Open Source im professionellen Einsatz

Roadwarrior

So besteht für ihn die Möglichkeit, Anrufe sowohl mit dem komfortablen Desktop-Telefon am Arbeitsplatz entgegenzuneh- men, aber auch unterwegs mit seinem Skype-Softclient. Diese Weiterleitung ist für den Anrufer unsichtbar, der Ange- rufene ist weltweit unter seiner klassischen Nebenstellennummer erreichbar. Den folgende Dialplan in der »extensions. conf« ergänzt pro Mitarbeiter je eine zusätzliche Konfigurationszeile mit einem Verweis auf die Skype-Identität:

[isdn-in]
exten => 1234,1,DIAL(SIP/lm-employee1&&SKYPE/skype-lm-central/skype-lm-employee1)
exten => 1235,1,DIAL(SIP/lm-employee2&&SKYPE/skype-lm-central/skype-lm-employee2)

Wenn für den Context »[isdn-in]« ein Anruf auf die Nebenstelle 1234 kommt, startet Asterisk das Programm »DIAL« und leitet gleichzeitig den Anruf an die SIP-Identity »lm-employee1« und an eine beliebige Skype-Identität wie in dem Beispiel »skype-lm-employee1« weiter. Jetzt läuten sowohl das SIP-Hardphone als auch der Skype-Client, der Empfänger kann ein Gespräch an beiden Enden entgegennehmen.

Für den Anrufer ergibt sich kein Unterschied, ob der Angerufene sein Handset oder seinen Skype-Client verwendet. Hingegen ist für den über Skype Angerufenen leider nicht zu erkennen, wer ihn denn anklingelt. Die Ursache liegt auf der Hand: Gegenstelle ist ja immer der vermittelnde Asterisk-Server mit der Skype-Identity »skype-lm-central«. Möglicherweise unterstützen künftige Versio- nen von SFA auch Messaging, dann ließe sich die Identität des Anrufers als Skype-Instant-Message mitsenden.

Ein weiteres Szenario ergibt sich durch die vergleichsweise günstigen Skype-Festnetztarife. Es ist ohne Weiteres möglich, die Asterisk-Nebenstellenanlage so zu konfigurieren, dass beispielsweise alle Gespräche ins ausländische Festnetz nicht ISDN, sondern Skype nutzen.

Least-Cost-Routing

Das schlägt vor allem bei internationalen Verbindungen deutlich zu Buche, kostet doch eine Minute ins chinesische Festnetz mittels Skype nur 2 Cent pro Minute, mit der Deutschen Telekom mehr als das Doppelte, je nach Vertrag ab 5 Cent. Im Testsetup lösten die Autoren dieses Artikels die Aufgabe so, dass der Benutzer ein fixes Präfix »99« vor der vollstän- digen Rufnummer eingibt:

exten => _99.,1,DIAL(SKYPE/skype-lm-central@${EXTEN:2})

Durch dieses Präfix kommt eine Regel im Dialplan zum Tragen, die anstelle des »chan_capi« den »chan_skype« verwen- det und dann per Skype-out in das Fest- netz telefoniert. Weil Asterisk eine sehr flexible Skript-Einbindung beinhaltet, lässt sich aber anstatt des Präfix auch eine richtige Least-Cost-Logik einbinden (Abbildung 4).

Abbildung 4: Auch als Least-Cost-Router ist Asterisk zu gebrauchen. Klartextdateien und hervorragende Skripting-Eigenschaften machen die Entwicklung einer eigenen Routing-Logik recht einfach.

Abbildung 4: Auch als Least-Cost-Router ist Asterisk zu gebrauchen. Klartextdateien und hervorragende Skripting-Eigenschaften machen die Entwicklung einer eigenen Routing-Logik recht einfach.

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