GUI oder Shell
Die grafische Oberfläche Multisync wirkt auf den ersten Blick recht spartanisch (siehe Abbildung 3). Der Schein trügt nicht: Die GTK-Anwendung erledigt zurzeit nur einfache Aufgaben; Konfigurationen für komplexere Synchronisationsvorgänge erfordern Handarbeit und gute XML-Kenntnisse.
Alternativ bietet sich Kitchensync als GUI an (siehe Abbildung 4). Aber Vorsicht: Die Entwicklung des alten KDE-Synchronisationstools Kitchensync ist schon vor einiger Zeit eingeschlafen. Damals entschloss sich das KDE-Team, die eigenen Ansätze zur Synchronisation aufzugeben und sich dem Opensync-Projekt zuzuwenden. Der Name ist allerdings geblieben - Kitchensync heißt nun die grafische KDE-Oberfläche von Opensync.
Ein Opensync-Plugin für die KDE-PIM-Suite fehlt momentan - ein weiteres Opfer der Umstellung von KDE 3 auf KDE 4. Anwender, die Kontact unter KDE 4 synchronisieren wollen, müssen sich noch ein wenig gedulden. Das Opensync-Projekt entwickelt zurzeit ein Plugin für Akonadi [11]. Dieser Dienst kümmert sich unter KDE 4 um die Verwaltung der PIM-Einträge. Das Plugin soll wahrscheinlich mit Version 0.40 von Opensync ausgeliefert werden (aktuell ist 0.39).
Shell-Fans dürften sich über »msynctool« freuen. Das Kommandozeilentool stellt Aufrufoptionen bereit, mit denen der Anwender beispielsweise eine neue Gruppe anlegt (»--addgroup Gruppenname«), die verfügbaren Plugins auflistet (»--listplugins«), Plugins zu einer Gruppe hinzufügt (»--addmember Gruppenname Plugin-Name«) und die einzelnen Plugins konfiguriert (»--configure Gruppenname 1«, um das erste Plugin einzurichten, »--configure Gruppenname 2« für das zweite und so weiter). Für viele Plugins stehen im Netz Rezepte bereit, die als Vorlage für die eigene Einrichtung dienen können. Das Ubuntu-Users-Wiki ist eine gute Anlaufstelle und enthält Artikel zur Konfiguration der gängigsten Opensync-Erweiterungen [12].
Anschließend bringt der Anwender beide Seiten zunächst auf den gleichen Stand. Dazu synchronisiert er in eine Richtung und gibt so automatisch einer Quelle den Vorrang. Bei der späteren Benutzung nimmt Opensync dann den Zeitstempel zu Hilfe, um Prioritäten zu setzen und eventuelle Konflikte aufzulösen.
Fazit
Für jede Synchronisationsaufgabe steht ein passendes Werkzeug bereit. Leider gibt es aber kein Tool, das alles kann. Wer Daten über SMB oder via NFS synchronisieren möchte, sollte sich Conduit ansehen, muss aber vorher Avahi installieren. Alternativ macht er die Daten vorher lokal verfügbar und gleicht mit Rsync oder Unison ab. Bei letzterer Variante sollte der Benutzer jedoch unbedingt darauf achten, dass Dateinamen und Verzeichnisse keine Umlaute enthalten.
Als modulares Framework hat Opensync gute Chancen, sich zum Standard für künftige Synchronisations-Werkzeuge zu mausern. Leider macht der Umstieg von KDE 3 auf 4 der KDE-PIM-Erweiterung einen Strich durch die Rechnung und verhindert derzeit noch einen Abgleich mit Kontact. Wer Evolution als Groupware-Client nutzt, profitiert aber jetzt schon von Opensync. (hej)
| Infos |
|---|
| [1] Rsync: [http://www.samba.org/rsync] [2] Achim Leitner, "Recycling-Meister": Linux-Magazin 08/2007, S. 46, [http://www.linux-magazin.de/Heft-Abo/Ausgaben/2007/08/Recycling-Meister] [3] Gadmintools: [http://gadmintools.org] [4] Grsync: [http://www.opbyte.it/grsync] [5] Backup Monitor: [http://sourceforge.net/projects/backupmon] [6] Unison: [http://www.cis.upenn.edu/~bcpierce/unison] [7] Dmitri Popov, Anika Kehrer, "Der Klassiker: Unison - der Nachwuchs: Conduit": Linux-Magazin Online vom 25.01.2008, [http://www.linux-magazin.de/Online-Artikel/Synchronisation-mit-Unison-und-Conduit] [8] Conduit: [http://live.gnome.org/Conduit] [9] Lennart Poettering, "Null Arbeit": Linux-Magazin 03/2006, S. 64, [http://www.linux-magazin.de/Heft-Abo/Ausgaben/2006/03/Null-Arbeit] [10] Opensync: [http://www.opensync.org] [11] Akonadi: [http://pim.kde.org/akonadi] [12] Opensync-Artikel im Ubuntu-Users-Wiki: [http://wiki.ubuntuusers.de/OpenSync] |
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