Werkzeuge im Kurztest
Tooltipps
Themen: Prozesse effektiv verwalten, Die Standardausgabe einfärben, Aufgabenverwaltung auf der Konsole, Effiziente Datensicherung auf Wechselmedien, Brennen und Archivieren auf der Shell
Themen: Prozesse effektiv verwalten, Die Standardausgabe einfärben, Aufgabenverwaltung auf der Konsole, Effiziente Datensicherung auf Wechselmedien, Brennen und Archivieren auf der Shell
| Unssh 1.3 |
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Bequemes Säubern der Datei »known_hosts« Quelle: [http://sourceforge.net/projects/unssh] Lizenz: GPLv2 Alternativen: keine |
Die Neuinstallation eines Rechners bringt auch immer einen neuen SSH-Key mit, sodass die alten Einträge in der Datei »known_hosts« nicht mehr passen. Das Skript Unssh erspart dem Anwender Tipparbeit und hilft dabei, die veralteten Schlüssel zu entfernen. Vor dem Einsatz von Unssh sollte sich der Benutzer jedoch immer vergewissern, dass der geänderte Schlüssel nicht Teil eines Man-in-the-Middle-Angriffs ist. Der nützliche kleine Helfer versteht die gewohnten SSH-Parameter, ignoriert sie aber. So kann der Benutzer bei eventuellen Fehlermeldungen bequem die alten »ssh«- und »scp«-Kommandos aus der History fischen und einfach ein »un« vor den Befehl setzen.
Unssh extrahiert dann den Benutzer- und den Hostnamen beziehungsweise die IP-Adresse des Remote-Rechners aus der Datei »known_hosts«. Dabei greift das Tool auf das Programm »ssh-keygen« zurück und verwendet dessen Parameter »-R«, um die Einträge der bereits besuchten Rechner zu entfernen. »ssh-keygen« versteht nicht nur Hostnamen im Klartext, sondern entfernt auch Hashwerte. Zur Sicherheit legt Unssh außerdem eine Kopie der Originaldatei mit der Endung ».old« an. So hat ein voreiliges Löschen keine fatalen Folgen.
***-- Unssh ist ein nützliches Skript, das dem Anwender lästige Tipparbeit, nicht aber das Denken abnimmt.
| Procps 3.2.8 |
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Prozesse effektiv verwalten Quelle: [http://procps.sourceforge.net] Lizenz: GPLv2 Alternativen: diverse Derivate |
Jeder kennt sie, jeder nutzt sie - die Tools der Procps-Suite. Dabei umfasst die Sammlung wesentlich mehr Programme als die populären Tools Kill, Top und PS. Auch Pgrep, Free, Pkill, Pmap, Skill, Snice, Watch, Uptime, Vmstat und Sysctl gehören dazu. Letzteres erlaubt dem Anwender beispielsweise die bequeme Manipulation der Kernelparameter im laufenden Betrieb. Free und Vmstat geben Auskunft über die aktuelle Speicherausnutzung des Systems. Ein Blick in die Manpage der einzelnen Tools lohnt sich, um den detaillierten Funktionsumfang aller Tools nachzulesen.
Die aktuelle Procps-Version 3.2.8 behebt einige Fehler und bringt eine Reihe von Neuerungen, besonders für das Tool PS. Es kennt nun die Scheduling-Klassen »SCHED_ISO« und »SCHED_IDLE«, und der Sortieralgorithmus unterstützt nun das Pluszeichen. Außerdem korrigierten die Entwickler die Exitcodes von Top und Pgrep, sodass Top im normalen Betrieb den Wert 0 zurückgibt und Pgrep Bedienfehler mit dem Wert 2 quittiert.
****- Die Procps-Suite gehört zur Grundausstattung jedes Linux-Systems. Neben den Klassikern PS, Kill und Top tragen auch Tools wie Pgrep, Sysctl und Watch zur Arbeitserleichterung von Admins bei und eignen sich hervorragend zum Einsatz in Skripten.
| Cout 1.0.4 |
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Die Standardausgabe einfärben Quelle: [http://code.google.com/p/cout] Lizenz: MIT Alternativen: keine |
Cout gestaltet die Ausgabe von Konsolenprogrammen wie Diff oder Make übersichtlicher und färbt die Meldungen im Terminal ein. Das Python-Skript arbeitet wie ein Wrapper: Es nimmt die Ausgabe eines Programms entgegen, bereitet sie farblich auf und schreibt das Ergebnis auf die Standardausgabe.
Der Anwender legt in der Cout-Konfiguration verschiedene Zeilen- und Wortmuster fest und ordnet jedem Muster eine eindeutige Vordergrund- und Hintergrundfarbe zu. Cout zeigt sich flexibel und unterstützt reguläre Ausdrücke bei der Musterdefinition.
Für jedes Kommandozeilen-Programm, dessen Ausgabe Cout aufbereiten soll, legt der Anwender eine eigene Konfigurationsdatei an. Neben den Zeilen- und Wortmustern enthält diese jeweils den Programmnamen samt Pfad und die Definition für die Farben. Für Diff, Make und SVN hat Cout bereits Einrichtungsdateien im Gepäck. Diese dienen dem Anwender zusammen mit der Readme-Datei als Vorlage für weitere eigene Konfigurationsdateien.
