Entwickler lassen durchfallen
Wieder andere Einsatzzwecke hatte die Tallence GmbH im Sinn, die große Unternehmensportale vorrangig mit Java EE entwickelt und dazu bislang viele unterschiedliche Sun-Maschinen im Einsatz hatte. Als die nicht mehr schnell genug waren und es Zeit wurde, sie zu konsolidieren, erwog die IT-Abteilung auch Blades einzusetzen.
Sven Dehmlow, IT-Consultant bei Tallence (Abbildung 4) erinnert sich an die Entscheidungsfindung: "Wir haben uns letztlich gegen die Blade-Lösung entschieden, da die Anschaffungskosten für ein Center in keinem Verhältnis zu den Anschaffungskosten gleich schneller Standardhardware stehen. Besonders die IBM- und HP-Steuer auf jedes Zubehörteil hat sich in unserer Rechnung niedergeschlagen."
Abbildung 4: Sven Dehmlow betreut die Server der Tallence GmbH, die Java-Entwicklung betreibt. Statt Blades entschied sich das Unternehmen für leistungsstarke Server und Virtualisierung.
Er beklagt, dass für den Einsatzzweck die Fixkosten für Chassis und Managementkomponenten zu hoch seien. Er berichtet: "Heute benutzen wir mehrere starke Server und teilen sie per Virtualisierung auf." Das Unternehmen setzt dazu Doppel-Quadcores von Intel mit jeweils 24 GByte RAM, einem Raid-1 im TByte-Bereich sowie redundanten Netzteilen ein. Die Managementkonsole der Virtualisierung sei funktional vergleichbar mit Blade-Lösungen. Mittelfristig denkt Dehmlow gar über remote schaltbare Server und KVM-Steuerung nach, sieht zurzeit aber dazu noch wenig Bedarf: "Bei uns sitzt ohnehin immer ein Entwickler nahe des Servers, der die Kompetenz hat, ihn ein- und auszuschalten."
Umweltsünde - Umweltschutz
Speedpartner bezeichnet sich selbst als Full-Service-Internetagentur. Das Unternehmen aus Neuss hostet größere und kleinere Kunden und versorgt sie mit Netz- und Serverdiensten. Geschäftsführer Stefan Neufeind (Abbildung 5) hat schon mit dem Gedanken gespielt, Blades einzusetzen: "Das Thema wird in den letzten Monaten so gehypt, dass niemand daran vorbeikommt", weiß er über die Befindlichkeit der Branche.
Abbildung 5: Stefan Neufeind ist Geschäftsführer der Speedpartner GmbH in Neuss: „Blades erzeugen zu viel Wärme an einem Punkt und sind vom Preis her unattraktiv.“
Ein Rechenzentrum muss für den Betrieb von Blades ausgelegt sein. Durch ihre hohe Packdichte erzeugen sie viel punktuelle Wärme und haben - gemessen am Platzbedarf - eine hohe Energieaufnahme. Die meisten Rechenzentren sind für derartige Wärmelasten nicht konzipiert, wenn ihre Erbauer sie nicht explizit dafür geplant haben. "Unser Data Center wurde ursprünglich für Wärmelasten von rund 1000 Watt pro Quadratmeter ausgelegt", erinnert sich Neufeind und verrät: "Wir verbrauchen gegenwärtig aber schon das Drei- bis Vierfache - und das alles noch ohne Blades."
Weil sein Rechenzentrum nicht für weitere Steigerungen ausgelegt ist, hat sich das Unternehmen gegen die flachen Einschübe entschieden, da es über genügend Platz verfügt. Außerdem findet er Blades auch preislich im Verhältnis zu teuer.
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