Das Beste beider Welten vereinen
Eine Mischung aus Loadbalancing und Failover erscheint nun als der Königsweg, der die Vorteile anderer Szenarien kombiniert ohne ihre Nachteile zu erben. Abbildung 3 zeigt ihn: Wenn alle Server funktionieren, verteilt sich die Last auf beide Stränge. Fällt ein einzelnes System oder ein ganzer Strang aus, verteilt sich automatisch die Last um.
Beispielsweise ließen sich die Webserver so konfigurieren, dass sie bei Ausfall der Caches die komplette Seite inklusive der statischen Elemente selbst ausliefern könnten. Oder so, dass ein Datenbank-Server die Last zweier Webserver trägt. Dazu muss der Admin allerdings innerhalb des VLANs die einzelnen Server vermaschen, sodass jeder über einen Heartbeat feststellen kann, wenn ein benachbarten System ausgefallen ist.
Im Fehlerfall muss das Setup eine neue Route setzen - effizient gelingt das, wenn der Admin im Router eine zusätzliche IP-Adresse anlegt, die wiederum den Traffic auf die konkreten IPs der Server umleitet. Die Alternativlösung über DNS wäre zu langsam, da es im DNS seine Zeit dauert, bis eine neue Adresse proklamiert ist. Die Lösung über eine zusätzliche IP lässt sich dagegen in wenigen Augenblicken in Gang setzen.
Testen, testen, testen
Wer eines der vorgestellten Szenarien nachbaut, sollte es nach der ersten Inbetriebnahme ausgiebig testen. Zum Simulieren der HA-Fehlerfälle genügt meist, den einen oder anderen Stecker zu ziehen und die Erreichbarkeit des Webangebots zu testen. Performance-Benchmarking ist nicht so einfach.
Zuerst sollte sich der Admin über die Eckdaten klar werden: Geht es um Antwortzeiten oder um Stabilität des Systems? Welche Maximallast ist zu erwarten und welche Antwortzeiten empfinden die Benutzer als "wünschenswert" und welche als "akzeptabel"? Soll der Test lediglich eine Applikation oder die gesamte Infrastruktur erfassen? Welche Fehlerrate ist zu Stoßzeiten für bestimmte Applikationen hinnehmbar, welche Applikation fordert durchgehend null Fehler?
Anhand dieser Kriterien sucht der Systemverantwortliche nun einen Benchmark von der Stange aus oder muss selbst einen schreiben. Damit erhobene Messwerte vergleicht er mit den Vorgaben und kann das System produktiv schalten und sich entweder zufrieden zurücklehnen. Oder er muss weitere Tuningmaßnahmen ergreifen - eventuell in Zusammenarbeit mit den Programmierern seiner Webapplikationen.
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