Open Source im professionellen Einsatz

GT und M: Noch nicht dabei

In den Repositories der meisten Distributionen lagert zurzeit leider nur das verwaiste Qlandkarte. Die beiden Nachfolger GT und M stehen immer noch nur als Quellcode zur Verfügung, den sich der Anwender auch noch selbst aus dem SVN-Repository pulen muss. Für die Inbetriebnahme installiert er zunächst die Pakete von Subversion, Cmake, GDAL, Proj4, Qt 4 und Libusb und stellt den letzten vier noch die Entwicklerpakete beiseite. Dann zapft er das SVN an und übersetzt das Programm mit:

svn co https://qlandkartegt.svn.sourceforge.net/svnroot/qlandkartegt/QLandkarteGT/trunk QlandkarteGT
mkdir build_QLandkarteGT
cd build_QLandkarteGT
cmake ../QLandkarteGT
make
sudo make install

Damit nicht genug: Auch die Treiber für Garmin-GPS-Geräte muss der Anwender nach dem gleichen Muster separat einspielen und manuell kompilieren:

svn co https://qlandkartegt.svn.sourceforge.net/svnroot/qlandkartegt/GarminDev/trunk GarminDev
mkdir build_GarminDev
cd build_GarminDev
cmake ../GarminDev
make
sudo make install

Ein »qlandkartegt« startet dann die Anwendung, in deren Menü »Datei« sich eine Karte laden lässt.

Um in diese hinein- oder herauszuzoomen, taugen das Mausrad oder die Tasten [+] und [-]. Bei großen Karten, zum Beispiel aus dem Openstreetmap-Projekt [10], verhält sich Qlandkarte GT allerdings etwas träge. Oft hilft es, über die grünen Plus- und Minus-Zeichen die Details zu reduzieren.

Qlandkarte GT kann keine einzelnen ».img«-Dateien laden, sondern verlangt immer nach einer Garmin-Kartensammlung (».tdb«). Um ein solches Paket aus einer ».img«-Datei zu generieren, braucht es Werkzeuge wie Mkgmap [11] oder Gmaptool [12]. Von Garmin verschlüsselte Karten kann Qlandkarte GT wie alle freien Programme nicht laden [13].

Wer braucht Google?

Auf Windows muss heute kein Anwender mehr zurückgreifen, nur weil er die Daten seines GPS-Geräts aufbereiten oder anschauen möchte. Mit den GPS-Clients, Qlandkarte und freier Software vom Mobiltelefon lassen sich anschauliche Karten generieren und Tracks oder Waypoints nach Openstreetmap hochladen. Dessen Karten sind ohnehin meist aktueller und deutlich detailreicher als die vom Hersteller mitgelieferten. Einen Serviceprovider wie Nokia oder Google braucht der Linuxer da wirklich nicht mehr, die bleiben den Windows-Benutzern vorbehalten.

Infos

[1] Gpsd-Clients (auf der Webseite von Gpsd): [http://gpsd.berlios.de]

[2] Gpsdrive: [http://gpsdrive.de]

[3] Festival: [http://www.cstr.ed.ac.uk/projects/festival/]

[4] Kismet: [http://www.kismetwireless.net]

[5] Gpsbabel: [http://www.gpsbabel.org]

[6] Qlandkarte GT und Qlandkarte M: [http://www.qlandkarte.org]

[7] Geotiff: [http://trac.osgeo.org/geotiff]

[8] GDAL-Bibliothek: [http://www.gdal.org]

[9] Qtopia: [http://qpe.sourceforge.net]

[10] Openstreetmap-Projekt:[http://wiki.openstreetmap.org/wiki/User:Computerteddy]

[11] Mkgmap: [http://www.mkgmap.org.uk]

[12] Gmaptool: [http://www.anpo.republika.pl/download.html#gmaptool]

[13] Freie Karten auf dem Garmin-Navi: [http://www.linux-magazin.de/Online-Artikel/Kostenlose-Karten-fuers-Navi-mit-Openstreetmap?category=0]

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