Open Source im professionellen Einsatz

Server leicht gemacht

Ein passendes Modul bringt der Webserver Lighttpd [4] bereits in seiner Standardausstattung mit. Um das FLV-Modul zu aktivieren, muss der Nutzer nur zwei Änderungen in der Konfigurationsdatei »/etc/lighttpd/lighttpd.conf« vornehmen: Im Abschnitt »server.modules« trägt er die Zeile »"mod_flv_streaming",« ein. Häufig ist sie bereits vorhanden, nur das Kommentarzeichen ist noch zu entfernen (Abbildung 2). Unterhalb dieser Sektion ordnet die Zeile »flv-streaming.extensions = ( ".flv" )« die Anfragen nach FLV-Dateien dem Modul zu.

Ein Neustart des Webservers, den in der Regel das Kommando »/etc/init.d/lighttpd restart« erledigt, sorgt dafür, dass die neue Einstellung wirksam wird.

Der Flowplayer - derzeit in Version 3.1.5 - steht als komprimiertes Archiv mit allen benötigten Komponenten zum Download bereit. Der Tarball enthält auch eine hübsche Beispielseite, deren Code der HTML-kundige Anwender fast alles entnehmen kann, was er zur Einbindung des Flashobjekts wissen muss. Im Grunde ist es nur erforderlich, dass die SWF-Datei »flowplayer-3.1.5.swf« auf dem Webserver zu finden ist, dazu die Javascript-Datei »flowplayer-3.1.4.min.js«, die für eine einheitliche Schnittstelle zum Flashobjekt sorgt.

Listing 1:
»index.html«

01 <html>
02   <head>
03     <!-- Diese Javascript-Datei sorgt für das Einbetten
04          und stellt die Flowplayer-API bereit.
05     -->
06         <script type="text/javascript" src="flowplayer-3.1.4.min.js"></script>
07   </head>
08   <body>
09     <!-- Im A-Tag findet der Flowplayer Platz. -->
10     <a
11       href="video.flv"
12       style="display:block;width:520px;height:330px"
13       id="player">
14     </a>
15     <!-- Dieser Javascript-Aufruf installiert den Player in das A-Tag. -->
16     <script>
17       flowplayer("player", "flowplayer-3.1.5.swf");
18     </script>
19   </body>
20 </html>

Daneben gibt es zahlreiche Konfigurationsoptionen sowie Erweiterungen für den Player. Zum einfachen Einstieg ist es empfehlenswert, zunächst die komplette Flowplayer-Distribution im Webroot-Verzeichnis zu entpacken und die Beispielseite im Browser aufzurufen (Abbildung 3). Daneben hilft die sehr verständliche Dokumentation auf der Flowplayer-Homepage weiter. Die allerwichtigsten Angaben zur Einbindung des Players in eine HTML-Seite zeigt Listing 1.

Abbildung 2: Der freie Webserver Lighttpd bringt bereits ein Modul für das Flash-Streaming mit, der Admin braucht nur den Eintrag in der Konfigurationsdatei einzukommentieren.

Abbildung 2: Der freie Webserver Lighttpd bringt bereits ein Modul für das Flash-Streaming mit, der Admin braucht nur den Eintrag in der Konfigurationsdatei einzukommentieren.

Abbildung 3: Die Macher des Flowplayer liefern eine einfache Beispielseite mit, die die Einbindung des Flashobjekts einfach macht.

Abbildung 3: Die Macher des Flowplayer liefern eine einfache Beispielseite mit, die die Einbindung des Flashobjekts einfach macht.

Apache spult

Wer bereits einen Apache-Webserver betreibt oder andere gute Gründe für dessen Einsatz hat, geht in Sachen Videokomfort nicht leer aus. Allerdings kann er sich nicht über fertig mitgeliefertes FLV-Zubehör freuen, sondern muss das passende Modul selbst kompilieren (Abbildung 4).

Der polnische Programmierer Artur Bodera hat das von Paul Querna geschriebene Modul »mod_flvx« gepatcht und stellt es unter [5] zum Download im C-Quelltext bereit. Zum Übersetzen für Apache 2 sind dessen Entwickler-Header erforderlich. Unter Ubuntu beispielsweise kommt für den Standard-Threaded-Apache das Paket »apache2-threaded-dev« zur Verwendung, für die Prefork-Variante »apache2-prefork-dev«. Die Entwicklerpakete bringen gleich das Apache-Extension-Tool »apxs2« als Binary mit.

Die folgende Zeile, mit Root-Rechten ausgeführt, kompiliert und installiert das Modul:

apxs -c -i ./mod_flvx.c

Anschließend hängt der Admin noch Folgendes an die Apache-Konfiguration an, auf Ubuntu-Systemen also an die Datei »/etc/apache2/apache2.conf«:

LoadModule flvx_moduleU
 /usr/lib/apache2/modules/mod_flvx.so
AddHandler flv-stream .flv

Nach einem Restart des Webservers, etwa durch den Befehl »/etc/init.d/apache2 restart«, ist das Modul aktiviert und der traditionsreiche Apache kann im modernen 2.0-Video-Web mitspielen.

Der russische Server-Newcomer Nginx [6] bietet ebenfalls ein FLV-Modul zum willkürlichen Spulen an. Wer dies nutzen will, muss allerdings schon vor dem Übersetzen aus dem Quelltext mit der Konfigurationsoption »--with-http_flv_module« aktivieren.

Abbildung 4: Das Apache-Extension-Tool hilft beim Übersetzen und Installieren des FLV-Moduls für den HTTP-Server.

Abbildung 4: Das Apache-Extension-Tool hilft beim Übersetzen und Installieren des FLV-Moduls für den HTTP-Server.

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