Hase und Igel
Openstreetmap und Gosm können in einigen Punkten (noch) nicht mit dem mächtigen Konkurrenten Google mithalten. Das betrifft vor allem die Geschwindigkeit der Server, wodurch gelegentlich Wartezeiten entstehen, die jedoch glücklicherweise nicht lange genug sind, um nervenaufreibende Pausen entstehen zu lassen. Darüber hinaus kann Google vollständigeres Kartenmaterial vorweisen. Openstreetmap und auch Gosm verfügen bisher nicht über Routenplaner, die Programme messen lediglich die Distanz per Luftlinie. Zudem gibt es in Gosm keine Suchfunktion, sondern nur eine lange Liste der verzeichneten Orte. Durch Eingabe der Anfangsbuchstaben springt der Benutzer zwar schnell zur richtigen Stelle, aber dies ersetzt eine richtige Suchfunktion leider nicht.
Gosm zeigt dennoch deutlich, wo die Vorteile freier Software - oder in diesem Fall freier Daten - liegen. Das »Export«-Feature erlaubt es, ausgewählte Kartenbereiche als PNG-Bilddatei zur weiteren Verwendung abzuspeichern. Genau diese Möglichkeit bleibt Nutzern proprietären Kartenmaterials aus rechtlichen Gründen verwehrt. Ein spezieller »Atlas«-Modus konstruiert eine Karte als eine Reihe von Bilddateien oder als PDF, das sich völlig legal etwa zum Ausdrucken, Mitnehmen und Weiterverwenden eignet. Dabei definiert der Benutzer das Papierformat nach Wunsch, wodurch sich Detailtiefe und Gesamtgröße ergeben.
Für die Fahrradtour gibt es also die anvisierten Wege im Westentaschenformat, während der Trip im Wohnmobil durch Nordamerika die Mitnahme von umfangreichen Karten nahelegt.
Heimspiel
Gosm funktioniert auch ohne Internetverbindung, wenn das entsprechende Material auf der Festplatte vorliegt. Beim Durchstöbern der Welt speichert das Programm automatisch alle vom Server geladenen Daten in einem lokalen Cache-Verzeichnis, sodass mehrfache Downloads nicht nötig sind. Diese Daten landen jedoch in der Voreinstellung im »/tmp«-Verzeichnis. Das System entfernt sie somit nach einer gewissen Zeit wieder. Um dies zu verhindern, definiert der Benutzer im Einstellungsdialog einen anderen Ort für das Cache-Verzeichnis, und schon kann er bereits erkundete Gebiete auch ganz ohne Netzverbindung betrachten.
Gosm-Entwickler Kürten ist potenziellen Helfern gegenüber aufgeschlossen. Wer sich am Projekt beteiligen will, nimmt formlos per Mail Kontakt auf. Auch Nichtprogrammierer helfen natürlich Gosm, wenn sie Openstreetmap unterstützen. Kartografen aller Art sind gesucht; sie können mit dem GPS-Gerät bisher nicht kartografiertes Gelände erschließen, Straßen zeichnen oder kategorisieren und vieles mehr. Näheres dazu verrät das Openstreetmap-Wiki.
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