-X-Cell-8i- und Opteron-DC-Prozessoren hybrid rechnen. Der Datenaustausch zwischen den Modulen läuft über Infiniband.

Ziemlich normal

Der Roadrunner ist ein schöner technogischer Studienbeweis für die Leistungsfähigkeit solcher modular und sehr kompakt aufgebauter Rechnerverbünde in einem Spezialgehäuse. Der Löwenanteil aller weltweit verkauften Bladesysteme geht aber sehr normalen Tätigkeiten nach: als ERP-System, Mail- oder Webserver, Terminalserverfarm, Datenbankcluster und so weiter.

Aus Sicht des Betriebssystems, das auf einem Blade läuft, ist auch nichts Aufregends dabei - der Besitzer eines Bladeserver-Racks braucht keine speziellen Linux-Distributionen oder exotische Zusatzsoftware. Linux findet einfach eine oder mehrere schnelle Multicore-CPUs vor, zumeist reichlich RAM, eine schnelle Ethernet- oder Infiniband-Anbindung und oft ein lokales Raid mit zwei 2,5-Zoll-Festplatten. Fallen größere Mengen Nutzdaten an, liegen die auf einem externen Storage sowieso besser. Unterm Strich zimmern Blades eine Umgebung, die ein Mittelklasse-Rackserver auch bietet, was den direkten Vergleich beider Gerätearten nahelegt - und genau das hat dieses Linux-Magazin in seinem Schwerpunkt vor.

Klein, grün, heiß und laut

Der erste Artikel klassifiziert die Bladesysteme und stellt typische Eigenheiten heraus. Er erklärt beispielsweise, dass die Geräte sehr wenig Platz benötigen und warum sie signifikant weniger Strom verbrauchen als eine vergleichbare Menge Standardserver, es aber paradoxerweise Probleme mit der Stromversorgung und auch mit Überhitzung geben kann.

Verbunden mit einer günstigen HA-Prognose und einheitlicher Infrastruktur-Software kann sich trotz höherem Anschaffungspreis ein Kostenvorteil ergeben. Das in Worte und Zahlen zu fassen, müht sich der zweite Artikel. Mühsam waren es auch, die Transport- und Platzprobleme im Vorfeld des dritten Artikels zu lösen. Die Redaktion hatte sich für den Praxistest vier recht unterschiedliche Systeme be- und aufgestellt. Es galt, einen Raum mit überdurchschnittlich guter Stromversorgung zu finden - und verständnisvollen Nachbarn, die das Geräusch der Lüftungseinheiten der Blade-Chassis, die zum Teil Abfallprodukte der Triebwerkforschung sind, als Bereicherung des Büroalltags empfinden. Der gefundene Raum überhitzte bei den Tests und offenen Fenstern übrigens nicht - kalten Wintertagen sei Dank.

Im letzten Beitrag des Schwerpunktes treffen Menschen ähnlichen Zuschnitts, aber gegensätzlicher Auffassung aufeinander: Das Linux-Magazin hat IT-Leiter und Administratoren über dem Sinn der Anschaffung von Bladesystemen befragt. Alle standen schon selbst vor dieser Frage und wiegen nüchtern das Für und Wider ab.

Das Ergebnis macht klar, dass in dem einen Szenario die Vorteile eines (gut gefüllten) Blade-Chassis deutlich überwiegen, bei anderen Vorgaben dagegen Rackserver schlicht wirtschaftlicher sind, oder ihre Handhabung einfacher. Gut zu wissen.

Infos

[1] Roadrunner auf der Top-500-Liste: [http://www.top500.org/site/2996]

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