Decoder entschlüsseln
In der Praxis ist das größte Problem meist nicht die Installation, sondern herauszufinden, welcher Codec überhaupt fehlt. Das Programm Mediainfo [3] schafft Abhilfe (Abbildung 3). Es kennt rund 30 Container-Formate und die meisten gängigen Codecs. Füttert man die Software mit einer Multimediadatei, verrät sie die Namen der zur Kodierung verwendeten Algorithmen, also die Namen der zur Wiedergabe benötigten Codecs.
Abbildung 3: Mediainfo gibt Auskunft: Das Programm zeigt technische Details und zusätzliche Tag-Informationen von Video- und Audiodaten in Container-Dateien an.
Mediainfo analysiert Dateien und zeigt in der Standardansicht zunächst nur allgemeine Informationen wie die in einem Container enthaltenen Dateien (Video, Ton und Text), die Wiedergabelänge, die Dateigröße und gegebenenfalls in der Datei gespeicherte Metadaten (Titel-, Autoren- und Copyright-Informationen). Dabei berücksichtigt Mediainfo, dass viele Container-Formate mehrere gleichartige Inhalte beherbergen können, also beispielsweise verschiedensprachige Tonspuren für einen Film.
Experten befragen das Programm optional nach der Größe enthaltener Bilder und der Sampling-Rate von Tonspuren. Eine Textansicht bereitet die Informationen so auf, dass der Anwender sie bequem per Copy & Paste weiterverwenden kann (siehe Abbildung 4). Alternativ arbeitet das auskunftsfreudige Programm auf der Kommandozeile und kooperiert auch mit Skripten aller Art (Abbildung 5). Ein typisches Einsatzgebiet wäre etwa die automatische Konvertierung von Dateien, die einen bestimmten Codec einsetzen. Die etwas unübersichtliche Ausgabe stutzt der Anwender sich vorher mit »grep« und Konsorten zurecht.
G Abbildung 4: Wer die von Mediainfo ermittelten Daten per Copy & Paste extrahieren möchte, findet sie im Textmodus passend aufbereitet vor.
E Abbildung 5: Die Mediainfo-Kommandozeilenversion präsentiert ihre Informationen auf der Shell - ideal zur Weiterverarbeitung in Skripten.
Die liebe Verwandtschaft
Mediainfo steht unter einer freien Lizenz (GPL oder LGPL, laut Homepage) und informiert unter Windows, Mac OS X und allen gängigen Linux-Distributionen. Das ursprünglich unter Windows entwickelte C++-Programm bietet unter Linux leider noch nicht alle Funktionen im GUI; die Windows-Variante kennt mehr Konfigurationsmöglichkeiten und Darstel- lungsoptionen. Der Grund für diese Verluste beim Portieren ist, dass die unter Windows verwendete Grafikbibliothek VLC für Linux nicht existiert. Ein Neuanfang mit der plattformunabhängigen Bibliothek Wxwidgets [4] war deshalb notwendig. Projekt-Maintainer Jerome Martinez sucht aus diesem Grund speziell nach Linux-Programmierern, die sich mit dieser freien Bibliothek auskennen.
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