Das Standardtool Tee lenkt Programmausgaben auf der Shell um. Eine ähnliche Funktionalität auf Netzwerkebene bietet Nettee. Mit diesem Tool schickt der Anwender einen Datenstrom von Rechner A an Rechner B. Auf den ersten Blick erinnert dies an Netcat, Nettee geht aber noch einen Schritt weiter: Während Netcat die Daten auf der Empfängerseite ausgibt oder in eine Datei schreibt, speichert Nettee die Daten nicht nur in einer Datei, sondern leitet sie bei Bedarf an einen dritten Rechner weiter. Dieser verarbeitet dann die Daten oder leitet sie seinerseits an eine vierte Maschine weiter.
Sind alle Zielrechner direkt zugänglich, kann der Anwender sie auch als Node-Liste (durch Kommata getrennte Hostnamen) beim Aufruf übergeben. Verschiedene Parameter stellen sicher, dass Nettee den Datentransfer auch bei Schreib- oder Übertragungsfehlern fortsetzt. Nettee lauscht in der Voreinstellung auf Port 9997, was der Anwender aber problemlos ändern kann.
***-- Nettee ist eine gute Alternative zu Netcat. Die Möglichkeit, Daten zeitgleich an mehrere Rechner zu schicken, ist besonders praktisch. Die nächste Programmversion verspricht weitere nützliche Funktionen wie etwa die Einstellung der Buffer-Größen.
Die riesige und recht unübersichtliche Squid-Konfigurationsdatei stellt viele Benutzer vor Probleme. Eine Lösung bietet Gadmin-Squid: Das GUI geht bei der Einrichtung des Proxyservers zur Hand. Im Bereich »Server« stellt der Anwender IP-Adressen und Ports ein und konfiguriert das Cache- und Swap-Verhalten. Auch die Pfade zu Logdateien und zu externen Programmen, eigene Filterregeln für den Zugriff auf und über den Proxy oder die SNMP-Unterstützung richtet der Anwender über Gadmin-Squid ein.
Ist alles zur Zufriedenheit eingerichtet, wendet der Admin die neue Konfiguration über einen beherzten Mausklick direkt an oder startet den Proxyserver neu. Auch im laufenden Betrieb behält Gadmin-Squid den Überblick und zeigt auf den entsprechenden Reitern den aktuellen Inhalt der Logdateien an. Eine echte Erleichterung in diesem Zusammenhang ist, dass das Tool den Inhalt des Error-Logs aus dem Syslog herausfiltert.
****- Das Programm reiht sich nahtlos in die Liste der anderen Helfertools von Magnus Loef ein, zu denen auch Gadmin-Samba und Gadmin-DHCP gehören. Auch wenn Gadmin-Squid erst in der Version 0.1.0 vorliegt, bildet es bereits alle wichtigen Squid-Funktionen auf der Oberfläche ab und erleichtert dem Admin die Arbeit spürbar.
Der konsolenbasierte Webbrowser Netrik befindet sich zwar in einem recht frühen Entwicklungsstadium, eignet sich aber bereits gut zum Betrachten von statischen HTML-Seiten. Vi-Benutzer dürften sich freuen, gleichen doch die Tastenkürzel zur Navigation denen des Texteditors. Das Erscheinungsbild des Browsers passt der Anwender über Aufrufoptionen an. Er hat die Wahl zwischen einem hellen oder dunklen Hintergrund, einem Schwarz-Weiß-Modus oder der Optimierung für den Betrieb auf der Konsole oder in einem Terminal.
Weitere Parameter prüfen den HTML-Code. Je nach Einstellung bricht Netrik schon beim kleinsten Fehler mit einer kurzen Beschreibung ab oder ignoriert einfache Fehler vollständig. Besonders auskunftsfreudig zeigt sich das Tool im Debug-Modus, der vor der Anzeige der Webseite eine Reihe von Informationen inklusive HTML-Quelltext ausgibt. Auch vor gezippten HTML-Dateien und Proxyservern schreckt Netrik nicht zurück.
**--- Für den täglichen Einsatz eignet sich Netrik trotz guter Performance in der aktuellen Version noch nicht, zum Lesen statischer Seiten reicht es jedoch allemal. Für zukünftige Versionen stellen die Entwickler eine bessere Unterstützung von Stylesheets und Javascript in Aussicht.
Erfahrungsgemäß gibt eine Festplatte immer dann den Geist auf, wenn das letzte Backup unbrauchbar oder hoffnungslos veraltet ist. Safecopy hilft zu retten, was noch zu retten ist. Dazu liest das Tool den angeschlagenen Datenträger blockweise aus und schreibt die noch erfassbaren Daten in eine Ausgabedatei auf ein anderes Medium. Im Gegensatz zu anderen Programmen bricht Safecopy den Lesevorgang nicht ab, wenn es auf einen defekten Block trifft. Das Tool setzt stattdessen mehrmals zu einem Leseversuch an - wie oft, bestimmt der Benutzer. Erst wenn alle Versuche gescheitert sind, überspringt Safecopy den Block und fährt mit dem nächsten fort.
