Open Source im professionellen Einsatz

© Alena Yakusheva, 123RF.com

Sechs Blade Chassis von sechs Herstellern im Vergleich

Gekreuzte Klingen

Blade-Server sind die Bastion der Hardware-Ritter von IBM, HP, Sun, Intel, Fujitsu und Dell. Im Gegensatz zum restlichen Markt lassen sich hier noch Dukaten verdienen. Das Linux-Magazin hat sich in einen Schaukampf je ein Modell der wichtigsten Produzenten vorgenommen.

Der Kampf ist hart auf dem Hardware-Markt. Zwar schneidet das Segment der Bladeserver derzeit nicht annähernd so schlecht ab wie klassische Hardware, aber gerade deshalb bekriegen sich auch hier die Produzenten mit harten Bandagen (siehe Kasten "Der Krieg der Hersteller"). Den Kunden überschwemmen sie mit einer Flut von Informationen, Begriffen und Abkürzungen. Wer die Anschaffung eines Bladeservers plant, und neutrale Informationen will, steht vor einer echten Herausforderung.

Der Krieg der
Hersteller

Heftig: Auf den Webseiten der Hersteller finden sich ganze Rubriken mit "Aufklärung" über fehlende Features oder Schwächen der Konkurrenten. Marketing-Spezialisten klären auf, was es mit den Vorwürfen der Konkurrenz auf sich hat, und wo deren Schwachstellen liegen.

So will zum Beispiel IBM Kunden in seiner "Get the Facts"-Kampagne mit abschreckenden Bildern von der minderen Qualität von Dells Verpackungsmaterial überzeugen. Man sollte meinen, wer dem auf den Leim geht, ist selbst Schuld, genauso wie der, der Dells Papp-Trageschlaufen wirklich nutzt, um den schweren Server zu bewegen. Das dürfte schon angesichts der Zentner, die hier zu stemmen sind, nicht oft vorkommen. Angesichts der hochwertigenHardware haben die Hersteller solcherlei FUD eigentlich nicht nötig

Da hilft in der Regel nur eins: Selbst Hand anlegen. Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, hat sich das Linux-Magazin vier Blade-Chassis der wichtigsten Hersteller ins Haus bestellt und unter die Lupe genommen.

Schweres Gerät

Mit den Erfahrungen und Herstellerangaben ist dabei die Übersicht in Tabelle 1 entstanden, wobei hier zum Vergleich auch zwei Server von Sun und Intel gelistet sind. Egal, ob es der Hersteller Blade Center, Chassis, Enclosure, Rack- oder Modularserver nennt, im Prinzip handelt es sich immer um ein Gehäuse im 19-Zoll-Format, das die Techniker entweder in einem Standard-Serverrack im Rechenzentrum oder Serverraum verbauen oder aber, das wie bei IBMs Blade Center S oder HPs Modell mit einem speziellen, optionalen Gehäuse kommt. Die 50 (Dell) bis 450 Kilo (HP) schweren Geräte gibts auf Palette per Kurierdienst oder speziell umgebauten Firmenwagen.

Tabelle 1: Bladeserver

Tabelle 1: Bladeserver

In der Teststellung, die alle Hersteller anbieten, ist selbstverständlich auch eine ausführliche Einführung eines Servicetechnikers enthalten, man will schließlich was verkaufen und die Preise sind nicht ohne. Für das umfangreiche Verpackungsmaterial macht sich übrigens ein eigener Raum gut.

Abbildung 1: Links Fujitsus Bladeserver, rechts der Einschub von HP, mit den Prozessoren unter den Festplatten. Als einziger Hersteller im Vergleich verbaut Fujitsu die CPUs hintereinander.

Abbildung 1: Links Fujitsus Bladeserver, rechts der Einschub von HP, mit den Prozessoren unter den Festplatten. Als einziger Hersteller im Vergleich verbaut Fujitsu die CPUs hintereinander.

Abbildung 2: Dell und IBMs Blades glänzen mit parallelem Design. Sowohl die beiden Prozessoren als auch die RAM-Slots sind sauber aufgeteilt. Im hinteren Bereich liegen die Anschlüsse zur Midplane und die Sockel der PCIe-Karten.

Abbildung 2: Dell und IBMs Blades glänzen mit parallelem Design. Sowohl die beiden Prozessoren als auch die RAM-Slots sind sauber aufgeteilt. Im hinteren Bereich liegen die Anschlüsse zur Midplane und die Sockel der PCIe-Karten.

Das Testfeld

Abbildung 3 zeigt die Geräte in den Räumen der Redaktion. Von links nach rechts: IBMs Blade Center S [1] mit Office Enablement Kit (OEK), Fujitsus BX 900 [2], Dells M1000e [3] und die HP C-Class C7000 [4].

Abbildung 3: Vier Hersteller lieferten dem Linux-Magazin Testgeräte im Gesamtwert von annähernd 200000 Euro. Ganz links IBMs Office Enablement Kit für Unternehmen ohne Serverraum. Daneben Fujitsus BX900, Dells M 1000e und das fahrbare Rack von HP mit der eingebauten C7000.

Abbildung 3: Vier Hersteller lieferten dem Linux-Magazin Testgeräte im Gesamtwert von annähernd 200000 Euro. Ganz links IBMs Office Enablement Kit für Unternehmen ohne Serverraum. Daneben Fujitsus BX900, Dells M 1000e und das fahrbare Rack von HP mit der eingebauten C7000.

Der besondere Charakter des IBM-Gerätes fällt schon beim Auspacken auf, Das optionale OEK beinhaltet ein eigenes Gehäuse für das Blade Center S mit Front- und Backdoor und Schallschutz. Auch eine so genannte Media Blade mit DVD-Laufwerk und USB-Anschlüssen sowie ein eigener Einschub für Tastatur und Display sind enthalten. Das IBM-Gerät nimmt damit ein Sonderrolle ein, Big Blue zielt auf Kunden ohne Rechenzentrum oder Serverraum ab, die aber dennoch die Rechenkapazitäten benötigen.

Ganz auf das Datencenter und für den Einbau im Standard-19-Zoll-Rack maßgeschneidert sind dagegen die Modelle der anderen Hersteller. Selbstverständlich bietet IBM, zum Beispiel mit den Chassis der H-Klasse, vergleichbare Systeme an, aber kein anderer Hersteller ein Einsteiger-Kit wie das OEK.

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