Open Source im professionellen Einsatz

X2go

Um einiges interessanter und dynamischer in der Entwicklung zeigt sich da X2go. Wie Neatx ist auch das Projekt um Heinz-Markus Graesing und Oleksandr Shneyder die komplette Neuentwicklung eines NX-Servers basierend auf den freien Nomachine-Bibliotheken.

Im Gegensatz zu Neatx setzt es auf eine Mischung aus C++, C und Perl. Kleine Serverskripte aus wenig Perl-Code verbrauchen wenig Speicher und CPU- Ressourcen. Der Sprachenmix entstand laut Aussage der Projektleiter aus Best-Practice-Erfahrungen. Als Schnittstelle dient die Kommandozeile über SSH, wodurch auf dem Server keine zusätzlichen Daemons wie Dbus oder Runtime Environments wie bei Python oder Java nötig sind.

Details zu den umfangreichen Funktionen liefert ein Artikel im Linux-Magazin [12], eine exklusive Vorab-Beta von X2go 3.0.1 auf Ubuntu 9.04 mit Gnome gibt es auf der aktuellen DELUG-DVD. Das auf 700 MByte abgespeckte Image bootet ein Livesystem, bei dem der X2goserver vollautomatisch startet. Auf KDE und andere Desktops haben die Programmautoren aus Platzgründen verzichtet, denn sonst hätte das Image nicht mehr auf eine einzige CD gepasst.

Smartcards out of the Box

Eingebaute Funktionen wie die intelligente Smartcard-Authentifizierung à la Sunray kombiniert X2go mit Auto-Suspend. Entnimmt der Benutzer an Rechner A die Karte, unterbricht der Server die Sitzung, schiebt er sie bei Rechner B in den Leser, startet automatisch die vorher suspendierte Session. Dazu kommen praktische Kleinigkeiten wie das Erstellen eines Desktop-Icons für Seamless-Applications (Abbildung 2) oder X2goprint.

Abbildung 1: Auf den ersten Blick ist kein Unterschied erkennbar: Auch mit Nomachines Client klappt der Zugriff auf einen Neatx-Server. Allerdings fehlen dem noch die meisten Features.

Abbildung 1: Auf den ersten Blick ist kein Unterschied erkennbar: Auch mit Nomachines Client klappt der Zugriff auf einen Neatx-Server. Allerdings fehlen dem noch die meisten Features.

Bildungsprojekte wie Linux4afrika oder Skolelinux haben X2go bereits für sich entdeckt, auch Suse scheint an einer eigenen Variante zu arbeiten. Offiziell hält sich Novell noch bedeckt: "Die Product Manager von Suse halten X2go für die derzeit ausgereifteste quelloffene Remote-Desktop-Lösung", so Joachim Werner, Senior Product Manager Linux EMEA, gegenüber dem Linux-Magazin.

Auch das X2go-Team arbeitet gerade an RPM-Paketen. Vielleicht sind diese bereits online, wenn dieser Artikel erscheint. Überhaupt sind die Entwickler sehr aktiv, jüngst haben sie für Maschinen, die für KDE oder Gnome zu schwach sind, auch den schlanken LXDE-Desktop integriert. Auch Weiterentwicklungen wie Cloudia [13], das über X2go alle Firefox-Installationen in Unternehmen auf einem Terminalserver zentralisiert, oder der herausragende Maemo-Support (Abbildung 3) suchen ihresgleichen.

Abbildung 1: Auf den ersten Blick ist kein Unterschied erkennbar: Auch mit Nomachines Client klappt der Zugriff auf einen Neatx-Server. Allerdings fehlen dem noch die meisten Features.

Abbildung 1: Auf den ersten Blick ist kein Unterschied erkennbar: Auch mit Nomachines Client klappt der Zugriff auf einen Neatx-Server. Allerdings fehlen dem noch die meisten Features.

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