Konsequenzen
Mit der Zeit kühlten sich die Gemüter etwas ab und in einem Kommentar auf Sarah Meis persönlichem Weblog [6] ließ Matt Aimonetti immerhin erkennen, dass er zum Kern des Problems durchgedrungen ist. Einen Verzicht auf sexualisierte Illustrationen stellte er zwar nicht in Aussicht, aber rückblickend hätte er doch lieber eine Darstellung gewählt, die sich nicht ausschließlich an männlichen Sexualfantasien orientiert - auf die Gefahr hin, dann andere Leute zu schockieren. Die Zaghaftigkeit seines Einsehens liefert nachträglich den Beweis für die Notwendigkeit dieser Diskussion. Neben Aimonetti hat sie vielleicht auch andere dazu gebracht, über die Ursachen für die nicht eben vielfältige Sozialstruktur der Technikszene - überwiegend weiße, männliche Mittelschicht - nachzudenken.
Das Unbehagen von Minderheiten um des lieben Friedens Willen stillschweigend zu übergehen, wie es manche Kommentare anregten, hätte hingegen wohl eher weiteren ähnlichen Vorfällen Vorschub geleistet. Die Spirale aus der männlichen Dominanz und "Umkleidekabinen-Verhalten", wie es Julia Evans in einem Kommentar zu Sarah Meis Beitrag "Gender and Sex at Gogaruco" bezeichnet [7], hört nicht von selbst damit auf, sich weiterzudrehen.
Um konkret etwas gegen gesellschaftliche Missstände zu unternehmen, hat Aaron Quint, ebenfalls langjähriger Ruby-Entwickler, seinen Blog-Eintrag zu der Debatte mit einem Spendenaufruf abgeschlossen [8]. Das gesammelte Geld will er einer oder mehreren Organisationen spenden, die in Schulen Ruby-Kurse anbieten oder gezielt Programmiererinnen unterstützen. Näheres stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest, die Details hängen wohl vor allem von der zusammengetragenen Summe ab.
Aaron Quint selbst beweist mit seinem eigenen Beitrag von stolzen 500 US-Dollar, dass er das Problem ernst nimmt. Doch auch er weiß, dass die Community noch einen langen Weg vor sich hat, der nicht mit Geld allein zu bewältigen ist, schon gar nicht mit über solche Aktionen aufzubringenden Beträgen. Also hofft er augenzwinkernd auf eine "großartige Go-garuco 2025."
Wichtig ist allen kritischen Stimmen, dass sie sich im Großen und Ganzen in der Ruby-Community wohlfühlen und unschöne Vorfälle wie bei der Gogaruco 2009 und der Diskussion danach auf das Konto weniger Einzelpersonen gehen. Auch Sarah Mei schreibt, dass sie ihre Angehörigkeit zu einer Minderheit im Allgemeinen ignorieren kann. Immerhin zeigt die Aufmerksamkeit, auf die die aktuelle Diskussion auch bei nicht direkt Betroffenen stößt, dass Problembewusstsein existiert.
Uget is back
Nach all den Streitigkeiten geht es nun zurück zu dem, was die Freie-Software-Szene hauptsächlich beschäftigt: freie Software. Im Laufe der Jahre entstehen Open-Source-Projekte und verschwinden wieder von der Bildfläche. Das Projekt Uget [9] feiert nun ein Comeback, nachdem die Entwicklung über zwei Jahre pausiert hat (Abbildung 3).
Abbildung 3: Der Download-Manager Uget erlaubt die Kategorisierung von Downloads. Damit lassen sich verschiedene Dringlichkeitsstufen und andere Eigenschaften festlegen.
Der Download-Manager hieß in seiner fünf Jahre währenden Lebenszeit schon Urlget und Urlgfe. Die teilweise recht langen Pausen von bis zu mehreren Monaten begründet Entwickler Raymond Huang vor allem mit den Zwängen seiner bezahlten Arbeit. Seit vergangenem Dezember aber geht es munter weiter und die Entwicklung schreitet unter neuem Namen voran.
Einmal gestartet lauert Uget im Hintergrund auf URLs in der Zwischenablage, die Hinweise auf herunterzuladende Dateien geben. Dann öffnet das Programm den Dialog »New Download« der die Definition der Eigenschaften ermöglicht (Abbildung 4). Natürlich kann der Benutzer den »Clipboard Monitor« auch deaktivieren und Downloads von Hand anstoßen.
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