Open Source im professionellen Einsatz

Die eigene Domain

Aber mit dem eigenen PC und Internetanschluss ist es für den Einzelkämpfer noch nicht getan: Eine E-Mail-Adresse »@t-online.de«, bei Hotmail, Google Mail, Web.de oder GMX geht gar nicht. Derart auf Visitenkarten gedruckt ist der Einzelkämpferstatus ist für jeden neuen Geschäftskontakt sofort offensichtlich. Eine eigene Domain mit mindestens einer E-Mail-Adresse muss her.

Alle ISPs bieten Mailserver-Dienste an, auch der eigene Webauftritt steht schnell mit freien CMS-Systemen oder Webframeworks. Die sind einfach zu bedienen und erfüllen die Ansprüche kleinerer und mittlerer Unternehmen. Und Browser und E-Mailprogramm sind auf jedem Client vorhanden, wer IMAP anstatt POP nutzt, kann jetzt schon zusätzlich zum Desktop mobil mit einem Laptop arbeiten.

Das Szenario ist ausbaufähig: Auch wenn das Unternehmen mit der Zeit Kollegen, Partner und Mitarbeiter um sich sammelt, kann das Team mit diesem Setup zusammenarbeiten. Mit Software wie KDEs Kontact, die Groupware-Daten in E-Mails abspeichern kann, reicht der bestehende IMAP-Server auch für eine einfache gemeinsame Adress-, Notiz-, Kalender- und Aufgabenverwaltung. Vielen kleinen und mittleren Unternehmen reichen solche Setups vollkommen, um ihre tägliche Arbeit zu erledigen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die wohl einfachste Infrastruktur, mit der ein kleines Team zusammen arbeiten kann. Ein FTP- und Mailserver dient als zentraler Datenspeicher für den Austausch, der IMAP-Server für einfachste Groupware-Funktionen.

Abbildung 1: Die wohl einfachste Infrastruktur, mit der ein kleines Team zusammen arbeiten kann. Ein FTP- und Mailserver dient als zentraler Datenspeicher für den Austausch, der IMAP-Server für einfachste Groupware-Funktionen.

Lokaler Server

In der nächsten Ausbaustufe kommen mehr Aufgaben auf einen zentralen Server zu. Als Datenspeicher, Verzeichnisdienst, Groupwareserver und Backupmedium erhält diese Maschine besonderes Gewicht in der Firma. Diese strategische Bedeutung ist der Grund, warum sich immer noch viele Unternehmen gegen eine Cloud-Lösung und für eine lokale Maschine im Büro entscheiden, obwohl die Stromkosten in der gleichen Größenordnung liegen wie die Miete eines entsprechenden Rootservers.

Derartige Bedenken lassen sich in der Praxis meist mit lokalen Backups und Standby-Maschinen auffangen. Ein Mietserver kostet weniger als 50 Euro pro Monat, inklusive mehrerer IPs und (praktisch) unbegrenztem Traffic. Sein größter Vorteil: Für die Wartung und Pflege der Hardware fallen keine weiteren Kosten an. Solange der Mietvertrag läuft, kümmert sich der Provider darum.

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Ausgabe 07/2013

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