***-- Cout bringt Farbe in den grauen Konsolenalltag und macht die Standardausgabe von Programmen übersichtlicher. Dank regulärer Ausdrücke gestaltet sich die Definition für Zeilen- und Wortmuster äußerst flexibel.
| Tudu 0.5.1 |
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| Aufgabenverwaltung auf der Konsole Quelle: [http://www.cauterized.net/~meskio/tudu] Lizenz: GPLv3 Alternativen: Task, Gtodo |
Wer Evolution oder Kontact zu Ressourcen-hungrig und Web-basierte Todo-Listen zu aufwändig findet, für den ist die Konsolen-Aufgabenverwaltung Tudu genau das Richtige. Genau wie die großen Vorbilder verwaltet Tudu die Tasks in einer hierarchischen Struktur und versieht die Aufgaben optional mit Beschreibungen und Angaben zur Deadline. Den aktuellen Status zeigt das Tool jeweils in der Checkbox vor dem Titel an: Mit einem »X« versehene Aufgaben sind bereits erledigt.
Tudu zeigt an, wie viel Prozent einer Gesamtaufgabe abgehakt sind und bezieht auch die Unteraufgaben in diese Berechnung mit ein. Über Prioritäten von eins (höchste Stufe) bis fünf (niedrigste Stufe) teilt der Anwender dem Programm mit, wie wichtig eine Aufgabe ist. Darüber hinaus kann der Benutzer jeden Eintrag einer Kategorie zuordnen. Die Gruppennamen sind frei wählbar, jedoch auf sieben Zeichen beschränkt.
Tudu erlaubt es, die Aufgaben nach Titel, Priorität, Kategorie, Status oder Deadline auf- oder absteigend zu sortieren. Dabei achtet das Tool darauf, die hierarchische Abhängigkeitsstuktur beizubehalten. Die Suchfunktion des Programms gestattet leider nur die Suche in den Aufgabentiteln; andere Attribute wie Kategorie oder Deadline berücksichtigt Tudu nicht.
***-- Wer auf grafische Gimmicks und Erinnerungs-Popups verzichten kann, findet in Tudu eine interessante Alternative zu den bekannten PIM-Programmen. Die Tastaturkürzel sind jedoch leider nicht immer intuitiv und nur in der Manpage beschrieben; eine Hilfefunktion im Programm selbst wäre sinnvoll.
| Dar 2.3.9 |
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Effiziente Datensicherung auf Wechselmedien Quelle: [http://dar.linux.free.fr] Lizenz: GPLv2 Alternativen: Tar, Fsarchiver |
Die Programmsuite Dar (Disk Archiver) stellt Anwendern eine Sammlung effizienter Tools zur Datensicherung zur Verfügung. Dar erstellt und rekonstruiert sowohl vollständige als auch differenzielle Backups. Diverse Filterfunktionen sorgen dafür, dass Dar nur die gewünschten Verzeichnisse oder Dateien sichert.
In der Voreinstellung komprimiert das Tool die Archivdateien nicht, arbeitet aber auf Wunsch mit Gzip und Bzip2 zusammen. Über Filter schließt der Benutzer bestimmte Dateitypen oder Dateigrößen von der Komprimierung aus, was etwa bei Jpg- oder MP3-Dateien sinnvoll ist. Der Archivkatalog selbst ist von der Komprimierung ausgenommen, um den direkten Zugriff auf Dateien im Dar-Archiv sicherzustellen.
Dar erlaubt das Aufspalten in mehrere Dateien (Slices) von festgelegter Größe. Das ist praktisch, etwa wenn Wechseldatenträger als Backup-Medien dienen. Sowohl beim Backup als auch beim Recovery legt das Tool auf Wunsch eine Pause für den Medienwechsel ein oder führt andere, vordefinierte Aktionen zwischen den Wechseln aus. Die Größe eines Slice passt der Anwender nachträglich mit »dar_xform« an. Dar verschlüsselt die Archivdateien auf Wunsch. Außerdem hilft der »dar_manager« bei der Archiv-Verwaltung. Er erstellt Datenbanken, um das Auffinden und Zurückspielen bestimmter Dateien zu erleichtern.
****- Wer Daten effizient auf Wechselmedien sichern und verwalten möchte, sollte sich die Dar-Backup-Suite anschauen. Mit Kdar existiert sogar eine grafische Oberfläche, die aber nicht Bestandteil der Sammlung ist.
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Schily Tool Box |
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Brennen und Archivieren auf der Shell Quelle: [http://freshmeat.net/projects/schily] Lizenz: GPLv2, LGPLv2.1, CDDL Alternativen: Cdrkit |
Die Schily Tool Box enthält eine Reihe nützlicher Programme, die Jörg Schilling entwickelt oder pflegt. Mit dabei sind Tools für Verarbeitung und Brennen von ISO-Image-Dateien, zum Beispiel »mkisofs«, »isodump«, »isoinfo« und »cdrecord«. Dies dürfte niemanden wundern, handelt es sich doch bei Jörg Schilling um den Autor der beliebten Brennsoftware Cdrecord. Darüber hinaus enthält die Sammlung »readcd« und »cdda2wav« zum Auslesen von CDs.
Zur Erstellung von Archiven liefert die Programmsammlung »star« und »tartest« aus; »suntar«, »scpio« oder »gnutar« sind nur symbolische Links auf »star«. Neben diesen Archivierungsprogrammen enthält die Box auch Tools für die Verwaltung von Bandlaufwerken. Hierzu zählen unter anderem »mt« und »rmt«. Außerdem enthält das Paket eine Implementierung des Posix-konformen Source Code Control System (»sccs«). Ursprünglich 1972 für IBM-Mainframes entwickelt, hat es in Zeiten von Git oder Subversion aber nur noch geringe Bedeutung.
**--- Der Schwerpunkt dieser umfangreichen Toolsammlung liegt auf der Archivierung auf Wechseldatenträgern wie DVDs, CDs oder Tapes. In vielen aktuellen Distributionen decken allerdings alternative Programme die meisten Funktionen der Schily Tool Box bereits ab. (U. Vollbracht/hej)
Umfang: 2 Heftseiten
Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)
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