Im Einsatz
Seit Januar dieses Jahres läuft in La Rioja im Norden Argentiniens ein Medical-Musterprojekt. Dort entfaltet die Software ihr ganzes Potenzial, denn die Mitarbeiter vor Ort legen umfangreiche Statistiken über die gesundheitlichen und sozialen Rahmenbedingungen in den Dörfern dieser eher armen Region an. Diese sollen sowohl bei der direkten Versorgung der Bewohner helfen als auch Informationen über gegebenenfalls notwendige Maßnahmen an das Gesundheitsministerium liefern. Der Projektaufbau zeigt, dass Medical keine speziellen Ansprüche stellt: Das System läuft auf einem gewöhnlichen Ubuntu-System mit einer PostgreSQL-Datenbank.
Des Weiteren kooperiert Gnusolidario mit dem argentinischen Leukämieforschungszentrum Fundaleu [4]. Seit Mai 2008 arbeitet das Gnusolidario-Projekt daran, das an Fundaleu angeschlossene Krankenhaus mit Linux-Laptops zu versorgen und die Computer-Infrastruktur der gesamten Institution mittels freier Software zu verbessern.
Im Bildungsbereich fehlen bislang derart umfangreiche Lösungen. Glücklicherweise haben sich zahlreiche freie Projekte dieses Themas angenommen. In vielen Fällen ist es schon hilfreich, Desktop-PCs und Server einzurichten, damit Schüler und Lehrer einen kostengünstigen Zugriff auf Lernsoftware und das Internet erhalten. Gnusolidario hilft beim Aufbau einer Linux-basierten Netzwerkstruktur in der Schule von Los Pereyra in der argentinischen Provinz Santiago del Estero.
Karten für den Desktop
Das Duo Google Maps [5] und Google Earth [6] ist hinlänglich bekannt. Der Webdienst und die Desktopsoftware sind abgesehen von einigen Zusatzfeatures kostenlos, aber keineswegs frei. Der Anwender darf das Google-Kartenmaterial nicht anderweitig einsetzen. Das war für das Projekt Openstreetmap [7] bereits vor über fünf Jahren Grund genug, eine wirklich freie Alternative zu Google Maps ins Leben zu rufen. Sie basiert auf dem Wiki-Prinzip: Jeder User steuert Informationen bei, die zusammen eine inzwischen in vielen Regionen der Erde beinahe flächendeckende Landkarte im World Wide Web bilden (siehe Artikel im GPS-Schwerpunkt dieses Hefts).
Für den Entwickler Sebastian Kürten dient Openstreetmap als Inspiration und Grundlage für eine ebenfalls freie Alternative zu Google Earth. Sein Projekt Gosm (GTK Openstreetmap Tool, [8]) fungiert analog zu Google Earth als Desktop-Programm, das die Daten aus Openstreetmap in einer eigenständigen Benutzeroberfläche präsentiert (siehe Abbildung 5). Statt des in Openstreetmap verwendeten Tools Osmarender [9] greift Gosm bei der grafischen Darstellung des Kartenmaterials auf Mapnik [10] zurück. Das führt zu einer feineren und dadurch übersichtlicheren Anzeige. Davon kann sich der Anwender selbst überzeugen, denn Osmarender steht als Alternativmodus ebenfalls zur Verfügung.
Mit dem »Cycle«-Modus verfügt Gosm über ein einzigartiges Feature. Statt der gewöhnlichen Straßen stellt es Fahrradwege in den Vordergrund (siehe Abbildung 6), sodass der Planung des nächsten Zweiradurlaubs nichts mehr im Wege steht - außer der Tatsache, dass noch nicht alle Regionen vollständig erfasst sind.
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