Open Source im professionellen Einsatz

Sprachausgabe und Sniffer

Die freie Sprachsynthese-Software Festival [3] bringt Gpsdrive dann zwar doch noch das Sprechen bei, was insbesondere bei Autofahrten vorteilhaft ist. Die über Lautsprecher ausgegebenen Informationen beschränken sich allerdings auf allgemeine Angaben wie Geschwindigkeit, Richtung und Abstand zum Ziel und lassen sich nicht mit einem modernen Navigationsgerät vergleichen.

Zusammen mit dem WLAN-Sniffer Kismet [4] sucht das Navigationssystem nach Accesspoints in der Umgebung und vermerkt sie in seiner Karte. Wer das ausprobiert, stellt überrascht fest, wie viele ungeschützte WLANs es in Großstädten immer noch gibt. Der Einsatz dieser Wardriving-Funktion ist rechtlich aber problematisch.

Fehlendes Kartenmaterial in verschiedenen Zoomstufen rüstet der Benutzer bequem über einen eigenen Menüpunkt nach (»Options | Maps | Download«). Als Quelle dienen das Openstreetmap-Projekt, Satellitenaufnahmen der Nasa oder eigenes Kartenmaterial.

Ist im Hauptfenster »Auto best map« aktiviert, wählt Gpsdrive selbstständig den derzeit bestmöglichen Maßstab. Sonst verändert ihn der Anwender per Schieberegler am unteren Rand. Auf der Karte zeigt ein Kompasssymbol den aktuellen Standpunkt, mit der rechten Maustaste markiert der Benutzer das Ziel, woraufhin Gpsdrive die Entfernung am unteren Fensterrand berechnet. Dort finden sich auch Geschwindigkeit und eventuelle Höhenangaben. Ist der Benutzer nicht am aktuellen Standpunkt des GPS-Geräts interessiert, schaltet er den »Pos. mode« ab und springt per Mausklick zum entsprechenden Punkt in der Karte.

Eigene Wegstrecken nimmt Gpsdrive im GPX-Format entgegen, wie sie beispielsweise Gpxlogger aus den Gpsd-Clients, Gpsbabel [5] oder die im Grundlagen-Artikel beschrieben Handy-Tools erzeugen. Umgekehrt lassen sich selbst definierte Tracks auch aus Gpsdrive fürs Mobiltelefon exportieren.

Qlandkarte GT

Garmin stellt zwar schicke GPS-Empfänger her, die Software bleibt jedoch Windows- und Mac-OS-X-Nutzern vorbehalten. Der Entwickler Oliver Eichler wollte dies nicht hinnehmen und entwickelte kurzerhand das umfangreiche Softwarepaket Qlandkarte (Abbildung 4). Das ließ sich zwar über Plugins an verschiedene GPS-Empfänger anpassen, erwies sich aber auf Dauer trotzdem als zu unflexibel.

Also verpasste ihm sein Schöpfer einen neuen Unterbau, der auch größere Karten mühelos jongliert, und nannte das Ergebnis Qlandkarte GT (Abbildung 5, [6]). Die Alternative zum proprietären Garmin-Programm Mapsource bringt in erster Linie Karten im Geotiff- [7] und Garmins IMG-Vektorkarten-Format auf den Bildschirm.

Abbildung 4: Zum Vergleich: Eine mit dem Mobile Trail Explorer aufgezeichnete zügige Autobahnfahrt zeigt Qlandkarte als Track und Höhenprofil in der separat hinzugeladenen Openstreetmap-Straßenkarte ...

Abbildung 4: Zum Vergleich: Eine mit dem Mobile Trail Explorer aufgezeichnete zügige Autobahnfahrt zeigt Qlandkarte als Track und Höhenprofil in der separat hinzugeladenen Openstreetmap-Straßenkarte ...

Abbildung 5: ... und ein ähnlicher Schnappschuss mit dem Nachfolger Qlandkarte GT. Die Unterschiede stecken unter der Haube, GT kann zumindest theoretisch nicht nur Navigationsgeräte von Garmin ansprechen.

Abbildung 5: ... und ein ähnlicher Schnappschuss mit dem Nachfolger Qlandkarte GT. Die Unterschiede stecken unter der Haube, GT kann zumindest theoretisch nicht nur Navigationsgeräte von Garmin ansprechen.

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