Open Source im professionellen Einsatz

Conduit

Das in Python und PyGTK geschriebene Tool Conduit wird als Nachfolger von Unison gehandelt [8]. Die Software ist ebenfalls in der Lage, beidseitig abzugleichen - und das nicht nur lokal, auf USB-Medien und über NFS- oder CIFS-/SMB-Shares, sondern auch mit Evolution und mit Onlinediensten wie zum Beispiel Picasa, Shutterfly, F-Spot, Flickr oder Facebook. Auch vor der Synchronisation mit verschiedenen Office-Applikationen, mit Tomboy oder Backpack scheut Conduit nicht zurück. Dabei berücksichtigt das Programm Konflikte, die sich ergeben. Der Anwender stellt im Konfigurationsdialog ein, ob Conduit nachfragt, die ältere Version ersetzt oder Konflikte einfach übergeht.

Die Synchronisation mit Daten über das Netzwerk funktioniert derzeit nicht über bekannte Protokolle wie RSH oder SSH. Conduit setzt auf Avahi [9], um Geräte zu vernetzen, ohne dass der Anwender diese vorher einrichten muss.

Das Programmfenster ist zweigeteilt: Links befinden sich die Sychronisationsorte (Quellen und Ziele), rechts ein Panel zur Verknüpfung der einzelnen Komponenten (siehe Abbildung 2). In diesen Bereich zieht der Anwender von links per Drag & Drop eine Komponente und öffnet damit eine neue Gruppe für Synchronisationsobjekte. Von diesen definiert der Benutzer optional gleich mehrere. Will er die eigene Bildersammlung nicht nur mit Picasa teilen, fügt er der Gruppe beispielsweise als weitere Ziele Facebook oder Flickr hinzu.

Auch Ordner auf externen USB-Medien oder mobilen Endgeräten (Nokia N800, I-Pod und so weiter) sind möglich. In der Voreinstellung läuft die Verbindung in eine Richtung; sind zwei Synchronisationspartner allerdings in der Lage, beidseitig abzugleichen, definiert der Anwender dies bequem über das Kontextmenü der rechten Maustaste.

Praktischerweise konvertiert Conduit Dateiformate beim Abgleich. Lädt der Anwender etwa Bilder von Flickr herunter, kann er im Kontextmenü des Flickr-Elements angeben, in welcher Auflösung diese auf der Platte landen.

Opensync

Opensync ist derzeit wohl das leistungsstärkste Synchronisations-Werkzeug [10]. Das Programm gleicht Adressen, Kalendereinträge und andere Daten zwischen verschiedenen Geräten (Computern, PDAs oder Handys) oder Programmen ab. Der Multisync-Nachfolger ist modular aufgebaut und hat eine Vielzahl von Plugins im Gepäck. Zurzeit arbeitet Opensync beispielsweise mit Evolution, Gnokii, Sunbird (Synchronisation über Webdav) und Google Calendar zusammen. Zudem sind Synchronisationen mit verschiedenen Handhelds oder Mobiltelefonen möglich.

Das Opensync-Framework bietet eine Programmierschnittstelle (API) und Bindings für Python an, sodass ambitionierte Bastler ein Fundament für professionelle Eigenentwicklungen haben. Die Entwickler warnen ausdrücklich davor, Opensync ohne vorherige Datensicherung einzusetzen - das Projekt befindet sich noch im Entwicklungsstadium.

Zunächst legt der Anwender eine Gruppe an. Diese enthält dann die benötigten Plugins für die Mitglieder, also die Programme oder Geräte, die es zu synchronisieren gilt. Die entsprechenden Erweiterungen für die gewünschten Aufgaben sollten installiert sein, bevor der Benutzer die einzelnen Synchronisations-Wege vereinbart. Dazu arbeitet er wahlweise mit einem der grafischen Frontends oder auf der Kommandozeile.

Abbildung 3: Achtung, Verwechslungsgefahr: Das GTK-Programm Multisync heißt genauso wie der Vorgänger des Opensync-Framework.

Abbildung 3: Achtung, Verwechslungsgefahr: Das GTK-Programm Multisync heißt genauso wie der Vorgänger des Opensync-Framework.

Abbildung 4: Die KDE-Oberfläche des Opensync-Framework heißt Kitchensync – genau wie ein nicht mehr länger gepflegtes Synchronisationstool.

Abbildung 4: Die KDE-Oberfläche des Opensync-Framework heißt Kitchensync – genau wie ein nicht mehr länger gepflegtes Synchronisationstool.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 3 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Als digitales Abo

Als PDF im Abo bestellen

comments powered by Disqus

Ausgabe 07/2013

Preis € 6,40

Insecurity Bulletin

Insecurity Bulletin

Im Insecurity Bulletin widmet sich Mark Vogelsberger aktuellen Sicherheitslücken sowie Hintergründen und Security-Grundlagen. mehr...

Linux-Magazin auf Facebook