In der Voreinstellung beginnt das Programm mit dem ersten Block des Datenträgers. Alternativ legt der Anwender einen anderen Startblock fest und überspringt so eventuelle Schäden. Optional startet Safecopy mit einem Badblock-File und ignoriert dann defekte Blöcke. Bei einem weiteren Aufruf mit dem Parameter »-I« versucht das Programm, die fehlerhaften Blöcke doch noch auszuwerten und somit die Ausgabedatei zu vervollständigen. Existiert kein Badblock-File, erstellt Safecopy dies über den Parameter »-o« selbst. Eine Reihe von Low-Level-Device-Aufrufen für Wechselmedien runden seine Funktionsvielfalt ab.
****- Safecopy ist zwar kein Ersatz für eine gute Backup-Strategie, mit etwas Glück hilft das Tool jedoch dabei, das Schlimmste abzuwenden. Der Anwender sollte sich jedoch im Klaren darüber sein, dass ein Rettungsversuch mit Safecopy der Platte vollends den Rest geben kann, und im Zweifelsfall lieber eine Spezialfirma aufsuchen.
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Netzwerkgeschwindigkeit flexibel messen
Quelle: [http://www.uperf.org]
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Iperf, Netperf
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Netzwerke können nie schnell genug sein. Wer wissen möchte, wie schnell die Daten wirklich wandern, benötigt ein Tool wie Uperf, das Sun Microsystems entwickelt hat. Uperf bietet einen Master- und einen Slave-Modus. Während letzterer auf dem zu testenden Zielrechner läuft, führt der Master-Modus den Testlauf durch.
Die Uperf-Steuerung geschieht über XML-Dateien, die den zu erzeugenden Workload flexibel beschreiben. So kann das Programm die reale Belastung eines Systems besser nachbilden. Die Profildateien enthalten nicht nur Informationen über den Zielrechner und das Protokoll, sondern erlauben es dem Benutzer auch, eigene, beliebig oft wiederholbare Transaktionen zu definieren.
Für jede Transaktion legt der Anwender so genannte Flowops fest, die etwa die Größe der zu übertragenden Datenblöcke oder die Time-out-Werte definieren. Uperf kennt elf unterschiedliche Flowops - vom einfachen Connect über Read und Write bis hin zu Nop. Die Dokumentation auf der Projekthomepage beschreibt die Einzelheiten inklusive möglicher Parameter. Beispielprofile zum Anschauen oder Nachmachen befinden sich darüber hinaus im Programmarchiv.
Optional beeinflussen verschiedene Kommandozeilen-Parameter die Arbeit von Uderf. Neben Thread- oder Gruppenstatistiken ermittelt es auch die Anwortzeiten oder die CPU-Auslastung.
***-- Uperf ist ein leistungsfähiges Tool zur Performance-Analyse. Ein ausführliches Studium der mitgelieferten Dokumentation lohnt sich, um alle Möglichkeiten des Programms auszuschöpfen.
Das Python-Programm Tunnelmanager unterstützt Anwender beim Anlegen und Aktivieren von Port-Weiterleitungen über SSH. Das Programmpaket enthält außerdem die Tools Tunnelmanager_cli und Tunnelrunner für das SSHv1-Protokoll. Angesichts der Sicherheitslücke in SSHv1 ist davon allerdings abzuraten und SSHv2 die bessere Variante.
Einmal gestartet erscheint der Tunnelmanager als unauffälliges Symbol in der Taskbar. Ein Rechtsklick auf das Icon zeigt eine Liste aller vorkonfigurierten Verbindungen an. Neue Verbindungen legt der Anwender im Management-Fenster an, das sich über einen Linksklick auf das Panel-Symbol öffnet. Jede Verbindung führt einen eindeutigen Namen und enthält eine User-ID, die IP-Adresse des Rechners, über den der Tunnel führt, und den Port, auf dem sein SSH-Dienst horcht. Stehen die grundlegenden Verbindungseigenschaften, ist die Definition beliebig vieler Tunnel möglich. Für jeden legt der Benutzer die Weiterleitungsrichtung fest und gibt die Adressen des entfernten und des weiterzuleitenden Rechners sowie den lokalen Port an.
Einen einmal definierten Tunnel kann der Anwender nicht mehr nachträglich verändern, sondern muss diesen erst löschen und dann neu anlegen. Beendet er das Programm, sichert Tunnelmanager automatisch alle aktiven Verbindungen und stellt sie beim nächsten Start eigenständig wieder her. Das Tool arbeitet auf Wunsch mit SSH-Keys zusammen und erlaubt es, die Schlüssel automatisch oder per Mausklick zu laden.
***-- Für alle, die regelmäßig mit SSH-Weiterleitungen arbeiten, ist der Tunnelmanager eine praktische Arbeitserleichterung. (U. Vollbracht/hej)