Open Source im professionellen Einsatz

Verwaltung

Open GTS lässt sich über zahlreiche Parameter und Optionen individuell einstellen. Die meisten davon landen in vier Dateien:

»common.conf« beherbergt allgemeinen Einstellungen,

»private.xml« konfiguriert das GUI,

»reports.xml« das Layout der Reports,

»dcservers.xml« die Kommunikation mit den GPS-Geräten.

In »common.conf« definieren einfache Key/Value-Paare zur Laufzeit die Konfiguration des Systems. Neben allgemeinen Einstellung finden sich hier Details zum Logging (Log Level, Log File Location, Log File Rotation), zur MySQL-Datenbank (Host, Port, Name), und dem SMTP-E-Mail-Server für den Mailversand. Den- noch dürften hier nur in seltenen Fällen Änderungen notwendig sein.

»private.xml« dagegen ist die zentrale Anlaufstelle für alle Einstellungen, die das Webinterface betreffen. Neben dem Layout und Aussehen, den Datums- und Zeitformaten stellt der Admin hier ein, welche Reports sichtbar sind und konfiguriert Karten und den Geocoder.

Wem zum Beispiel das automatische Ausblenden der Standardkalender nicht gefällt, der kann mit den folgenden Zeilen durchsetzen, dass sowohl »Von«- als auch »Bis«-Kalender immer sichtbar bleiben:

 <Property key="trackMap.calendarCollapsible">false</Property>
 <Property key="trackMap.showTimezoneSelection">false</Property>
 <Property key="trackMap.showDistanceRuler">false</Property>
 <Property key="trackMap.showGoogleKML">false</Property>

Damit die beiden Kalender nebeneinander Platz auf dem Display haben, schaltet der Admin hier ein paar andere Features aus. Für Timezone, Entfernungsbalken und KML-Export ist jetzt kein Raum mehr. Auch die Spracheinstellungen finden sich in dieser Datei.

Neun Sprachen

Open GTS unterstützt aktuell Englisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Französisch, Türkisch, Rumänisch, Portugiesisch und Serbisch. Eine Änderung des »locale«-Eintrags im »Domain«-Tag ist dafür völlig ausreichend:

<Domain name="default" host="*"
allowLogin="true"
accountLogin="true"
userLogin="true"
demo="true"
locale="de">

In »reports.xml« erstellt der Admin Vorgaben für individuelle Berichte. Auswahl, Reihenfolge und Sortierung der Spalten sind dabei ebenso konfigurierbar wie der jeweilige Datentyp. Nur Reports, die in »private.xml« referenziert sind, stehen den Benutzern zur Verfügung.

Last but not least konfiguriert die Datei »dcservers.xml« die Server, die die Kommunikation mit den Endgeräten durchführen, (Device Communication Servers, DCS). In dieser Datei kann der Admin das Programm nennen, ein lokales Interface und einen Port zuweisen, eine Beschreibung eingeben und beliebige weiter Konfigurationsoptionen übergeben, die der Dienst braucht. Prinzipiell lauern diese Programme nur auf eingehende Datenströme von GPS-Trackern und schieben die Daten weiter in die Datenbank.

Wie aber gelangen die Daten aus dem Tracking-Device zum Server? Moderne Geräte unterstützen eine lange Liste von Technologien, um ihre Positionsdaten zu übermitteln. Ihre Palette reicht von SMS, TCP (oder UDP) über GPRS, UMTS oder Wifi, über satellitengestützte Verfahren (wie Iridium, Orbcomm oder Globalstar) bis zu privaten Funknetzen.

Open GTS hat Unterstützung für viele GPS-Empfänger an Bord und kommuniziert mit jedem Gerät, das in der Lage ist, Positionsdaten an eine bestimmte IP zu senden. Es bringt eigene Tools mit, die dem Admin helfen, die Daten aufzubereiten, und kann gleichzeitig Daten von mehreren Geräte annehmen und verarbeiten. Für die meisten Setups wird der eingebaute und vorkonfigurierte "Template Server" völlig ausreichen.

Weil der Device Communication Server zwischen den Geräten und der Datenbank sitzt, lässt sich schon hier einiges mit den Daten anfangen. Details wie die Ankunft in oder die Abfahrt aus einer Geozone berechnen Open-GTS-Analysetools bereits hier, bevor die Daten in der Datenbank landen. Das kompensiert Einschränkungen von Geräten mit bescheidenerem Funktionsumfang, lässt sich aber auch Featuresets für umfangreichere Aufgaben nutzen. Und die Aufzeichnung von Telemetriedaten wie Drehzahl, Motortemperatur oder der Standard-Fehlercodes der Motorsteuerung ist ebenfalls möglich.

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